Zecken: Die lauernde Gefahr

Jetzt geht die Zecken-Zeit wieder los! Wer sich viel in der Natur aufhält, läuft Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Die Parasiten ernähren sich von Blut und sind vor allem wegen der Krankheiten, die sie übertragen, eine große Gefahr!
Wir zeigen, wie Sie sich vor Zecken schützen können und was Sie bei einem Zeckenbiss tun sollten!
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Jetzt geht die Zecken-Zeit wieder los! Wer sich viel in der Natur aufhält, läuft Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Die Parasiten ernähren sich von Blut und sind vor allem wegen der Krankheiten, die sie übertragen, eine große Gefahr!

Wir zeigen, wie Sie sich vor Zecken schützen können und was Sie bei einem Zeckenbiss tun sollten!

© Imago/Christian Ohde
04.04.2018 - 07:00 Uhr

Die Sonne lacht! Also raus in die Natur. Doch Achtung: Frühjahr- und Sommerzeit sind auch Zeckenzeit! Alles zur Vorbeugung und zum Umgang mit Zeckenbissen erfahren Sie in unserer Bildershow!

Zwar ist die Frühsommer-Meningoencephalitis die bekanntere der beiden durch Zecken übertragenen Krankheiten, doch die Lyme-Krankheit kommt wesentlich häufiger vor. Besonders gefährdet sind Wanderer und Kinder. Wie man sich vor einem Zeckenbiss schützen kann, wer besonders gefährdet ist und ob man sich impfen lassen kann, haben wir für Sie zusammengetragen.

Was sind eigentlich Zecken?

Zecken gehören mit ihren acht Beinen zu den Spinnentieren und sind Parasiten, die sich vom Blut des Wirtes ernähren, den sie befallen. Dazu gehören in der Regel die im Wald lebenden Tiere und die sich im Wald oder Garten aufhaltenden Menschen.

Wo halten sich Zecken versteckt?

Zecken halten sich im Gestrüpp, in hohen Gräsern und Farnen, an Wald- und Wegrändern sowie im Unterholz von Parkanlagen bis zu einer Höhe von etwa 1,5 Metern auf. Sie erkennen ihre potenziellen menschlichen Opfer an Erschütterungen, der Körperwärme, die wir ausstrahlen und an Duftstoffen. Sie lassen sich im Vorübergehen von den Pflanzen, auf denen sie hocken, abstreifen. Dass sie sich von Bäumen herabfallen lassen, trifft nicht zu und entspricht der volkstümlichen Überlieferung.

Wann sind Zecken aktiv?

Zecken werden erst an warmen Frühlings- und Sommertagen bei Temperaturen ab zehn Grad aktiv. Für unsere Verhältinisse entspricht dies etwa den Monaten März bis November. Ihre aktivste Zeit haben sie im Mai/Juni und im September. Mit Vorliebe stechen sie vormittags und am frühen Abend. Sie lieben dünne, warme und feuchte Hautstellen – besonders die Kniekehlen, den Haaransatz, die Region zwischen den Beinen und unter den Armen.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Oft sind die Stiche harmlos und werden nur durch Zufall entdeckt, zum Beispiel beim Duschen oder beim Umkleiden. Zecken können die Haut ein wenig betäuben, so dass der Stich für uns unmerklich geschieht. Folgende Krankheitserreger können sie übertragen:

  • die Borreliose
  • die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)
  • das Zeckenbiss-Fieber

Dabei sind Zecken nur der Zwischenwirte. Sie selbst werden, obwohl sie infiziert sind, nicht krank. Es ist daher empfehlenswert, sich impfen zu lassen, wenn man sich häufig in Wald und Wiesen aufhält.

Was bedeutet FSME?

Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Die medizinische Fachbezeichnung für die Hirnhäute ist Meningen, für das Gehirn selbst Enzephalon, die Endsilbe "itis" deutet auf eine Entzündung hin.

Welcher Erreger verursacht die FSME?

Es handelt sich um ein Virus, das in Europa im Wesentlichen durch infizierte Zecken auf den Menschen übertragen wird. Durch einen Zeckenbiss gelangen die Viren in die Blutbahn des Menschen und können dort die Krankheit auslösen. In den FSME-Gebieten Deutschlands sind ein bis fünf Prozent der Zecken mit dem Virus infiziert. Damit sich der Erreger vermehren kann, ist eine Mindesttemperatur von etwa acht Grad Celsius erforderlich. In Höhen oberhalb von 1.000 Meter halten sich daher keine Zecken auf.

