Woher kommt Sex-Appeal?

Woher kommt Sex-Appeal?
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Woher kommt Sex-Appeal?

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29.06.2011 - 15:00 Uhr

Neben individuellen Düften, die bei uns Menschen mehr oder weniger wirksam sind, bestimmt vor allem unser äußeres Erscheinungsbild die Attraktivität. Aber was ist es genau? Die gerade Nase, volle Lippen, ein rundes Gesicht?

Begegnen wir einem Menschen zum allerersten Mal, dann gehen wir automatisch eine natürliche Checkliste durch. Wir schätzen das Alter, die Größe und die Proportionen ab. Wir beurteilen Schönheit, Eleganz und Gesundheit und messen den Sexappeal. Dabei nehmen spezifische Reize wahr, die jeder Mensch individuell empfindet. Dazu gehört die Stimme oder die Haarfarbe des potentiellen Partners. Diese Wahrnehmungen lösen bewusste oder unbewusste Reaktionen in uns aus. Sie sind maßgeblicher Bestandteil unserer abschließenden Beurteilung, denn Attraktivität ist das, was man unmittelbar an einer Person wahrnehmen kann, ohne dass es zu einer konkreteren Annährung kommt.

Auch der gesellschaftliche Status entgeht den kritischen Blicken nicht. Normalerweise ziehen wir zur Sexappeal-Beurteilung Äußerlichkeiten die Kleidung des Gegenüber heran. Gewährt uns der potenzielle Partner einen tieferen Einblick, machen wir uns auch an die Beurteilung von Dingen wie Bewegungsqualität, also die Eleganz und die Geschmeidigkeit, sowie an die Beurteilung von Verhaltensmustern. Der Check muss genau sein, schließlich fällen wir ein Urteil über die essentielle Frage: Passt er oder sie zu mir?

Die genannten Faktoren und unsere persönliche Sexappeal-Bewertung dieser Faktoren haben einen Einfluss darauf, ob wir einen Menschen attraktiv finden oder nicht. Haben wir nur begrenzt Zeit für dieses Urteil, so werden nur die unveränderlichen äußeren Faktoren bewertet - das physiologische Erscheinungsbild. Dabei steht das Gesicht im Mittelpunkt dieser Bewertung und bildet das Hauptmerkmal für das individuelle Erscheinungsbild.

Eine Studie der Universität Regensburg hat sich mit der Frage beschäftigt, was ein Gesicht attraktiv macht und welche sozialen Konsequenzen diese Attraktivität hat. Dazu überprüften sie drei Thesen, die zuvor von anderen Wissenschaftlern aufgestellt wurden. Die wichtigste Komponente dieser Studie war ein Computerprogramm, das es den Wissenschaftlern ermöglichte, täuschend echte, künstliche Gesichter zu erzeugen.

  • durchschnittliche Gesichter sind am attraktivsten
  • symmetrische Gesichter sind besonders attraktiv
  • die Merkmalsausprägung "Reifezeichen" gepaart mit unterschiedlichen Merkmalen des sogenannten Kindchenschemas macht besonders attraktiv

Durchschnittsgesichter
Tatsächlich konnten die Wissenschaftler die These bestätigen, dass durchschnittliche Gesichter am attraktivsten sind und am meißten Sexappeal haben. Ausschlaggebend ist hierbei die Attraktivität der Ausgangsgesichter, die für die Ermittlung des Durchschnittsgesichtes herangezogen werden. Durchschnittlich attraktive Gesichter bleiben auch bei einer Vermischung attraktiver und durchschnittlich unattraktive Gesichter unattraktiv.

Symmetrie: Der Schlüssel zur Schönheit?
Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Gesichter, die asymmetrisch sind als unattraktiv bewertet wurden. Das heißt jedoch nicht, dass unattraktive Gesichter asymmetrisch sein müssen. Gleiches gilt für symmetrische Gesichtsformen: Symmetrie ist zwar ein Faktor, der die Attraktivität beeinflusst, sie spielt aber keine so große Rolle wie ursprünglich angenommen. Zudem ist die Asymmetrie der meisten Gesichter so gering, dass man schon sehr genau hinsehen muss, um Unregelmäßigkeiten in den Gesichtshälften zu erkennen.

Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass Frauen besonders attraktiv sind, wenn ihr Gesicht kindhafte Gesichtszüge aufweist. Typische Merkmale dieses Schemas sind:

  • großer Kopf
  • große, dominant, gewölbte Stirn
  • relativ weit unten liegende Gesichtsmerkmale (Augen, Nase, Mund)
  • große, runde Augen
  • kleine, kurze Nase
  • runde Wangen
  • kleines Kinn

Eine Erklärung suchen viele Wissenschaftler in der Evolutionsbiologie. Sie gehen davon aus, dass es eine Zeit gab, in der es für Männer ein Vorteil war, eine junge Frau als Fortpflanzungspartnerin auszuwählen, denn Jugend steht für Gesundheit und lange Fruchtbarkeit. Diese These ist jedoch umstritten. Aus verschiedenen Untersuchungen weiß man, dass auch Zeichen von Reife eine Frau attraktiv wirken lassen können. Dazu zählen hohe ausgeprägte Wangenknochen und konkave Wangen. Ein solches Gesicht signalisiert dem Mann, dass die umworbene Frau geschlechtsreif ist.

