Heilsaft Urin: Was ist dran?
Heilsaft Urin: Was ist dran?
Eine Behandlung mit dem eigenen Urin? Da schaudert es viele und dennoch ist diese uralte Heilmethode heute wieder sehr aktuell. Was ist dran am besonderen Saft, welche Anwendungsarten es gibt und bei welchen Kranheiten Eigenurin helfen kann.
Das Wissen um die Heilwirkungen des Urins ist sehr alt und hat sich von den alten Kulturvölkern bis in die heutige Zeit übermittelt. Im alten Ägypten wurde sowohl traditionell die Harnschau praktiziert, bei der über die Beschaffenheit, Farbe, Geruch und Trübung Rückschlüsse auf den Allgemeinzustand des Menschen gezogen wurden, als auch Urin als Therapeutikum angewandt.
Bei Hippokrates (460 vor Christus bis 375 vor Christus) können wir ebenfalls die Empfehlung der Heranziehung von Urin als Diagnoseinstrument und Therapeutikum finden. In der klassischen ayurvedischen Medizin wird Urin seit über 2500 Jahren angewandt, was sich in der heutigen indischen Medizin widerspiegelt, wo die Eigenurintherapie weit weniger kritisch beäugt wird als hierzulande.
Was ist Eigenurintherapie?
Die Eigenurintherapie umfasst verschiedene Formen der inneren und äußeren Anwendung vornehmlich des Morgenurins (Mittelstrahl). Sie gilt innerlich angewandt als eine Reiz- und Regulationstherapie für das Immunsystem. Des Weiteren finden sich im Urin Mineralien und keimtötende Substanzen, weshalb sie äußerlich angewandt bei Wunden, Haut- und Pilzerkrankungen und Neurodermitis als äußerst wirksam gilt. Vor dem Verlassen des Körpers ist Urin eine nahezu sterile Flüssigkeit, die erst nach dem Verlassen des Körpers auf Grund der Zersetzungsprozesse vermehrt Bakterien bildet.
In der alternativen Medizin gibt es verschiedene Anwendungsarten für den Eigenurin:
- Trinken von Eigenurin: Diese Art der Eigenurintherapie ist für viele Menschen immer noch sehr schwer vorstellbar. Hier wird der Mittelstrahl des Morgenurins in einem Behältnis aufgefangen und auf nüchternen Magen getrunken. Diese Kur soll über mehrere Monate vollzogen werden und dient der Immunmodulation – der Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte.
- Hauteinreibungen mit Eigenurin: Der im Urin enthaltene Harnstoff lässt Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Neurodermitis schneller ausheilen. Auch bei Pilzerkrankungen wie etwa Fußpilz wird das Einreiben mit Eigenurin empfohlen, ebenso ist es zur Hautpflege und -straffung geeignet.
- Injizieren von Eigenurin: Bei der Einbringung von Eigenurin per Injektion in den Körper muss strengstens auf die Sterilität des Urins geachtet werden, die durch die Erhitzung des Urins im Wasserbad und die Zusetzung einer desinfizierenden Substanz gewährleistet wird. Auch das Injektionsmaterial muss selbstverständlich steril sein. Urin-Spritzen sollten vom Arzt oder Heilpraktiker gegeben werden. Zumeist wird der Eigenharn in den Gesäßmuskel injiziert oder subkutan unter die Haut eingebracht, was ebenfalls der Immunmodulation dient.
- Homöopathische und andere Aufbereitungen von Eigenurin: Für die zaghafteren Patienten, die den nachvollziehbaren Ekel vor dem besonderen Saft nicht überwinden können, gibt es auch eine geruchs- und geschmacksneutralere Lösung, nämlich die der Herstellung von homöopathischen Präparaten aus dem steril gemachten Eigenurin. Außerdem werden auch Salben und Tinkturen hergestellt. Näheres über diese Aufbereitungen erfahren Sie unter Eigenurin.de.
Die Eigenurintherapie wird bei akuten und chronischen Allergien, Wunden und bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Ekzemen, Neurodermitis und Dermatitis äußerlich wie innerlich eingesetzt. Akute und chronische Erkrankungen, die der Abwehrstärkung bedürfen, werden ebenfalls mit der Eigenurintherapie behandelt.
Beim Trinken des Eigenurins sollte darauf geachtet werden, dass er möglichst nach Entleerung frisch verwendet wird, da er wie oben bereits beschrieben sehr schnell Bakterien bildet.
Kontraindikationen der Eigenurintherapie
Bei folgenden Erkrankungen wird empfohlen von der Eigenurintherapie abzusehen:
- Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen (Blasenentzündung, Harnleiterinfektion oder Nierenbeckenentzündung)
- Diabetes
- Tuberkulose
- Fortgeschrittene Krebserkrankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Akute Erkrankungen mit hohem Fieber
Vor Erwägung einer Eigenurintherapie rate ich Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker zu halten, der zum einen die Beschaffenheit und Zusammensetzung Ihres Urins analysieren und Sie hinsichtlich der Therapie beraten kann.
Ein Tipp zum Schluss
Wer den Geruch und Geschmack seines Urins als nicht angenehm empfindet, kann diesen durch seine Ernährung durchaus regulieren. In diesem Falle gilt: Einfach mal ausprobieren, wie der Urin sich nach einer Ernährungsumstellung beispielsweise mit mehr Früchten verändert!
Autor: Caroline Katzenbach
