Flanking im Winter: Ist das noch gesund?

09.01.2018 - 09:45 Uhr

In diesem Winter sieht man sie immer öfter: Menschen, die bis sich bis zu den Waden in dicke Kleidungsschichten einwickeln, ihre Knöchel aber nackt lassen und Sneaker ohne Socken tragen. Dieser Trend nennt sich „Flanking“. Fraglich ist, ob die kalte Luft an den Fußknöcheln überhaupt gesund sein kann.

Nackte Knöchel – auch im Winter

Dicker Schal, langer Mantel, warme Mütze,… nackte Knöchel? Dieser Trend stößt vor allem in den kalten Wintermonaten oft auf Unverständnis. Dabei hat er sogar einen eigenen Namen: „Flanking“. Dieser Begriff ist eine kreative Verschmelzung der englischen Wörter „flashing“ und „ankle“. Es bedeutet also so viel wie „die Knöchel aufblitzen lassen“. Meist werden dabei bis über die Fußknöchel gekrempelte Hosenbeine oder 7/8-Hosen zu Sneakers kombiniert. Dadurch werden die Fußfesseln betont, die als eine der schmalsten Stellen des Körpers gelten.

Wer schön sein will, muss leiden, so sagt es zumindest ein altes Sprichwort. Das könnte auch auf das Flanking zutreffen. Zugegebenermaßen macht der Trend etwas her, denn er setzt neben dem stylishen Schuhwerk auch noch schlanke Knöchel in Szene. Meist werden in den Sneakers nur kurze oder dünne Socken getragen. Viele Flanker steigen sogar gänzlich barfuß in ihre Schuhe. Und egal wie kalt es ist: die Fußknöchel werden beim Flanking stets nackt gelassen. Verständlich, dass dem einen oder anderen bereits beim Zusehen kalt wird. Aber gerade bei Minustemperaturen in der Winterzeit fragt man sich doch, ob dieser Modetrend überhaupt gesund sein kann.

Kälte kann abhärten

Wer im Winter Knöchel zeigt, hat aber nicht automatisch ein höheres Risiko, krank zu werden. Tatsächlich ist vielmehr die Infektion mit Krankheitserregern dafür verantwortlich. Diese lauern vor allem in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten. Sogar eine Erkältung entsteht nicht, wie oft fälschlich angenommen wird, allein durch die kalten Temperaturen. Stattdessen sind auch hier in erster Linie die Krankheitserreger schuld, die sich im Winter in hoher Anzahl in geschlossenen Räumen befinden. Durch schlechte Belüftung und die warme Heizungsluft trocknen unsere Schleimhäute aus und die Erreger haben leichtes Spiel. Allerdings kann unser Immunsystem durch die kalte Luft etwas schwächer sein, als beispielsweise im Sommer. Minusgrade sind demnach nicht schuld an der Infektion, sondern begünstigen diese nur.

Wichtig ist daher, auf Hygiene zu achten und sich hin und wieder gründlich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Dass die Fußknöchel nackt sind, ist eigentlich nicht ausschlaggebend. Das Flanking soll sogar das Immunsystem abhärten. Durch die kalte Temperatur passt sich der Körper an, ein Phänomen, das auch als „ thermische Reizsetzung“ bekannt ist. Man sollte allerdings darauf achten, sich nicht zu unterkühlen. Bei einer Körpertemperatur von weniger als 37 Grad ziehen sich die Zellen zusammen und die Durchblutung verschlechtert sich. Setzt man seine Knöchel allerdings nicht zu lange der Kälte aus, ist Flanking grundsätzlich unbedenklich.

Wenn Flanking zu kalt ist

Wer also im Winter ein intaktes Immunsystem hat und auf Hygiene achtet, muss sich vor einer Erkältung durch Flanking eigentlich nicht fürchten. Anders ist das natürlich, wenn man die Kälte an den Knöcheln als unangenehm empfindet. Aber auch hierfür gibt es eine tolle Lösung: Neben dem Flanking sind auch stylishe Socken momentan voll im Trend. Genau das Richtige für Menschen, die gleichzeitig hip und gut eingepackt herumlaufen möchten. Die Socken dürfen bei diesem Trend ruhig etwas auffallen, zum Beispiel mit einem schönen Muster, Motiv, Schleifen oder auch Glitzersteinen.

Quelle: ÄRZTE.DE Redaktion
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