Tipps gegen Akne

Akne
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Akne

 

Von content-it

Ein kleiner Pickel ist für viele schon ein Desaster. Sofort werden alle kosmetischen Register gezogen, um dem Übeltäter den Garaus zu machen. Es wird gedrückt, gecremt und abgedeckt. Hauptsache die hässliche Hautveränderung verschwindet. Aknepatienten haben für so ein Verhalten kaum Verständnis. Sie müssen nicht mit unauffälligen Pickelchen leben, sondern mit entstellenden Pusteln. Akne ist zwar für den Körper keine enorme Belastung, sehr wohl aber für die Psyche. Für die Betroffenen ist die offensichtliche Hauterkrankung mit einem ungeheuren Leidensdruck verbunden.

Hyperaktive Talgdrüsen

Die Akne vulgaris tritt meist während oder vor der Pubertät das erste Mal auf. Sie zeigt sich im Gesicht, auf Hals, Schultern, Brust, Nacken und Rücken. Hervorgerufen wird die Akneform durch hyperaktive Talgdrüsen.

Die Drüsen, die in der Hautoberfläche sitzen, produzieren in der Pubertät mehr Talg. Es kommt zu Verhornungsstörungen am Talgdrüsenausgang - der Talg kann nicht mehr richtig abfließen. Folge: Die Hautporen verstopfen, und es bilden sich geschlossene oder offene Mitesser.

Geschlossene Mitesser sitzen unter der Hautoberfläche und sind als kleine Erhöhung ertastbar. Bei offenen Mitessern ist die Pore geöffnet und man erkennt den typischen schwarz gefärbten Pfropf. Der Talg in den Mitessern ist ein idealer Tummelplatz für Bakterien. Diese lösen Entzündungen aus, die wiederum als Pickel sichtbar werden. Die eitergefüllten Pusteln sind bei einigen nur stecknadelgroß, andere leiden unter regelrechten Abszessen oder Eiterbeulen (Karbunkeln).

Was löst Akne aus?

Die belastende Hautkrankheit hat nicht nur eine Ursache. Man geht davon aus, dass mehrere Faktoren zusammen kommen müssen, um eine Akne hervorzurufen:

Veranlagung

Aknebildung ist wahrscheinlich vererbbar. Litt ein Elternteil darunter, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Nachwuchs auch davon geplagt wird. Vererbt wird nicht nur die Aktivität der Talgdrüsen, sondern auch ihre Verteilung, z. B. im Gesicht oder auf Rücken oder Dekollete.

Hormone

Während der einsetzenden Geschlechtsreife werden jede Menge geschlechtspezifischer Hormone ausgeschüttet. Auf den plötzlichen Hormonschub reagieren Jugendliche ganz unterschiedlich. Während die einen nur hier und da einen Pickel ausbilden, leiden andere wiederum unter ausgeprägter Akne. Für die Teenager sind die unschönen Hautveränderungen ein großes Problem. Gerade jetzt reagieren die Heranwachsenden sehr sensibel auf ihr Äußeres.

Psyche

Leidet die Seele, leidet auch der Körper. Anscheinend wirkt sich die Gemütsverfassung auch auf die Haut aus. Stress kann eine verstärkte Talgbildung zur Folge haben. Und das wiederum bedeutet, dass die Akne regelrecht aufblüht.

Kleine Pickel, große Pusteln

An Akne können Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männer gleichermaßen erkranken. Allerdings leidet das weibliche Geschlecht länger an den unschönen Hautveränderungen. Dafür ist bei ihnen die Akne meist weniger ausgeprägt. Auffällig ist, dass die Beschwerden oft besonders schwer und hartnäckig sind, wenn die Hautkrankheit relativ früh auftritt.

Man unterscheidet leichte, mäßig schwere und schwere Akne. Abhängig vom Stadium der Hauterkrankung zeigen sich zunächst offene oder geschlossene Mitesser. Kommt es zu Entzündungsreaktionen, rötet sich die betroffene Region. Es bilden sich Pickel oder Pusteln mit Eiterpfropfen. In schweren Fällen entstehen regelrechte Abszesse. Dann besteht auch die Gefahr, dass Aknenarben oder sogar Wulstnarben, sogenannte Keloide, zurückbleiben. Ein Narbenrisiko besteht übrigens auch, wenn man laienhaft an Mitessern oder Pickeln herumdrückt.

Wie lange man von einer Akne vulgaris geplagt wird, lässt sich nicht voraussagen. Einige Patienten werden ?nur? ein paar Monate heimgesucht, andere ein Jahrzehnt oder länger. Das Tückische: Man kann jahrelang Ruhe haben und plötzlich tritt die Hauterkrankung wieder auf.

