Die sanften Faltenkiller

Falten? Gesichtsgymnastik ist nur eines von vielen Mitteln gegen die Hautalterung.
Bild 1 von 67

Falten? Gesichtsgymnastik ist nur eines von vielen Mitteln gegen die Hautalterung.

© imago

von Jutta Pöschl

Auch ohne ein Facelift oder Lidstraffungen lässt sich heute erfolgreich etwas gegen erste Fältchen und Krähenfüße tun. Kleine Eingriffe können große Effekte bewirken. Das gilt z.B. für die so genannten Soft-Liftings. Dazu gehören Therapien mit biologischen Stoffen, die auch natürlicherweise im Körper vorkommen: Kollagen, Hyaluronsäure oder Eigenfett. Auch eine Behandlung mit dem Bakteriengift Botulinumtoxin kann die Gesichtsmuskeln zeitweise entspannen und auf diese Weise die Haut glätten.

Du hast Dich gut gehalten, ist zwar ein nettes Kompliment weißt aber schon auf das wahre Alter hin. Du siehst gut aus würden wir indessen viel lieber hören. Doch im Lauf der Zeit wandelt sich unser Körper, die mit den Jahren gewonnene Reife spiegelt sich auch im Gesicht wider. Dagegen ist bisher kein Kraut gewachsen aus dem die Wundercreme gegen Falten erfunden worden wäre.

Aus medizinischer Sicht beginnt der Alterungsprozess bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Mit den Jahren lässt die Fähigkeit unseres Körpers nach, Zellen neu zu bilden. Der Stoffwechsel verlangsamt sich und die Haut regeneriert sich langsamer. Sie wird dünner und ihre Elastizität lässt nach. Falten und Altersflecken sind die Folge.

Relativ unkompliziert, aber wirkungsvoll haben sich schon längst die Falten-Unterspritzungen als Alternative zur Chirurgie bewährt. Dabei werden aufpolsternde Substanzen so in das Gewebe gespritzt, dass sich die Falte hebt. Der Effekt zeigt sich unmittelbar nach der Unterspritzung. Störende Falten im Mund, Augen- oder Stirnbereich werden auf diese Weise weniger sichtbar oder verschwinden ganz. Zur Faltenunterspritzung werden verschiedene Substanzen verwendet und die Therapien werden individuell auf den Patienten abgestimmt. Wer mit dem Gedanken einer solchen Behandlung spielt, sollte rechtzeitig damit beginnen, bevor die Falten zu tiefen Furchen werden. Das verbessert den sichtbaren Effekt. Allen Substanzen gemeinsam ist aber die vorübergehende Wirkung. Die Stoffe bauen sich von selbst wieder ab und müssen deshalb regelmäßig nachgespritzt werden.

Am häufigsten wird Botulinumtoxin zur Beseitigung von Zornesfalten, horizontalen Stirnfalten und Krähenfüßen verwendet. Gering dosiert kann es verkrampfte Muskeln entspannen, indem es die Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskeln unterbindet. Diesen Effekt macht man sich seit ca. 10 Jahren bei der Faltentherapie zu Nutze. Das Botulinumtoxin wird, vermischt mit einer Kochsalzlösung, direkt in den betroffenen Muskel gespritzt.

Nach der Injektion kann die Stirnmitte nicht mehr in so genannte Zornesfalten gelegt werden. Der Effekt ist besonders wirkungsvoll, weil der vorher müde und verkrampft erscheinende Gesichtsausdruck anschließend viel freundlicher und entspannter wirkt. Nach spätestens drei Tagen ist der Erfolg sichtbar. Die glättende Wirkung hält bis zu acht Monaten. Danach muss die Behandlung in der Regel aufgefrischt werden.

Kollagen ist das Stützgerüst unseres Bindegewebes und ein körpereigenes Eiweiß. Im Lauf der Jahre nimmt der Kollagengehalt unserer Haut ab und sie verliert damit immer mehr ihr natürliches Stützpolster. Um Gesichtsfalten mit Kollagen aufzupolstern spritzt der Spezialist ein, dem menschlichen Kollagen sehr ähnliches, Rinderkollagen mit einer feinen Injektionsnadel direkt unter die Oberhaut der jeweiligen Falte.

Anschließend verteilt er die Kollagentröpfchen mit dem Finger. Der Glättungseffekt tritt sofort ein und hält bis zu acht Monaten an. Danach ist eine erneute Behandlung notwendig. Da allerische Reaktionen auf das körperfremde Kollagen auftreten können, muss der Arzt vor der Behandlung einen Allergietest durchführen.

Hyaluronsäure kommt als Zuckerverbindung natürlicherweise im Körper vor. Sie bindet Wasser und füllt so die Räume zwischen den Kollagenfasern. Zum Faltenunterspritzen wird sie genauso eingesetzt wie Kollagen, hat jedoch den Vorteil, dass kaum Allergien auftreten. Nach vier bis sechs Monaten ist die glättende Wirkung dahin und die Behandlung muss wiederholt werden.

Bei der Faltenbehandlung mit Eigenfett, auch Lipofilling oder Lipotransfer genannt, entnimmt der operierende Arzt unter örtlicher Betäubung zunächst Körperfett, zum Beispiel aus einer Problemzone. Das abgesaugte Fett wird gereinigt, aufbereitet und anschließend unter die Falten gespritzt. Der Effekt ist natürlicher als beim klassischen Face-Lifting und bei optimalen Voraussetzungen auch von langer Dauer, allergische Reaktionen nahezu ausgeschlossen. Der glättende Effekt ist sofort nach Abklingen der Schwellungen sichtbar.

Nachteil: bis zu 40 Prozent des eingespritzten Fettes können sich wieder abbauen, dann muss nachgearbeitet werden. Die Eigenfettunterspritzung dauert etwa ein bis zwei Stunden, also länger als eine Hyaluronsäurespritze. Um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen, wird die Behandlung meist nach einigen Wochen mit tiefgefrorenen eigenen Fettzellen wiederholt, um den Auffülleffekt zu verbessern. Bis zu 80 Prozent des gespritzten Eigenfetts können anwachsen. Das Ergebnis hält angeblich mindestens ein Jahr.

Die Therapien sind nicht frei von sämtlichen Risiken. Wer sich für eine Faltentherapie entscheidet, sollte sich unbedingt vorher von spezialisierten und seriösen Ärzten beraten lassen.

Quellen: www.Stiftung-warentest.de, www.special-hautvital.de, www.portal-der-schoenheit.de

Kommentare
Top-Themen
Sängerin Lena Meyer-Landrut hat in Berlin die zweite Kollektion ihres neuen Modelabels A lot less vorgestellt.mehr
Ob Kaviar vom Albino-Stör oder die Ruby-Roman-Trauben aus Japan: Einige Lebensmittel kosten ein echtes Vermögen... Bild 1mehr
Briefwahl ermöglicht es, seine Stimme abzugeben, ohne am Wahltag ins Wahllokal zu müssen. Eigentlich braucht sie ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.