Führen eines Corona-Tagebuchs kann sinnvoll sein

Hilft der eigenen Erinnerung und damit im Ernstfall auch den
Behörden: eine Art Tagebuch über die Kontakte während der
Corona-Zeit.
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Hilft der eigenen Erinnerung und damit im Ernstfall auch den Behörden: eine Art Tagebuch über die Kontakte während der Corona-Zeit.

 © Christin Klose

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen die Behörden Infektionsketten nachverfolgen können. Sich täglich ein paar Notizen zu machen, kann ihnen helfen. Etwas anderes ist aber wichtiger.

Göttingen (dpa/tmn) - Wer derzeit ein Corona-Tagebuch führt, erleichtert damit im Fall einer Ansteckung den Gesundheitsämtern die Arbeit. Das könne "auf jeden Fall" sinnvoll sein, sagt die Forscherin Viola Priesemann. Darin notiert man, wen man an welchem Tag getroffen hat - und eventuell auch, wo und wie lange.

Auch Angaben, ob man drinnen oder draußen Kontakt hatte und eine Maske getragen hat, könnten bei der Abschätzung des Infektionsrisikos helfen, erklärt die Wissenschaftlerin vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Priesemann beschäftigt sich mit Strategien zur Eindämmung des Coronavirus.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verwies auf Nachfrage zu diesem Thema auf die kommunalen Gesundheitsämter. Diese könnten gegebenenfalls Auskunft darüber geben, welche Informationen sie zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten bräuchten.

Ansteckung mit AHA-Formel vermeiden

Generell gilt: Im Zweifel helfen solche Notizen den Behörden vielleicht weiter. Noch wichtiger ist jedoch, dass Infektionsketten gar nicht erst entstehen - man sich also nicht ansteckt oder das Virus nicht weitergibt, falls man sich doch unbemerkt infiziert hat.

Deshalb betont die BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss die Bedeutung der sogenannten AHA-Formel. AHA steht für Abstand zu anderen halten (mindestens 1,5 Meter), Händewaschen und Alltagsmaske tragen.

Und wer niesen oder husten muss, dreht sich von anderen Personen weg und tut es in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das man direkt entsorgt.

Tagebuch bei Kontakt mit Infizierten

Hatte man engen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person, empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) das Führen eines Tagebuchs. Darin sollte man mögliche Symptome, Körpertemperatur und Aktivitäten sowie Kontakte zu anderen notieren - und zwar bis zum 14. Tag nach dem letzten Kontakt. Küsse zählen etwa als enger Kontakt.

Das RKI stellt online Infos zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen und das Beispiel eines solchen Tagebuchs zur Verfügung.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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