Macht Sport dumm?

Übertreiben Sie es nicht mit dem Sport, sonst wissen Sie
irgendwann nicht mehr, warum
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Übertreiben Sie es nicht mit dem Sport, sonst wissen Sie irgendwann nicht mehr, warum

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15.04.2011 - 12:00 Uhr

Zehn Beweise, dass die richtige Dosis Sport schlau macht – und zehn Beweise, dass falsch betriebener Sport dumm macht.

NEIN
Zehn Gründe dafür, dass Sport schlau machen kann:
1. Den Herzschlag durch Bewegung zu erhöhen ist das Beste, was Sie für Ihr Gehirn tun können. Mit dem Puls steigt die Kerntemperatur im Kopf und seine Sauerstoff-Versorgung. Beide Faktoren beschleunigen alle chemischen Prozesse im Gehirn – ob Sie sich bei Ihrem neuen Chef oder Laetitia Casta in Strapsen vorstellen.
2. Sport ist das beste Mittel gegen Stress. Dafür gibt es biochemische und (viel einfacher) psychologische Gründe: Körperliches Training, so Studien-Ergebnisse, erinnere das Gehirn an unbeschwerten Spielspaß in der Kindheit, befreie es so aus der Tretmühle der Verpflichtungen.
3. Besonders Bewegung im aeroben Belastungsbereich (also alle Übungen, die Sie gleichmäßig 30 Minuten durchhalten können) setzt körpereigene Morphine, sogenannte Endorphine, frei. Sie heben die Laune und beruhigen. Ideal gegen Lampenfieber, Durchhänger, Beziehungsstress.
4. Regelmäßiger Sport ist eine kluge, erfolgversprechende Vorsorge für viele schwere Krankheiten. Die enorme Prophylaxe-Wirkung bei Herzinfarkt und Schlaganfall ist inzwischen hinlänglich bekannt. Doch Forscher an der Universitätsklinik in Cleveland/Ohio haben auch einen Zusammenhang zwischen regelmäßiger körperlicher Bewegung und dem Schutzeffekt vor einer der grausamsten Krankheiten unserer Zeit nachweisen können: Sport bremst Alzheimer.
5. Sportler können sich mehr merken als Nicht-Sportler. Die
Erklärung: Wie gut das Gedächtnis funktioniert, entscheidet sich an der Schnittstelle zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Die Übertragung zwischen beiden Speichern besorgen vornehmlich die Neurotransmitter Epinephrin und Norepinephrin. Bei physischer Belastung werden diese beiden Botenstoffe im Körper vermehrt freigesetzt, anschließend klappt die Übermittlung zwischen den beiden Gedächtnisspeichern ganz einfach besser.
6. Sport verschafft den großen Überblick. Denn die körperliche Bewegung regt die Serotonin-Produktion an. Serotonin ist ein "Chef-Hormon“: Es geht meist einher mit der Fähigkeit, Abstand zu gewinnen und den Überblick zu behalten.
7. Sportler sind die besseren Liebhaber. Vorausgesetzt, sie betreiben einen Wettkampfsport und gewinnen dabei. Denn dann schüttet der Körper vermehrt Testosteron aus – das Hormon, das unsere Libido steuert. Eine Erhöhung um 1,3 Picogramm pro Milliliter heißt: pro Woche einmal öfter.
8. Die vermehrte Endorphin-Produktion gilt außerdem als Grund dafür, warum Sport als ideales Mittel gegen Depressionen und Angstzustände angesehen wird. Die größten Erfolge, so das übereinstimmende Fazit diverser Studien, stellen sich nach einer Dosis von drei- bis viermal wöchentlich 35 Minuten mäßiger Belastung ein. Und mäßig bedeutet in diesem Fall: schwitzen ja, hecheln nein.
9. Sport macht kreativ. Eine Studie stellte bessere Kreativitäts- und Stimmungswerte fest, wenn die Probanden Sport absolviert hatten. Die videoguckende Kontrollgruppe war schlechter gelaunt und konnte weniger Aufgaben lösen.
10. Sport vermehrt die Gehirnzellen. Zumindest war das so bei den Labormäusen des kalifornischen Salk Institute für biologische Studien in Lajolla, die regelmäßig auf ein Laufrad stiegen. Ihre Gehirne wuchsen signifikant gegenüber denen der Kontrollgruppe der fernsehenden, internetsurfenden und inaktiven Mäuse. Zwar ist noch nicht klar, ob die Ergebnisse eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind. Der Forschungsleiter berichtet allerdings, dass seit dem Bekanntwerden der Ergebnisse deutlich mehr Mitarbeiter morgens joggen würden.
