Gift im Planschbecken

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von Jutta Pöschl

Die Hersteller mischen sogenannte Phthalate, darunter das besonders problematische Tributylzinn in die Weichmacher. Das beeinträchtig die Fortpflanzungsfähigkeit, schädigt Leber und Nieren und steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Zehn von zwölf Planschbecken enthielten laut Auskunft von Ökotest die gefährlichen Weichmacher. Diese können die Fortpflanzungsfähigkeit mindern und Leber oder Nieren schädigen. Die meisten Planschbecken enthalten zudem giftige zinnorganische Verbindungen, die das Immun- und Hormonsystem angreifen. Einige der gefundenen Chemikalien sind in Kinderspielzeug zwar verboten, da sie schon in winzigen Dosen ihre schädliche Wirkung entfalten können, in den Weichmachern der Planschbecken aber dennoch enthalten.

Gerhard Timm vom Umweltverband BUND rät Eltern davon ab, ihre Kinder zur Abkühlung ins Planschbecken zu setzen. Gerade an sehr heißen Tagen lösen sich die Gifte besonders gut aus dem Plastik. Die Chemie gelangt auf diesem Weg über die Haut in den Körper. Schlucken die Kids etwas von dem Badewasser, findet das Gift auf diese Weise in den Körper. Laut BUND schädigt diese Chemikalie nachweislich das Immun- und Hormonsystem.

Nur wenige Chemikalien sind auf ihre Gesundheits- und Umweltrelevanz untersucht worden oder wurden einem Zulassungsverfahren oder einer ökotoxikologischen Bewertung unterzogen. Weichmacher sind feste oder flüssige, organische Verbindungen, die als Additive eine weich machende Wirkung auf Kunststoffe, Textilien, Lacke, Zellglas und Dichtungsstoffe ausüben.

Einige Hersteller hätten zwar die gefährlichen Weichmacher ersetzt. Die Ersatzstoffe selbst seien jedoch noch nicht ausreichend auf ihre Schädlichkeit hin getestet worden.

Aufgrund der gesetzlichen Lücken beim Schutz vor gefährlichen Chemikalien wird auf EU-Ebene derzeit an der Chemikalienreform REACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung von Chemikalien) gearbeitet.

Schädliche Chemikalien sollen verboten und durch ungefährliche ersetzt werden. Im derzeitigen Gesetzesentwurf zu REACH fehlten jedoch diese Mindestanforderungen.

Quellen: BUND,Ökotest Juli 2006

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