Osteoporose

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von Jutta Pöschl

Auch gesundheitsbewusste Frauen, die Ihre regelmäßigen ärztlichen Vorsorgetermine wahrnehmen, sind häufig von altersbedingtem Knochenabbau, Osteoporose genannt, betroffen. Doch eine neue, spektakuläre Schlüssellochmedizin erspart eine Op.

Der beginnt übrigens viel früher als gedacht, nämlich schon ab ungefähr 35 Jahren. Besonders häufig sind jedoch älteren Frauen von Osteoporose betroffen. Schuld daran ist in erster Linie das Nachlassen der Produktion des weiblichen Hormons Östrogen. Die meisten Frauen verlieren wertvolle Knochensubstanz in den Wechseljahren, wenn der Geschlechtshormonspiegel absinkt. Das hängt damit zusammen, dass die Östrogene die Aufnahme von Calcium in den Knochen steuern und Calcium der wesentlichste Knochenbaustein ist. Ist der Knochen zu stark angegriffen, brechen die Wirbel unter der Last des Körpers zusammen. Optisch kann man sich das wie einen Schwamm vorstellen, den man mit der Hand zusammendrückt.

Sehr schlanke Frauen können auch schon in jüngeren Jahren an Osteoporose erkranken. Weiterhin sind vor allem die Frauen häufiger vom Knochenschwund betroffen, die keine Kinder haben und früh in die Wechseljahre kommen. Mit zunehmendem Alter tritt die gefürchtete Krankheit immer häufiger auf. Bei fast der Hälfte aller Frauen über 50 kommt es zu mindestens einem Knochenbruch, der auf Osteoporose zurückzuführen ist.

Leider wird die Problematik häufig nicht ernst genommen, weil zunächst noch keine Schmerzen spürbar sind, wenn sich die Knochensubstanz verringert. Deshalb wird Osteoporose bei vielen Frauen erst spät entdeckt und häufig ungenügend behandelt. Mögliche Folgen sind Knochenbrüche mit anschließenden starken und dauerhaften Schmerzen. Schreitet die Krankheit fort, reichen kleinste Belastungen für einen Knochenbruch aus.

Liegt erst einmal ein durch Osteoporose bedingter Knochenbruch vor, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Folgebrüche bis auf das Zwölffache. 20 Prozent der Patienten werden nach einem Oberschenkelhalsbruch sogar versorgungspflichtig Invalide und alarmierende 50 Prozent der Osteoporose-Patienten erleiden nach einem Oberschenkelhalsbruch einschneidende Einschränkungen ihrer zuvor selbstständigen Alltags ? Bewältigung.

Deshalb lieber rechtzeitig vorbeugen. Kalzium und Vitamin D sind äußerst wichtig um das Osteoporoserisiko zu senken. Vitamin D bekommen wir sogar als Gratisgeschenk der Natur, nämlich von der Sonne. Das wichtige Vitamin sorgt dafür, dass genügend Calcium, für starke Knochen, aufgenommen werden kann. Milchprodukte, Käse oder Broccoli, Haselnüsse oder Feigen sind wahre Calciumbomben. Ausreichend körperliche Bewegung und eine allgemein ausgewogene Ernährung, sowie die Vermeidung von Übergewicht tragen weiter dazu bei, das Osteoporoserisiko zu vermindern. Auch spektakuläre, neue Techniken in der Medizin geben Anlass zur Hoffnung.

Radiologen können inzwischen eine schnelle Schmerzlinderung durch die sogenannte Vertebroplastie bewerkstelligen. Das neue Verfahren ermöglicht es, dem Osteoporosepatienten die Operation zu ersparen. Mithilfe bildgebender Verfahren sehen die Radiologen, sozusagen live, ins Innere des Patienten während sie ihn behandeln. Wie in dem unvergessenen Film Reise ins Ich mit Dennis Quaid, ist dazu nur ein Nadelstich notwendig. Anhand der CT-Bilder erkennen die Radiologen, dreidimensional, das genaue Krankheitsausmaß und können mit medizinischem Zement die beschädigten Wirbel stabilisieren. Die permanente Beobachtung am Bildschirm verhindert, dass der Zement nicht in umliegendes Gewebe gelangt, sondern punktgenau da eingebracht wird, wo er wirken soll. Nach wenigen Minuten ist das Material ausgehärtet und kann sogar stärker belastet werden, als der eigene Knochen. Der Eingriff selbst findet bei lokaler Betäubung statt, teilweise auch ambulant, und dauert maximal 60 Minuten.

Den Betroffenen wird durch die sogenannte Interventionelle Radiologie ein Stück Lebensqualität wieder geschenkt. Schon kurz nach dem Eingriff soll eine deutliche Schmerzlinderung eintreten, die Patienten können sich wieder uneingeschränkter und schmerzfreier Bewegen und tragen nicht einmal eine Operationsnarbe davon. Wer jedoch erst gar keine durchlöcherten Knochen hat, die ihm Schmerzen bereiten, der weiß: Vorbeugen ist besser als Heilen.

Quellen: Kuratorium Knochengesundheit e. V. - Pressemitteilung Deutscher Röntgenkongress

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