Neben der bekannten Akne vulgaris, gibt es noch andere Akneformen:

Anabolakne

Diese Akneform wird durch das Einnehmen oder Spritzen von Hormonen in hohen Dosen hervorgerufen. Ziel der Hormongabe ist es, möglichst schnell und viel Muskelmasse aufzubauen. Anabolakne zeigt sich häufig bei Leistungssportlern und Bodybuildern.

Kontaktakne (Akne venenata)

Diese Hauterkrankung wird durch den Kontakt mit bestimmten chemischen Verbindungen verursacht, beispielsweise Chlor, Teer, Pech oder Öl.

Spätakne (Akne tarda)

Selbst wenn man als Jugendlicher eine pickelfreie Samthaut hatte, kann man im Erwachsenenalter Akneprobleme bekommen. Das betrifft oft Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Mögliche Auslöser können das Absetzen der Antibabypille, Stress oder Übergewicht sein.

Kosmetikakne

Zuviel des Guten ist nicht immer gut. Wird die Haut überpflegt, reagiert sie darauf häufig mit akneähnlichen Hautveränderungen. Vor allem auf fetthaltige Produkte reagiert sie empfindlich. Pickel und Pusteln verschwinden oft erst nach monatelanger Kosmetikabstinenz.

Akne inversa

Schwere Form der Akne, an der hauptsächlich Erwachsene, vor allem Männer, leiden. Auslöser sind nicht die Talgdrüsen, sondern entzündete Haarfollikel. Betroffene Regionen sind Gesicht, Schultern, Nacken, Brust, Rücken, Achseln sowie Genital- und Gesäßbereich.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich immer nach der Schwere der Akne. Abhängig davon wird eine äußere, innere oder kombinierte Therapie angewandt.

Innere Behandlung

Antibiotika: Bestimmte Antibiotika wirken nicht nur den Entzündungsprozessen entgegen, sondern verringern auch die Talgproduktion.

Hormone (nur für Frauen):Häufig wirkt die Einnahme der ?Pille? aknelindernd. Ähnlich wirken Hormontherapien mit Östrogenen und Antiandrogenen.

Isotretinoin: Dieser Wirkstoff ist ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure und wird nur bei schwerer bis sehr schwerer Akne eingesetzt. Er hemmt zwar erfolgreich die Talgproduktion, hat allerdings starke Nebenwirkungen. So sollten z.B. gebärfähige Mädchen und Frauen das Mittel nicht einnehmen, da es bei einer Schwangerschaft stark fruchtschädigend wirkt.

Äußere Behandlung

Antibiotika: Antibiotische Salben bekämpfen Erreger und damit auch Entzündungen. Allerdings kann der häufige Gebrauch zu einer Unempfindlichkeit (Resistenz) führen.

Benzoylperoxid (BPO): Ist in speziellen Cremes und Waschlotionen enthalten. Es wirkt antimikrobiell, hemmt also die Erregerbildung und beugt so Entzündungen vor. Es hat keinen Einfluss auf die Talgproduktion.

Vitamin A-Säure (Retinoide): Wird lokal aufgetragen. Retinoide haben eine hautabschälende und talghemmende Wirkung. Kann zu Hautreizungen führen (Rötungen, Brennen etc.).

Fruchtsäure: Wirkt ähnlich wie Vitamin-Säure. Ist allerdings nicht so effektiv, dafür aber sanfter zur Haut.

Vorbeugung

Abhängig von der Veranlagung und Empfindlichkeit lässt sich eine Akne zwar nicht unbedingt verhindern, aber zumindest eine Verschlimmerung vermeiden:

Achten Sie auf eine regelmäßige Pflege und Reinigung der Haut. Dazu gehört auch ein mildes Peeling ein- bis dreimal wöchentlich. Die Produkte sollten auf Ihre Hautprobleme abgestimmt sein. Fettreiche Cremes sind Gift für hyperaktive Talgdrüsen.

Gehen Sie sorgfältig mit Ihrer Haut um. Kräftiges Reiben und Rubbeln führt zu Irritationen.

Nicht an Pusteln herumdoktern! Das unfachmännische Ausdrücken von Pickeln kann zu Infektionen und Narbenbildung führen. Das sollten Sie der Kosmetikerin überlassen. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte sich vom Profi zumindest zeigen lassen, wie es richtig geht.

Kosmetische Behandlungen können der Pickelbildung vorbeugen. Die Kosmetikern weicht die Haut auf, reinigt sie und entfernt die Mitesser.

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