Der Unterschied zur Borreliose

Bei dem Erreger der FSME handelt es sich um einen Virus, bei der Borreliose ist es ein Bakterium. Durch die gleichen Zecken kann auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen werden und zur Lyme-Borreliose führen. Hierbei handelt es sich aber um eine andere Krankheit, die wesentlich häufiger auftritt. Während die FSME in Deutschland nur in bestimmten Regionen vorkommt, ist die Borreliose allgemein verbreitet.

Gibt es jahreszeitliche Häufungen?

Die Krankheit tritt in Abhängigkeit von der Aktivität der virustragenden Zecken bevorzugt im Frühjahr und im frühen Sommer auf. Daher trägt die Erkrankung auch ihren Namen. In manchen Jahren wird auch ein Herbstgipfel beobachtet. Bei warmer Witterung kann sie auch in anderen Jahreszeiten vorkommen.

Wie kommt es zur Infektion?

Die Übertragung erfolgt durch einen Zeckenbiss, sehr selten durch virusinfizierte Milch von Ziegen und Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht, auch geht von Erkrankten keine Ansteckungsgefahr aus.

Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Erkrankung. Nach erfolgter Infektion treten nur bei etwa jedem Dritten Krankheitserscheinungen auf. Der Krankheitsverlauf ist zwei-phasisch. Es kommt zunächst zu grippeähnlichen Symptomen mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche (bis zu 20 Tagen) entsteht bei etwa zehn Prozent dieser Patienten eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoenzephalitis) mit Fieber, Erbrechen bis hin zum Koma.

Vor allem bei älteren Patienten kann sich zusätzlich eine Entzündung im Bereich des Rückenmarkes (Myelitis) entwickeln. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Lähmungserscheinungen (Paresen), aber auch von einem Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft bis Monate nach der eigentlichen Erkrankung anhalten. Erfreulich ist es, dass es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung kommt. Schwere Krankheitsverläufe werden fast nur bei Erwachsenen beobachtet.

Wie lange dauert es bis zum Auftreten von Krankheitssymptomen?

Gewöhnlich sieben bis 14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tagen.

Welche Therapie ist möglich?

Die Therapie erfolgt symptomatisch. Eine spezifische Behandlung gegen das Virus ist nicht verfügbar.

Außer der von Viren ausgelösten FSME können Zecken auch die nicht durch eine Impfung vermeidbare Lyme-Borreliose übertragen, die von Bakterien verursacht wird und sich nicht auf Risikogebiete beschränkt. Die Borreliose ist mit geschätzten 40.000 Neuinfektionen pro Jahr deutlich häufiger als FSME. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika behandeln und verläuft dann meist gutartig. Eine Impfung gibt es noch nicht.

Je schneller die Zecken entdeckt werden, desto besser. Und wer Bescheid weiß, kann die Blutsauger relativ leicht entfernen.

Wie kann ich mein Kind vor Zeckenbissen schützen?

Der beste Schutz ist die richtige Kleidung. Je mehr freie und unbedeckte Hautstellen Ihr Kind hat, desto leichter machen Sie es den Zecken. Einen gewissen Schutz bieten daher zunächst langärmlige T-Shirts und auch lange Hosen. Sie sollten als Eltern auch wissen, dass Zecken nicht nur im Wald sondern auch in höheren Gräsern und Sträuchern und somit auch in Gärten und Parks zu finden sind. Zecken lassen sich gerade bei Kindern gerne im Kopfbereich nieder. Sie suchen wie bereits ausgeführt, gerne warme und feuchte Körperstellen, die finden sie bevorzugt hinter den Ohren. Deshalb kann eine Kopfbedeckung ein wichtiger Schutz sein. Selbstverständlich auch gegen die Sonne! Anti-Zeckenmittel zum Auftragen auf freie Hautstellen bieten einen begrenzten Schutz, das ist ähnlich wie bei Anti-Mückenmitteln.

Die wichtigste Maßnahme können wir uns bei unseren nächsten Verwandten in der freien Wildbahn abschauen. Hier stellt die gemeinsame Fellpflege ein wichtiges Ritual dar. Suchen Sie daher nach jedem Aufenthalt im Freien die Haut Ihres Kindes auf Zecken ab. Unter Umständen bedarf es recht guten Augen, da eine Zecke im sogenannten Nymphenstadium nur etwa Stecknadelkopf groß ist. Haben sie erst einmal genug Blut gesogen, dann sind sie erheblich größer und damit besser sichtbar.

