Ampelkennzeichnung im Supermarkt angekommen

Fitnessprodukte mit Ampel (Foto: foodwatch)
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Fitnessprodukte mit Ampel (Foto: foodwatch)

 

"Die Ampel ist tot", tönen Lobbyisten der Lebensmittelindustrie. Falsch: Die Ampel lebt! Zwar wollen EU und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die verbraucherfreundliche Nährwert-Kennzeichnung verbieten. Doch der Widerstand in der Wirtschaft bröckelt, und der Ruf nach der Ampel wird immer lauter...

Die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ist endgültig bei den Verbrauchern angekommen. Im Juni hatte der Tiefkühlkosthersteller Frosta angekündigt, seine Kunden künftig auf vier seiner umsatzstärksten Produkte mit der Nährwert-Ampel über den Gehalt an Zucker, Salz, Fett und gesättigten Fettsäuren zu informieren. Inzwischen ist die Umstellung abgeschlossen, die vier Produkte werden nun flächendeckend in neuer Verpackung mit Ampelgrafik ausgeliefert.

"Die Ampel hat den Supermarkt erreicht", erklärte Martin Rücker, Sprecher der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch. "Endlich können sich die Verbraucher selbst davon überzeugen, was die Wissenschaft eindeutig bestätigt: dass Nährwertangaben mit Ampelfarben am besten verstanden werden."

Anders als Frosta ignoriert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bislang die Forderung der Bürger nach einer verständlichen Nährwert-Kennzeichnung – und billigt sogar den Kurs der Europäischen Kommission, die die Ampelkennzeichnung EU-weit verbieten will. Doch der Druck auf Aigner wächst. Am 27. August 2009 veröffentlichten die deutschen Krankenkassen einen gemeinsamen Appel an die Bundesregierung. Ihre zentrale Forderung: Das Ampel-Verbot muss vom Tisch! Damit ist das gesellschaftliche Bündnis für die Ampel noch einmal größer geworden.

Eine Öffnungsklausel müsste in die EU-Verordnung aufgenommen werden, mit der die Nährwert-Ampel zumindest auf einzelstaatlicher Ebene verbindlich eingeführt werden dürfe. Eine freiwillige Ampelkennzeichnung dagegen hilft nicht weiter. Dies belegt die Situation in Deutschland, wo bislang nur eine einzige Firma dem Wunsch der Kunden nach Transparenz bei den Nährwertangaben nachkommt. foodwatch-Sprecher Rücker: "Eine freiwillige Lösung ist zum Scheitern verurteilt. Gerade Hersteller, die hohe Zucker-, Salz- oder Fettwerte in ihren Produkten verstecken, werden sich durch die Ampelfarben sicher nicht freiwillig entlarven."

Auch die Mehrheit der Bürger wünscht sich eine Ampelkennzeichnung: 69 Prozent sprachen sich im Juli 2009 in einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die Ampel aus. Damit ist die Zustimmung für die Nährwertangaben in Rot, Gelb und Grün von 67 Prozent innerhalb eines halben Jahres noch einmal gestiegen. 8 von 10 Bundesbürgern (77 Prozent) sagen zudem Nein zum Ampel-Verbot in Brüssel. Bereits im September 2008 hatten die Verbraucherschutzminister der Länder die Bundesregierung aufgefordert, sich in Europa für eine verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung mit den Ampelfarben einzusetzen – wie von foodwatch gefordert. Auch Seehofer sprach sich "ohne Wenn und Aber" für die Ampel aus.

Quelle: foodwatch.de
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