Wie lange schützt eine Alltagsmaske?

Der Mund-Nasen-Schutz ist längst ein treuer Begleiter geworden.
Nach drei bis vier Stunden Tragezeit am Stück sollte die Maske
getauscht werden.
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Der Mund-Nasen-Schutz ist längst ein treuer Begleiter geworden. Nach drei bis vier Stunden Tragezeit am Stück sollte die Maske getauscht werden.

© Christin Klose

Ob selbstgenähte Maske oder Einweg-Variante: Mund-Nase-Bedeckungen behalten nur ihre Wirkung, wenn sie regelmäßig gewechselt werden. Wie lange hält der Schutz an?

Berlin (dpa) - In Corona-Zeiten sollte ein Mund-Nasen-Schutz unser treuer Begleiter sein. Doch manche ziehen ihn bei Bedarf aus der Hosentasche, andere tragen ihn unterm Kinn oder lassen ihn lose am Handgelenk baumeln, wenn er nicht gebraucht wird.

Dabei bleibt die Hygiene oft auf der Strecke. Wie lange schützt so eine Maske?

  • BEHAUPTUNG: Eine Alltagsmaske muss nach jedem Tragen sofort erneuert oder gereinigt werden.
  • BEWERTUNG: Nicht unbedingt. Spätestens nach drei bis vier Stunden Tragezeit am Stück sollte die Maske jedoch getauscht werden.
  • FAKTEN: In Deutschland gilt bundesweit Maskenpflicht in Handel und Nahverkehr. Oft zu sehen sind dabei einfache Alltagsmasken. Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bieten diese zwar keine nachgewiesene Schutzwirkung gegen das Virus, dienen aber als Barriere für den Tröpfchenauswurf des Maskenträgers. Sie können damit Studien zufolge die Gefahr einer Übertragung zumindest ein Stück weit verringern.

"Die Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden", heißt es vom BfArM auch.

Infektiologen wie Sebastian Lemmen von der Uniklinik Aachen werfen die Frage auf, wie das im Alltag umzusetzen wäre - und zweifeln an der Praxistauglichkeit. Viele tragen ihre Maske sicherlich mehrmals, ohne sie jedes Mal zu reinigen.

So pflegen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz

  • Tipp 1
    Beim Tragen der Maske ist es wichtig, dass diese gut am Gesicht anliegt. Die Maske sollte auch immer mehrere Lagen enthalten. 
  • Tipp 2
    Beim Hantieren mit dem Schutz ausschließlich die Bänder anfassen. Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände vor und nach dem Benutzen. Bevor Sie die Maske ablegen, sollten Sie sie wieder gründlich reinigen.
  • Tipp 3
    Die Lagerung der benutzten und unbenutzten Masken ist wichtig. Der Mundschutz muss gut trocknen können, ohne dass er Berührungspunkte mit anderen Atemmasken oder Gegenständen hat. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Haken an der Wand.
  • Tipp 4
    Die Mund-Nasen-Maske soll nur von einer Person getragen werden. Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei Zahnbürsten: Markieren Sie Ihre eigene und teilen Sie diese nicht mit anderen. Bei der Unterscheidung hilft die Stoffauswahl oder Markierungen auf den Masken.
  • Tipp 5
    Die korrekte Reinigung von Masken ist sehr wichtig. Nach Benützung ist sie bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Ein besonderes Waschmittel ist nicht nötig.
  • Tipp 6
    Medizinische Masken sind prinzipiell ein reines Einwegprodukt. Da die Schutzmasken jedoch sehr gefragt sind, sind viele auf Mehrfachverwendung aus. Der Mundschutz lässt sich bei 70 Grad Celsius im Backrohr trocknen. Bei FFP-Masken sind Gummi und Filter heikel. Für eine schonende Reinigung legen Sie die Maske mit der Vorderseite nach unten auf zwei Schalen mit jeweils 50 Milliliter lauwarmen Wasser in die Mikrowelle. Bei 750 Watt wird der Schutz zwei Minuten lang getrocknet. Wichtig ist, dass der Atemschutz immer einwandfrei ist und keine Beschädigungen aufweist.

Das sei erstmal kein Problem, sagt der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg. Dem Experten zufolge kann die Alltagsmaske in einem gewissen Zeitfenster durchaus beliebig oft getragen werden.

Wie lange am Stück man einen Mundschutz tragen kann, hängt vor allem von der körperlichen Aktivität ab. Absetzen und auswechseln sollte man ihn sofort, wenn er feucht ist, empfiehlt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Spätestens aber nach drei bis vier Stunden.

Das passiert, wenn die Maske zu lange getragen wird

Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik, das die Tragedauer von Schutzmasken untersuchte, lässt die Filterwirkung mit zunehmender Feuchte nach. Runter muss die Maske demnach "spätestens bei einer kompletten Durchfeuchtung", denn dann bestehe "die Gefahr einer Infektionsbrücke zwischen tragender Person und der Umgebung".

Soll heißen: Beim Husten oder Niesen könnten dann Tröpfchen von der Außenfläche der durchfeuchteten Maske in die Umgebung geschleudert werden - und andere möglicherweise mit dem Erreger anstecken.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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