Schmerzen beim Sex: Ursachen und Therapien

Viele Frauen tragen das Symptom, beim Sex Schmerzen zu haben, still mit sich herum ohne mit dem Partner darüber zu sprechen.
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Viele Frauen tragen das Symptom, beim Sex Schmerzen zu haben, still mit sich herum ohne mit dem Partner darüber zu sprechen.

 © Hemera

Für viele Frauen hat die schönste Nebensache der Welt schon lange nichts mehr mit lustvoller Zweisamkeit zu tun – für sie ist Sex vor allem mit Schmerzen verbunden. Das Tragische daran: Die Frauen tragen dieses Symptom still mit sich herum, ohne mit dem Partner darüber zu sprechen oder sich ärztlichen Rat zu holen.

Schmerzen beim Sex

Oft endet es darin, dass sexuelle Aktivitäten gänzlich gemieden werden, worunter beide Partner leiden. So vielfältig wie die Ursachen sind, stellt sich auch die Therapie der Wahl dar. Wichtig ist, sich einem Arzt anzuvertrauen, damit sich die Schmerzen nicht verselbständigen und den Blick auf die ursprüngliche Ursache versperren.

Wiederholt auftretende Schmerzen beim Sex über einen längeren Zeitraum werden mit dem medizinischen Fachausdruck Dyspareunie bezeichnet. Als Ursachen gelten unter anderem Entzündungen der Scheide, fehlende Lubrikation (Befeuchtung der Schleimhaut) und Vaginismus, worunter man einen Scheidenkrampf versteht.

Auch ernste organische Erkrankungen wie Endometriose und Tumore können dahinterstecken. Schon der Hausarzt kann durch eine gründliche Anamnese, also eine Befragung zur Krankheitsvorgeschichte und körperliche Untersuchung, die Herkunft der Beschwerden herausfinden und eine Therapie einleiten.

Wichtig ist, die Ursache frühzeitig festzustellen, also sich rechtzeitig einem Arzt anzuvertrauen. Dann ist die Gefahr auch geringer, dass sich die Schmerzen verselbständigen und den Blick auf die ursprüngliche Ursache versperren.

Schweigen führt zur Schmerzverstärkung

Doch viele Frauen tragen dieses Symptom still mit sich herum, ohne mit dem Partner darüber zu sprechen oder sich ärztlichen Rat zu holen. Die Schmerzen werden ertragen, werden dadurch aber nicht weniger. Im Gegenteil kann es dazu führen, dass allein der Gedanke an Sex eine körperliche Stressreaktion erzeugt, die den Schmerz noch verstärkt.

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Betroffene Frauen sollten sich nachfolgende Fragen stellen, denn damit ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Ist es ein krampfartiger Schmerz beim Einführen des Penis in die Scheide? Sind es ziehende Schmerzen in der Tiefe beim Eindringen des Penis oder während der Penisbewegung? Ist der Schmerz abhängig von der Stellung oder nicht? Ist es eher ein Wundschmerz an der Schleimhaut? Oder ist es ein globaler, nicht zu beschreibender Schmerz? Wie lange bestehen die Schmerzen schon?

Ist die sexuelle Zweisamkeit immer von Schmerzen begleitet gewesen?

Oder treten die Beschwerden erst seit dem Zusammensein mit diesem Partner auf? Erzeugt schon der Gedanke an Sex oder den Penis Widerwillen? Sind die Beschwerden nach einer Geburt oder Operation aufgetreten? Sind die Beschwerden nach einem körperlichen oder psychischen Trauma aufgetreten? Sind die Schmerzen bei Masturbation ebenso vorhanden? Wie wurde mit dem Thema Sexualität früher in der Familie umgegangen?

Grundsätzlich kann man zwischen organischen und nicht-organischen Ursachen unterscheiden. Auch eine Einteilung nach dem Ort, an dem die Schmerzen auftreten, ist hilfreich. Eindeutige Zahlen über den Anteil der Frauen, die unter Dyspareunie leiden, gibt es nicht. Sicher ist nur, dass es eine große Dunkelziffer gibt. Laut des New Yorker Frauen-Therapie-Zentrums leiden circa 50 Prozent aller Frauen unter unterschiedlichen sexuellen Funktionsstörungen – davon 15 Prozent unter einer chronischen Dyspareunie

Schmerzen beim Sex: Organische Ursachen im vorderen Scheidenbereich

Durch Pilze, Bakterien oder Herpesviren hervorgerufene Entzündungen erzeugen brennende Schmerzen an Klitoris, Schamlippen und am Scheideneingang.

