Potenzkiller Radfahren?

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© Getty Images
03.08.2009 - 14:30 Uhr

Radfahren soll impotent machen, das klingt nach einem schlechten Scherz. Was ist dran an dieser Aussage und wie kann Mann sich schützen?

Die Sonne lacht und die Temperaturen werden immer angenehmer – Frühling ist die Zeit, um endlich das Fahrrad aus der Garage zu holen und ein paar Kilometer zu radeln. Gesund soll das sein und außerdem hilft es gegen die Speckröllchen, die sich im Winter um die Hüfte angesiedelt haben. Doch viele Fahrradfahrer klagen darüber, dass sich schon nach ein paar Kilometern Penis und Hodensack taub anfühlen wie eingeschlafene Füße.

Sattel als Potenzkiller
Das ist nicht nur unangenehm, sondern ist auch eine echte Gefahr für die Potenz. Das Radfahren selbst ist dabei gar nicht mal das Problem, es kommt vielmehr auf den Sattel an. Die langgezogene Nase der sportlich schicken Sitzkissen klemmt die Arterien ab, die den Penis mit Blut versorgen sollen – eine unzureichende Durchblutung ist die Folge.

In einer Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Frank Sommer wurde mit einer Spezialsonde die Sauerstoffversorgung der Penisspitze bei 46 jungen Männern untersucht, die auf verschiedenen Sätteln radeln mussten.

Das Ergebnis war deutlich: Die schlechteste Durchblutung und damit den geringsten Sauerstofftransport zum Penis verursachte ein schmaler, gepolsterter Rennsattel (minus 82 Prozent), ein Rennsattel mit V-Kerbe an der Nase reduzierte den Sauerstoff immer noch um 72 Prozent und selbst ein klassischer Ledersattel schnitt 62 Prozent des Sauerstoffes ab. Testsieger war ein altmodischer Damensattel ohne Nase, hier reduzierte sich die Sauerstoffzufuhr nur um 20 Prozent.

Das Ergebnis deckt sich mit den Ergebnissen einer Untersuchung der Kölner Universitätsklinik für Urologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaften. Demnach klagen etwa 13 von 100 Amateur-Langstreckenradlern über Probleme mit der Potenz, bei entsprechenden Nicht-Radfahrern betrug die Zahl nur knapp vier.

Die Ergebnisse lassen aufhorchen, sind jedoch kein Grund zu verzweifeln. Die Industrie hat auf diese Untersuchungen bereits reagiert und einige ergonomische Sättel auf den Markt gebracht: so den amerikanischen "Easy Seat" ohne Nase oder den sportlicheren "SQ-Seat 601" mit einer deutlichen Einkerbung an der Spitze. Sollte kein solcher Sattel auf Ihrer Sattelstange montiert sein, gilt es sich an drei Regeln zu halten:

  • Kaufen Sie einen möglichst breiten Sattel, mit dem Sie vor allem das Becken belasten.
  • Stellen Sie den Sattel niemals so ein, dass die Nase nach oben ragt. Der Sattel sollte immer waagerecht oder besser noch vorn abfallend montiert werden.
  • Stehen Sie beim Radeln häufiger auf, dadurch wird die Durchblutung immer mal wieder angeregt.

Aufs Radfahren nicht verzichten!

Insgesamt empfehlen die Wissenschaftler das Radfahren weiterhin, da die gesundheitlichen Vorteile die Gefahren bei weitem überragen. Für Herzkranke soll sich sogar die Potenz durch Radfahren erhöhen, wie es im November 2001 auf dem Internationalen Herzkongress in Anaheim, Kalifornien, hieß. Einer italienischen Studie zufolge erhöht sich die Herzleistung der Kranken und damit auch die Blutversorgung ihrer Genitalien durch die sportliche Betätigung deutlich. Bei ihnen kann das Radfahren also vielleicht sogar die Potenzpille ersetzen.

Autor: Achim Raschka

Quelle: freenet.de
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