JA
Zehn Gründe dafür, dass Sport tatsächlich dumm machen kann:
1. Die verbesserten Gehirnfunktionen nützen Sportlern mit sehr
hohem Trainingsaufwand gar nichts – weil sie nämlich nur Sport, Sport, Sport, Sport, Sport im Kopf haben und sich nicht genügend Muße für die anderen schönen Dinge des Lebens gönnen. Da soll es doch tatsächlich Sportsleute geben, die wissen gar nicht, dass Laetitia Casta ein erotisches Top-Model ist. Ganz schön dumm!
2. Sport kann zusätzlichen Stress verursachen. Forscher berichten von Läufern mit zwangsneurotischem Perfektionsdrang, die exakt die Vorgaben ihres Trainingsplans erfüllen müssen, um sich zufrieden zu fühlen. Dieser Zwang führe zu einem chronischen Low-Level-Stress, der sich noch steigere, wenn aus irgendeinem Grund die Vorgaben nicht eingehalten werden können.
3. Wenn Sie Ihr Training nicht rechtzeitig abbrechen, werden Sie einen gravierenden Nachteil der Endorphine kennenlernen: Sie erhöhen nämlich die Schmerzschwelle, schalten also ein natürliches Warnzeichen des Körpers vor Überbelastungsschäden aus. Deshalb ist es keine große Kunst, einen Marathon mit einem Ermüdungsbruch zu laufen – allerdings eine große Dummheit.
4. Sport verursacht Krankheiten – besonders bei Männern. 37 Prozent der von Allensbach befragten männlichen Freizeitsportler (18 % der weiblichen) berichteten von Sportverletzungen. 30 % der Schäden gehen auf falsche Technik, 20 % auf ungenügende Vorbereitung und 20 % auf trainingsmethodische Fehler und Stürze zurück.
5. Fußballer schneiden bei Gedächtnis- und Intelligenztests schlechter ab als andere Profisportler: Jeder Kopfball ist mit einer Gehirnerschütterung vergleichbar und kostet graue Zellen. Da die Verblödung allmählich überhand zu nehmen scheint, plädieren Ärzte deshalb sogar für ein generelles Kopfballverbot außerhalb des Strafraums. Oder doch lieber Helmpflicht?
6. Sport verschafft nicht notwendigerweise den Durchblick. Die Erfahrung lehrt, dass nicht mal jeder Zweite im Fitness-Studio die Muskeln benennen kann, die er gerade trainiert. Schade, eigentlich. Denn wer sich auf die geforderten Partien konzentriert, stimuliert dort das Nervensystem und maximiert den Trainingseffekt. Statt zwei oder drei Sätzen pro Übung reicht dann bereits ein Satz.
7. Zu viel Sport, zu hartes oder zu häufiges Training macht Männer schlapp. Die Herabsetzung des Testosteron-Spiegels ist das auffälligste und charakteristischste Zeichen für das sogenannte Überforderungssyndrom. Die fatalen Folgen solcher Überbeanspruchungen sind weniger Lust auf und weniger Spaß beim Sex.
8. Jeder dritte Freizeitsportler fällt nach einer zu hoch dosierten Belastung in eine klinische Depression, so US-Sportorganisationen. Davon verschont bleiben die, die ihre Belastung vor Wettkämpfen im zweiwöchigen Wechselrhythmus von leichter und harter Intensität allmählich steigern.
9. Sport kann einfalls- und lustlos machen. Aber nur, wenn man dem Körper nicht ausreichend Erholung gönnt. Denn sämtliche positiven Anpassungseffekte des menschlichen Organismus vollziehen sich nicht während der Belastung, sondern erst danach, in den anschließenden Ruhephasen. Wer also zu früh einen neuen Trainingsreiz setzt, verschlechtert damit sowohl seine körperliche als auch seine geistige Form.
10. Sport hat nur dann einen uneingeschränkt positiven Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten, wenn er ohne Zwang ausgeübt wird. Die depressiv gestimmten Laborratten der Indiana University School of Medicine zum Beispiel kamen in Tests nur dann auf heitere Gedanken, wenn man ihnen per Laufrad den Zeitpunkt der körperlichen Aktivität freistellte. Die Kontrollgruppe, die auf einem Laufband zur Aktivität gezwungen wurde, blieb depressiv. Dumm gelaufen, sozusagen.

Quelle: 2011 Men’s Health – Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG
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