Ernährungsmythen

Ernährungsmythen
Bild 1 von 35

Ernährungsmythen

© Getty Images

Mütter malträtieren immer noch ihre Kinder mit Spinat, wer zu viele Eier isst, schadet seiner Pumpe und Kaffee ist ungesund. Gerade, wenn es um Ernährung geht, haben sich viele Halbwahrheiten und Irrtümer in den Köpfen festgesetzt. Wir analysieren die hartnäckigsten Gerüchte.

Zugegeben, lässt man seinen Blick im Freibad umherschweifen, kann man schon auf die Idee kommen, dass Bier der Kalorienbringer schlechthin ist. Doch das leckere Gesöff enthält tatsächlich nur relativ wenige Kalorien: Ein halber Liter 235 Kalorien, die gleiche Menge Rotwein dagegen hat etwa 360 Kilokalorien.

Der Bierbauch hat andere Ursachen: Hopfen, ein Grundbaustein des Gerstensaftes, enthält reichlich Phytoöstrogene. Das sind Pflanzenstoffe, die dem weiblichen Hormon Östrogen ähneln und bekanntlich für diverse Rundungen bei Frauen sorgen. Und was bei Frauen funktioniert, hinterlässt natürlich auch seine Spuren beim männlichen Geschlecht.

Außerdem regt Alkohol die Magensaftproduktion an, dadurch wächst der Appetit und der Griff zur Knabberschale wird häufiger.

2. Spinat ist der beste Eisenlieferant
Generationen von Kindern wurden mit dem angeblich eisenreichen Gemüse gequält. Dabei ist der Gehalt des Spurenelementes in Hülsenfrüchten wie weißen Bohnen oder Linsen fast dreimal höher. Die Erklärung dieses hartnäckigen Gerüchts ist fast schon peinlich. Nach Berechnungen eines Wissenschaftlers enthalten 100 Gramm Spinat 35 Milligramm Eisen – was wirklich beachtenswert ist. Das Problem dabei: Der Forscher experimentierte mit getrocknetem Spinatpulver – das grüne Gemüse besteht aber aus 90 Prozent Wasser. Damit schrumpft der Eisengehalt auf klägliche 3,5 Milligramm.

3. Kaffee ist ungesund
Das erste Kaffeeverbot aus gesundheitlichen Gründen gab es bereits 1511 in Mekka. Das schwarze Gebräu soll für Stoffwechselstörungen, rheumatische Beschwerden und Herzkrankheiten verantwortlich sein. Dabei gibt es bis heute keine überzeugende Studie, die dem Kaffee bei maßvollem Genuss eine schädliche Wirkung nachweisen kann. Da Kaffee allerdings dem Körper den Knochenbaustein Kalzium entzieht, ist er zusammen mit Milch gesünder.

Was eindeutig für ihn spricht: Er bringt Gehirnzellen und Stoffwechsel auf Trab und sorgt am Morgen für den Hallo-Wach-Effekt. Trotzdem: Nur in Maßen genießen – mehr als vier bis fünf Tassen pro Tag (0,5 Gramm Koffein) gelten als ungesund. An der Universität Wageningen in den Niederlanden, einer Hochburg der Kaffeeforschung, hat man festgestellt, dass bei Menschen, die täglich mehr als sechs Tassen Kaffee am Tag trinken, der Homocysteinspiegel im Blut ansteigt. Ein zu hoher Homocystein-Spiegel gilt als Risikofaktor für einen Herzinfarkt ? ähnlich wie ein hoher Cholesterinspiegel.

4. Süßstoff reduziert das Gewicht
Voll daneben! Das Gegenteil ist der Fall und das machen sich Mastbetriebe schon lange zu Nutze. Sie verwenden nämlich bestimmte Süßstoffe als Masthilfen in der Schweinezucht – mit durchschlagendem Erfolg. Und was bei Mastschweinen funktioniert, fruchtet – so ist die traurige physiologische Wahrheit – auch beim Menschen.