Was tun, wenn eine Zecke am Körper sitzt?

Haben Sie bei Ihrem Kind eine oder mehrere Zecken am Körper gefunden, dann heißt es handeln. Die Dauer des Saugakts ist von entscheidender Bedeutung. Das heißt, je länger der kleine Plagegeist Zeit hat, desto wahrscheinlicher wird eine Krankheitsübertragung. Entfernen Sie bei Ihrem Kind nach Möglichkeit die Zecken nicht selbst, sondern gehen Sie damit zu Ihrem Kinderarzt. Leider ist dies gerade an Wochenenden oder am Abend nicht immer möglich.

Was Sie als Elternteil in einem solchen Fall selber tun können

Wenn Sie Zecken selbst entfernen, verwenden Sie bitte auf keinen Fall die früher propagierten Hausmittelchen. Die sind genauso schädlich wie das Streuen von Mehl auf eine Verbrennung! Tipps von früher umfassten so "nützliche" Dinge wie: Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner. Bitte nicht so! Dadurch verschlimmern Sie die Lage nur noch, indem Sie die Zecke derart ärgern, dass sie in ihrem Erstickungs- oder Todeskampf erst recht Krankheitserreger durch ihr Saugwerkzeug in die Bisswunde einbringt.

Auch Zeckenzangen mit dicken Greifbacken aus Kunststoff eignen sich nach Angaben von Experten nicht für das gefahrlose Entfernen von Zecken aus der Haut. Das meldet der Borreliose Bund Deutschland in Hamburg. Anstatt die Zecke ohne Quetschen herauszuziehen, würden gefährliche Krankheitserreger mit der Zange regelrecht in den Körper gedrückt.

Geeignet: Pinzette und Zeckenschlinge

Für den Laien besser geeignet ist eine spitze, L-förmig gebogene Pinzette oder eine spezielle Zeckenschlinge, mit der das Tier rüttelnd aus dem Körper gehebelt wird.

Fassen Sie die Zecke ausschließlich im Kopfbereich so nah wie möglich am Hautniveau an und heben Sie sie senkrecht an. Ziehen Sie sie mit gleichmäßigem Zug, gerade oder mit einer leichten Drehbewegung langsam heraus. Ob zupfen oder drehen, jeder sollte die Technik nutzen, die eine problemlose Entfernung ermöglicht. Es spielt wirklich keine Rolle, in welche Richtung sie drehen, die Zecke hat kein Gewinde. Nur vermeiden Sie bitte eine komplette 180- bzw. 360 Grad-Drehung.

Das Prinzip lautet: keine Vorbehandlung, kein Quälen, kein Quetschen, so rasch und schonend wie möglich!

Anschließend kann die Wunde desinfiziert werden (Spray) oder mit einer antiseptischen Salbe behandelt werden. Bleibt der Kopf trotz aller Sorgfalt stecken, so birgt er kein direktes Infektionsrisiko. Er wirkt vielmehr wie ein Fremdkörper und kann eine örtliche Infektion oder Fremdkörperreaktion hervorrufen.

Was in der Folgezeit beobachtet werden sollte

Behalten Sie die Einstichstelle noch ein wenig im Auge und kontrollieren Sie sie in den nächsten Wochen. Sollte sich an der betreffenden Stelle oder in der Nähe eine Rötung bilden, so suchen Sie bitte mit Ihrem Kind den Kinderarzt auf. Aber: auch ohne diese Rötung kann eine Erkrankung vorliegen. Sollten sich in den Wochen danach grippeähnliche Symptome, eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen oder ähnliches einstellen, ist ein Arzt aufzusuchen. Bitte setzen Sie ihn über den Zeckenbiss, möglichst mit genauer Ortsangabe in Kenntnis.

Kann eine Impfung schützen?

Die im Volksmund als Zeckenschutzimpfung bezeichnete Impfung kann nicht gegen alle durch Zecken übertragbare Krankheiten schützen. Sie ist ausschließlich gegen die so genannte FSME, die virusbedingte Hirnhautentzündung, gerichtet.

Quelle: freenet.de
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