Das richtige Pflegeprogramm für Winterhaut

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von Jutta Pöschl

Gestresste Winterhaut braucht Unterstützung. Trockene, rissige und entzündete Hautstellen treten während der kalten Jahreszeit, trotz konsequenter Hautpflege, häufig auf. Wir zeigen IHnen, wie Sie Ihre Haut schützen und gleichzeitig samtweich pflegen.

Die Haut juckt und spannt, ist rot und entzündet. Hände, Ellenbogen und Armbeuge, aber auch Schienbein, Hals und Gesicht sind von der beißenden Kälte besonders betroffen. In großen Höhen reagiert sie außerdem besonders empfindlich auf UV-Strahlen. Da sie im Winter meist nicht durch eine Pigmentierung geschützt ist.

Warum reagiert die Haut im Winter so extrem auf äußere Einflüsse?

Außentemperaturen von acht Grad Celsius und darunter setzen der Haut ordentlich zu. Der Wechsel zwischen warmer Heizungsluft drinnen und klirrender Kälte im Freien oder ein eisiger Wind verstärken diesen Effekt. Sie fährt ihren Stoffwechsel herunter, die Fettproduktion der Talgdrüsen gerät ins Stocken und läuft auf Sparflamme. Der schützende Hydrolipidfilm der Haut wird dünner und sie verliert an Feuchtigkeit.

Die Folge: Trockenheit und Spannungen. Vor allem unbedeckten Stellen an Händen und im Gesicht machen die großen Temperaturschwankungen zu schaffen. Deshalb sollten wir, genauso wie wir unseren Körper bei kaltem Wetter in dicke Mäntel und Pullover hüllen, um ihn vor Wärmeverlusten zu bewahren, auch unserem körpereigenen Hautmantel einen guten Kälteschutz gönnen.

Mit zunehmendem Alter neigt die Haut generell verstärkt zur Trockenheit, weil ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, abnimmt. Im Winter macht sich dies verstärkt durch Knitterfältchen um Augen- und Wangenpartie herum bemerkbar. Sich vorbeugend zuhause zu verkriechen ist trotzdem grundlegend falsch. Es notwendig, dass wir uns auch im Winter möglichst oft im Freien aufhalten, um frische Luft und Sonne zu tanken. Das tut der Haut gut. Denn über sie, unser größtes Organ, wird das lebenswichtige Vitamin D gebildet.

Wenn es draußen nass und kalt ist und ein scharfer Wind durch die Straßen fegt, mal ehrlich, was gibt es da schöneres als ein wohliges, heißes Schaumbad zu genießen? Der Körper erwärmt sich, die Seele entspannt. Auch Sauna oder Dampfbad sind zum Aufheizen und Abhärten optimal. Der Haut wird jedoch noch mehr Fett entzogen und außerdem ihr Säureschutzmantel durch die häufigen Reinigungsprozesse geschädigt. Deshalb gilt es, immer fleißig zu cremen, das dankt die gestresste Männerhaut übrigens genauso.

Wichtig sind während der kalten Monate besonders hochwertige Pflegeprodukte. Die Haut sollte mit Elastin, Collagen und Bindegewebsextrakten sowie Vitaminzusätzen (z. B. Retinol, Dexpanthenol) verwöhnt werden. So bleibt die natürliche Schutzbarriere intakt.

Jetzt beginnt sie wieder, die Hochsaison für Skifahrer und Snowboarder und mit ihr die Zeit der dauerhaft zugezogenen Hautschäden durch die hohe UV-Strahlung und die Reflexionskraft des Schnees, die etwa 85 Prozent beträgt. Bereits bei Null Grad Kälte sinkt die Hauttemperatur um 15 Grad ab. Bei minus 10 Grad und einer Abfahrtsgeschwindigkeit von 70 km/h sinkt sie sogar bis auf minus 40 Grad. Durch das Aufwärmen in der überheizten Hütte erhält sie dann den nächsten Schock.

Empfindliche Partien, wie Lippen, Augen, Nase, gilt es besonders sorgfältig zu behandeln. Sun-Blocker-Präparate (mit Lichtschutzfaktor ab 10) auftragen, um Nasen und Wangenpartien vor Schaden zu bewahren. Die zarte Augenpartie mit Sun- und Kälteblockern schützen und die Augen zusätzlich mit einer guten Sonnenbrille (mit geschliffenen Gläsern) versehen, die mindestens 70% der UV-Strahlung absorbiert.

Generell ist es wichtig, fehlendes Fett zu ersetzen. Umfangreiche Pflege gegen Kälte und UV-Strahlung sollte im Reisegepäck nicht fehlen. Einfach fetthaltigere Pflegecremes auf Wasser-Öl-Basis oder reine Lipogele verwenden, denn bei wasserhaltigen Gels oder Lotionen entsteht im Freien Verdunstungskälte, die zu Austrocknung und sogar Erfrierungen führen kann. Das Fett verhindert, dass Feuchtigkeit auf der Haut anfriert. Für die Hände sollten während dieser Zeit keine Glycerinhaltigen Cremes verwendet werden, da sie auf der Haut schnell verdunsten und Feuchtigkeit entziehen.

Vor der Abfahrt am besten reine Vaseline auftragen. Diese schützt die Haut optimal vor Kälte und verhindert geplatzte Äderchen auf den Wangen. Vor dem Betreten einer Hütte unbedingt abwischen, weil unter der dicken Fettschicht sonst ein Hitzestau entsteht. In warmen Räumen genügt es, die fehlende Feuchtigkeit mit einer wasserhaltigen Creme zu ersetzen.

Füße müssen Höchstleistungen vollbringen. Den ganzen Tag eingepresst in Skistiefel sollte man sie mit warmen Fußbädern verwöhnen. Das wirkt Wunder. Sie heizen den Körper auf und verhindern Erkältungen, die durch kalte Füße begünstigt werden.

Quellen: www.apotheke2u.dehautschaeden.html - www.medizin-aspekte.de

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