Die Erklärung lautet wie folgt: Wenn Süßes unseren Gaumen kitzelt, reagiert der Körper mit Insulinausschüttung, um den erwarteten Blutzuckeranstieg abzumildern und den erhofften Zucker schneller umsetzen zu können. Nur kann er leider nicht unterscheiden, ob "süß" Zucker oder Süßstoff bedeutet. Die Folge: Der durch bestimmte Süßstoffe ersetzte Zucker suggeriert Süßes, sorgt für entsprechende Insulinausschüttung und lässt dadurch den ohnehin niedrigen Blutzuckerspiegel noch mehr fallen. Die Konsequenz: Das Hungergefühl nimmt zu und das Gewicht auch.

Es stimmt zwar, dass Eier sehr viel Cholesterin enthalten und dass ein zuviel davon im Blut Herzerkrankungen fördert. Doch der direkte Zusammenhang ist unter Wissenschaftlern eine längst überholte Theorie. Fakt ist, dass jeder Mensch einen bestimmten Cholesterinspiegel im Blut hat.

Der Körper versucht nun, diesen Wert zu halten. Kommt von außen zuviel Cholesterin, drosselt er die Aufnahme ins Blut von selber. Kommt von außen zu wenig, kurbelt er die Eigenproduktion an. Da der Cholesterinspiegel im Blut sich also kaum über die Nahrung beeinflussen lässt, kann das sonntägliche Frühstücksei ruhig weiter genossen werden.

6. Kartoffeln machen dick
Dieses Gerücht hält sich wirklich hartnäckig. Wahr ist, dass man bei kohlenhydratreicher Nahrung wie Kartoffeln, Nudeln oder Vollkorn-Brot richtig futtern kann, ohne nach jedem Bissen gleich mit schlechtem Gewissen nach der Waage schielen zu müssen. Gilt allerdings nicht für Pommes, Weißbrot und Baguette. Bei diesen Lebensmitteln ist der glykämische Index extrem hoch und das ist schlecht für die Figur.

Zahlreiche Studien bestätigen, dass Menschen, die regelmäßig aber maßvoll Rotwein trinken, gesünder und länger leben. Das liegt an Phenolen – bestimmten Stoffen in der Traubenschale, die gefährliche freie Radikale unschädlich machen und damit krebsvorbeugend sind.

Allerdings liegt die Betonung, wie beim Kaffe, auf "maßvoll". Dies ist keine Aufforderung für kollektive Saufgelage. Maßvolles Trinken bedeutet für Männer: 20 bis 40 Gramm Alkohol täglich. Das entspricht einer halben Flasche Wein oder einem Maß Bier. Für Frauen gilt die Hälfte. Wer hingegen immer wieder sturzbetrunken nach Hause torkelt, schadet tatsächlich seiner Gesundheit.

8. Viel Rohkost ist gesund
Dieses Aussage ist so nicht haltbar. Denn: Bestimmte Gemüsesorten wie Kartoffeln, grüne Bohnen oder Auberginen enthalten Giftstoffe, die erst durch Erwärmen unschädlich gemacht werden. Und Vitamine aus Möhren beispielsweise werden erst durch sanftes Dünsten für den Körper nutzbar.

Außerdem ist Rohkost nur schwer verdaulich, so dass unverdaute Nahrungsbestandteile im Darm zurückbleiben. Sie werden von Mikroorganismen vergoren. Die Folgen können Verdauungsstörungen, schmerzhafte Blähungen und Durchfälle sein.

Quelle: freenet.de
Kommentare
Top-Themen
Diese Influencerinnen zeigen so viel Body Positivity, dass wir Lust auf mehr Realität bekommen.mehr
Am 14. Februar zeigen sich in Deutschland und vielen weiteren Ländern Paare ihre Liebe. Wer feiert wie und welche ...mehr
Karneval: Dos and Don'ts beim Fasching Die fünfte Jahreszeit wird mit einigen Partys und Umzügen gefeiert. Wir ...mehr
Anzeige