Forscher stellten fest, dass Gesichter mit einem Kindchenanteil von 10-50 Prozent als besonders attraktiv bewertet werden und besonders viel Sexappeal haben. Einen Haken hat die Studie allerdings: All diese Gesichter wurden am PC simuliert und existieren in der Natur nicht. Die typischsten Merkmale der attraktivsten Gesichter sind somit für Männer und Frauen relativ ähnlich.

Merkmale der attraktivsten Frauen:

  • braune Haut
  • schmales Gesicht
  • volle, gepflegte Lippen
  • weiter Augenabstand
  • dünne Augenlider
  • mehr, längere und dunkle Wimpern
  • dunkle und schmale Augenbrauen
  • hohe Wangenknochen
  • schmale Nase

Merkmale der attraktivsten Männer:

  • braune Haut
  • schmales Gesicht
  • volle Lippen
  • dünne Augenlider
  • mehr und dunkle Wimpern
  • dunkle Augenbrauen
  • hohe Wangenknochen
  • markanter Unterkiefer und markantes Kinn

Bei ihren Untersuchungen fanden die Forscher außerdem heraus, dass einem attraktiven Gesicht automatisch eine ganze Reihe positiver Eigenschaften wie Erfolg, Zufriedenheit, Sympathie, Intelligenz, Geselligkeit, Kreativität und Fleiß zugeschrieben wird. Die meisten wissen, dass Äußeres nicht viel über die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften einer Person aussagt. Trotzdem sind Äußerlichkeiten bei der Beurteilung von Menschen entscheidend. Die Quintessenz einer neuen Studie: "Je attraktiver jemand ist, desto mehr Gehalt verdient er" und Dicke gelten als "dumm, faul, langsam und frustiert, andererseits aber auch als humorvoll, gesellig und kontaktfreudig."

Mehr Körpergröße bedeutet mehr Bruttolohn
Die Macht der Vorurteile ist so stark, dass im Berufsleben schiere Körpergröße über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Wer groß ist, dem werden Durchsetzungsvermögen und Führungswille zugetraut. Größe kann auch dazu führen, dass in Bewerbungsgesprächen großen Menschen der Vorzug gegeben wird. Bei Frauen spiele die Körpergröße im Job eine geringere Rolle.

Von gutem Aussehen und Sexappeal profitieren beide Geschlechter. «Je attraktiver jemand wahrgenommen wird, desto positiver wird er beurteilt», sagt Prof. Manfred Hassebrauck von der Universität Wuppertal gegenüber der dpa. Schöne Menschen werden dem Sozialpsychologen zufolge für intelligenter und kompetenter gehalten. Auch hier machen sich die Vorurteile auf dem Konto bemerkbar: «Es gibt Studien, die beweisen, je attraktiver jemand ist, desto mehr Gehalt verdient er», sagt Hassebrauck. Vor allem Männer profitierten davon. Bei Frauen ist die Körperfülle wichtiger denn schlanke Frauen werden positiver beurteilt als Dicke. Studien haben gezeigt, dass dicke Frauen im Schnitt schlechter bezahlt werden, weil man sie für weniger intelligent, und für undiszipliniert und unmotiviert hält.

Schlechte Karten: Rothaarige Männer, Glatzenträger und der klassische Blondinentyp
Vor allem rothaarige Männer würden negativ beurteilt, sagt Ronald Henss, Psychologe an der Universität Saarbrücken gegenüber der dpa. «Man hält sie nicht für intelligent, glaubt sie seien nervöser». Bei rothaarigen Frauen komme es daneben immer auch auf das Gesicht an. Sie würden dann als temperamentvoll und rassig oder als unbeherrscht und nervös gelten.

Blonde Frauen werden allgemein als attraktiv beurteilt und ihnen wird viel Sexappeal zugeschrieben. Nur der klassische Blondinentyp - Frau mit guter Figur, jugendlicher Ausstrahlung und hellblonden längeren Haaren - besitzt ein schlechtes Image. Blondinen werden oft für naiv und dumm gehalten. Auch Glatzenträger müssen mit Vorurteilen rechnen. Man traut ihnen nicht zu, dass sie Erfolg bei Frauen haben. Auf die Beurteilung der Intelligenz hate eine Glatze dagegen keinen Einfluss.

Quelle: freenet.de
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