Mittlerer Scheidenbereich

Treten die Schmerzen eher im mittleren Scheidenbereich auf, steckt oft eine Harnröhren- oder Blasenentzündung dahinter.

Scheide wird nicht feucht genug (verminderte Lubrikation)

Zwei Mechanismen sind für den – im wahrsten Sinne des Wortes – reibungslosen Ablauf beim Eindringens des Penis in die Scheide nötig: Es muss zu einer Erweiterung der Scheide und zur Lubrikation (Sekretbildung) kommen. Ein Mangel am Sexualhormon Östrogen vermindert die Lubrikation und führt zu trockenen Scheidenwänden und Schleimhautatrophie (Schleimhautrückbildung). Einige Medikamente, das Stillhormon Prolaktin und rein gestagenhaltige Anti-Baby-Pillen (Gestagen-Pille) können die Östrogenbildung und damit die Lubrikation hemmen.

Narben nach Verletzungen, wie zum Beispiel Geburtsverletzungen, Operationen oder Bestrahlungen können zur Folge haben, dass sich die Schleimhaut narbig verändert. Auch hier kommt es zu einer Verminderung der Lubrikation.

Bleibt die Scheide zu trocken, dann wird durch die reibenden Bewegungen des Penis die sensible Schleimhaut der Scheide wundgerieben und schutzlos. Die Folge: Durch alle möglichen Keime kommt es zu Infektionen und später Entzündungen der wehrlosen Schleimhaut. Dass dem Körper die Lust auf Sex vergeht, ist klar.

Vaginismus

Beim Vaginismus zieht sich die Beckenbodenmuskulatur beim Eindringen des Penis krampfartig und sehr schmerzhaft zusammen. Dies geschieht ohne willentliche Steuerung.

Schmerzen bei tiefen Penisbewegungen können ein Hinweis auf Eierstockzysten oder Tumoren im kleinen Becken, an Gebärmutter oder Eierstöcken sein. Auch eine Hüftgelenksabnutzung, Nerveneinklemmungen und Narben nach Operationen im Bereich der Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane, äußern sich beim Geschlechtsakt oft schmerzhaft. Sogar chronisch entzündliche Darmerkrankungen können zu Schmerzen führen.

In seltenen Fällen ist die Scheide doppelt angelegt oder abgeknickt. Diese anatomische Besonderheit, die auch Beschwerden verursachen kann, wird meist vor dem ersten Geschlechtsverkehr schon beim ersten Frauenarztbesuch diagnostiziert.

Endometriose

Schmerzen in der Tiefe an wechselnden Stellen können ein Zeichen für Endometriose sein. Bei diesem Krankheitsbild befindet sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nicht nur in der Gebärmutter, wo sie hingehört, sondern auch an anderen Orten im Unterleib und seltener überall sonst im Körper.

Sie unterliegt wie die Gebärmutterschleimhaut hormonellen Veränderungen während des Zyklus: Zum Eisprung hin verdickt sie sich und wird mit Eintreten der monatlichen Periode abgestoßen. Diese falsch sitzende Schleimhaut kann bei Verletzung während des Geschlechtsverkehrs schmerzen oder mit der Umgebung verwachsen und dadurch Schmerzen verursachen.

Schmerzen beim Orgasmus

Ein Mangel an Östrogen kann auch zu einer Verkrampfung der Gebärmuttermuskulatur beim Orgasmus führen. Auch Kopfschmerzen während oder nach dem Orgasmus kommen in seltenen Fällen vor.

Nicht-organische Ursachen kann man oft auf Lustlosigkeit und daraus resultierend eine fehlende Lubrikation zurückführen.

Die fehlende Lust auf Sex kann verschiedene Ursachen haben: Depression, psychische Traumata wie Missbrauch oder auch Stress aller Art verhindern die Libido und damit auch das Feuchtwerden der Scheide. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass ein nicht ausreichendes Vorspiel die Lubrikation hemmt.

