Gar nicht lustig: Droge Lachgas

Gar nicht lustig: Droge Lachgas
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Gar nicht lustig: Droge Lachgas

 
25.04.2007 - 09:15 Uhr

Von content-it

Luftballons auf Partys oder in Diskotheken? Warum nicht. Merkwürdig wird´s, wenn die bunten Dinger für etwa 10 Euro verkauft werden. Ein etwas überteuerter Preis für einfache Ballons. Aber "angemessen", wenn man bedenkt, dass sie mit Lachgas gefüllt sind, einer angesagten Szenedroge. Die Kids inhalieren das Gas und erreichen damit ein kurzes, aber intensives Rauscherlebnis. Im Gegensatz zu Ecstasy und Co ist der gasförmige Partyspaß legal erhältlich. Im Umlauf ist in erster Linie technisches Lachgas. Das unterliegt nicht dem Arzneimittelgesetz und ist in jeder Sahnesprühdose enthalten. Doch die Droge Lachgas ist keineswegs harmlos. Unter Umständen kann der Genuss schwere gesundheitliche Schäden verursachen und sogar lebensgefährlich sein.

Tief einatmen

Ein paar Sekunden, maximal fünf Minuten ? länger wirkt das inhalierte Lachgas nicht. In dieser kurzen Zeit durchläuft der Konsument unterschiedliche Gefühls- und Sinneswahrnehmungen.

Lachgas hebt zunächst einmal die Stimmung. Im Rauschzustand werden vor allem akustische Eindrücke verstärkt. Hinzu können Halluzinationen und Kribbelgefühl am ganzen Körper kommen. Eventuelle Schmerzen werden (kurzzeitig) gelindert. Einige Konsumenten zeigen unangemessen heftige Reaktionen.

Über 230 Jahre alt

Lachgas ist ein alter Hut. Entdeckt wurde N2O (Distickstoffoxid), so die wissenschaftliche Bezeichnung, bereits 1772 von Joseph Priestley. Vier Jahre später wurde es hergestellt und begann eine erfolgreiche Karriere als Narkotikum. In kleinen Dosen wirkt es schmerzlindernd, in großen betäubend (narkotisierend). Heute wird es jedoch nur noch bei Geburten und kleineren Eingriffen eingesetzt.

Lachgas wird nicht nur in der Medizin genutzt, sondern auch in der Industrie. Man verwendet es beispielsweise als Treibmittel in Spraydosen. An die Kids wird meist das technische Lachgas verkauft. Man kommt einfacher ran, und es ist billiger als die medizinische Alternative.

Schluss mit lustig - mögliche Folgen

Der Konsum von Lachgas kann sowohl geistig als auch körperlich abhängig machen. Mit häufigerem Gebrauch steigt die Toleranzgrenze. Man braucht für einen guten Kick immer mehr N2O.

Die gesundheitlichen Konsequenzen sind vielfältig. Durch die Gasinhalation steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut an, und es kann zu einer kurzfristigen Sauerstoffunterversorgung im Gehirn kommen. Mögliche Folgen sind Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und unter Umständen sogar bleibende Hirnschäden. Schlimmstenfalls tritt eine tödliche Atemlähmung ein.

Ist das Gas verunreinigt, können Übelkeit, Erbrechen und lebensgefährliche Vergiftungserscheinungen auftreten. Wird das Lachgas direkt aus Kartuschen inhaliert, besteht die Gefahr von Erfrierungen an Mund und Atemwegen.

Der chronische Missbrauch des Distickstoffoxids kann zu Schäden an Knochenmark und Nerven führen. Bei Langzeitkonsumenten sind Störungen der Beweglichkeit und der Empfindsamkeit in den Gliedmaßen möglich. Hinzu kommen unter Umständen noch Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme.

Wer wirklich Spaß haben möchte, sollte von Partydrogen die Finger lassen. Ob legal oder nicht, Lachgas ist gefährlich - und gar nicht lustig!

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