Schmerzverstärkung

Wenn schmerzhafte sexuelle Erlebnisse wiederkehren, wird "Sex" mit "schmerzhaft" im Gehirn gekoppelt. Ab einem bestimmten Punkt antwortet der Sympathikus-Nerv (der "Stress- oder Flucht-Nerv") sobald die Frau an Sex denkt. Dieser Nerv verhindert das Feuchtwerden und auch das Lustgefühl. Jede sexuelle Annäherung des Partners erzeugt im Folgenden Angst vor Schmerzen. Daraus kann sich eine generelle Abneigung und ein Widerwillen und sogar ein Ekel vor Sex entwickeln.

Der erste Schritt zur richtigen Therapie ist das Benennen der Beschwerden. Um aus den möglichen Ursachen für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr die eigene herauszufinden, sollte die betroffene Frau möglichst früh einen Haus- oder Frauenarzt aufsuchen. Dabei ist es wichtig, dass die Frau Vertrauen zu dem betreffenden Arzt hat und in der Lage ist, ihm ihre Beschwerden so genau wie möglich zu schildern.

Der Hausarzt überweist die Frau zu einem Frauenarzt, der eine gründliche Untersuchung der Geschlechtsorgane vornimmt, um zu unterscheiden, ob die Frau unter Endometriose leidet, eine Zyste im Eierstock hat oder an einer anderen Erkrankung leidet, die die beschriebenen Schmerzen hervorruft.

Die Therapie richtet sich nach der zu Grunde liegenden Ursache für die Beschwerden:

  • Entzündungen werden mit passenden Antibiotika und einer anschließenden Schonung der Schleimhaut (kein Geschlechtsverkehr) für mindestens 14 Tage behandelt. Es ist wichtig, eine Infektion komplett abheilen zu lassen. Dazu gehört auch genügend Regenerationszeit für die Schleimhaut.
    Bei trockener Scheide durch Östrogenmangel können östrogenhaltige Cremes lokal wirken. Bei narbiger Veränderung der Schleimhaut können Gleitcremes helfen.
  • Vaginismus kann mit einer Kombinationstherapie aus sogenannten Dilatatoren, das sind Instrumente zur schrittweisen Dehnung der Scheide, und Psychotherapie sehr gut behandelt werden. Dabei geht es vor allem darum, den Bereich um die äußere Scheide bewusst kennen zu lernen und zu erfahren, dass Berührungen ohne Schmerz und Krampf erfahrbar sind.
  • Endometriose wird mit Hormonen behandelt, die den Aufbau der Schleimhaut hemmen. Verwachsungen, die Beschwerden erzeugen, kommen sie nun ursprünglich von der Endometriose oder Operationen im Beckenbereich, können chirurgisch entfernt werden. Dabei muss immer bedacht werden, dass jeder operative Eingriff wieder zu Verwachsungen führen kann.

Auch Zysten und Tumoren werden oft chirurgisch entfernt.

Schmerzen beim Sex: Keine organische Ursache?

Wenn keine organischen Ursachen zu finden sind, sollte sich die Frau fragen, ob sie sonst mit ihrer Sexualität zufrieden ist. Bestimmte Stellungen können schmerzhaft sein oder das Vorspiel zu kurz. Vielleicht gibt es Gründe für eine fehlende Lust am Sex allgemein, oder auch gerade mit diesem Partner. Körperlicher Missbrauch führt fast immer zu sexuellen Störungen und sollte in jedem Fall psychotherapeutisch behandelt werden.

Es gibt viele verschiedene Gründe für eine fehlende Libido. Die Kenntnis der eigenen Anatomie, die man im stillen Kämmerlein mittels eines Spiegels erlangen kann, nimmt die Angst vor dem Unbekannten.

Keine Frau muss unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden. Der erste Schritt ist, diese Tatsache zu verinnerlichen und der Ursache nachzugehen. Jede Frau kann ihre eigene Sexualität finden und genießen. Und wenn dabei auf das Eindringen verzichtet wird, gibt es immer noch genügend andere lusterzeugende Techniken, um eine sexuelle Befriedigung zu erlangen.

Quelle: freenet.de
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