Functional Food

Functional Food
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Functional Food

 

von Dipl. oec. troph. Stephan Lück

Wer schafft es schon, sich täglich ausgewogen und gesund zu ernähren? Und weil das vielen eben nicht gelingt, hat die Nahrungsmittelindustrie Lebensmittel mit "gesunden" Zusatzstoffen kreiert. Omega-3-Fettsäuren im Brot oder Joghurt mit extra Bakterien als Fitfaktor. Doch bringen diese teureren Lebensmittel wirklich die Extraportion Gesundheit?

Diese Lebensmittel mit – angeblich – gesundem Zusatzeffekt werden als Functional Food bezeichnet. Die hinzugefügten Wirkstoffe sind unter anderem Pro-, Prä- und Synbiotika, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

In den letzten Jahren haben so genannte Probiotika ("für das Leben"), vor allem mit lebenden Milchsäurebakterien versetzte Joghurts, den Markt erobert. Diese zusätzlichen Mikroorganismen versprechen eine gesunde Darmflora und viele Konsumenten hoffen, mit ein paar Löffeln dieses Joghurts ihre ungesunde Ernährungsweise auszugleichen.

Profitiert die Gesundheit wirklich?
Diese Mikroorganismen sollen das mikrobielle Gleichgewicht unseres Darms positiv beeinflussen. In unserem Darm leben nämlich zig tausend Mikroorganismen, die Darmflora. Sie alle beeinflussen nicht nur das Leben und die Gesundheit unserer Darmzellen sondern auch unser Immunsystem, das zu achtzig Prozent genau dort angesiedelt ist.

Auch gewöhnliche Joghurts enthalten Milchsäurebakterien, die den Darm besiedeln und entsprechend dort als "Darmpolizei" fungieren. Jedoch scheinen die speziellen probiotischen Kulturen in noch größerer Zahl in den Darm zu gelangen. Positive Wirkungen entfalten sie allerdings nur, wenn die Darmflora erkrankt ist, beispielsweise bei Durchfällen. Dann verkürzen sie durch Neubesiedlung mit den Milchsäurebakterien die Erkrankungszeit.

Eine dauerhafte Ansiedlung von probiotischen Keimen in einer gesunden Darmflora findet dagegen nicht statt.

von Dipl. oec. troph. Stephan Lück

Prebiotische Zusätze bestehen aus Ballaststoffen
Neben probiotischen Milchprodukten gibt es auch solche, die prebiotische Zusätze enthalten. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Nahrung für die gesunden Keime im Darm. Also beispielsweise sind dem Joghurt unverdauliche Ballaststoffe zugesetzt, die das Wachstum und die Aktivität der Darmbakterien fördern sollen.

Schaut man mal genauer hin, stellt man schnell fest, dass die unverdaulichen Ballaststoffe in sehr geringen Mengen enthalten sind. Man könnte alternativ selbst einen Teelöffel Hafer- oder Weizenkleie zusetzen. Damit erzielt man die gleiche Wirkung und kann die Dosis selbst bestimmen. Mal zum Vergleich: Ein Erwachsener sollte täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe aufnehmen!

Und was sind Synbiotika?
Joghurts, die nun probiotische Kulturen sowie prebiotische Zusätze enthalten, werden als Synbiotika bezeichnet. Sie enthalten demnach die erwünschte Kultur sowie Nahrung für diese, die beide im Darm für ein gesundes Klima sorgen sollen - aber nur regelmäßig verzehrt.

Fazit: Selbstgemacht genau so gut
Wer nicht auf die etwas teureren Produkte steht, der kann sich in einen normalen Joghurt einen Löffel Kleie rühren und sicher sein, dass auch das dem Darm und Immunsystem gut tut. Der Joghurt sollte nur nicht hitzebehandelt sein, denn sonst sind die Bakterien nicht mehr lebendig. Ist ein Joghurt hitzebehandelt, damit er schön cremig ist, muss ein entsprechender Hinweis "hitzebehandelt" auf der Verpackung stehen.

Von Stephan Lück

Omega-3-Fettsäuren kommen normalerweise in Raps- oder Sojaöl beziehungsweise in Kaltwasserfischen wie Hering, Makrele und Lachs vor. Seit kurzem werden Brot, Margarine, Eier und Erfrischungsgetränke mit diesen mehrfach ungesättigten Fettsäuren angereichert.

Aufs richtige Fett kommt's an
Wir essen zwar insgesamt viel Fett, doch leider meist das falsche, denn wir essen zu viel gesättigte Fettsäuren, die vorwiegend in tierischen Fetten wie Fleisch, Milch und natürlich in Süßigkeiten und Fast Food vorkommen.

Die ungesättigten Fettsäuren kommen fast nur im Pflanzenreich und eben bei Fischen vor. Davon essen wir aber im Verhältnis viel zu wenig, obwohl sie für uns so wichtig sind wie Vitamine. Denn sie werden als Ausgangsstoff für die Synthese mehrerer körpereigener Stoffe benötigt.

Wunderwaffe Omega-3-Fettsäuren?
Man spricht diesen berühmten, mehrfach ungesättigten Fettsäuren eine günstige Wirkung für das Herz-Kreislauf-System zu. Denn es zeigt sich im internationalen Vergleich, dass Menschen, die viel Fisch essen, seltener als wir unter Herzkreislauferkrankungen leiden. Allerdings haben Studien auch gezeigt, dass eine isolierte Gabe von Omega-3-Fettsäuren keinen medizinisch relevanten Effekt zeigte - und sogar einen negativen Effekt auf die Blutgerinnung haben kann.

Bessere Alternative
Verwenden Sie hochwertige Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Distelöl, Rapsöl oder Leinöl und sparen dafür an Butter, Sahne und anderen tierischen Fetten. Zweimal pro Woche Fisch essen (Lachs, Hering oder Makrele).

Wer das nicht tut, sollte ruhig regelmäßig Produkte mit Omega-3-Fettsäuren verzehren oder aber Lebertran kaufen, der aus Fisch gewonnen wird, so dass darin auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren (und Omega-3-Fettsäuren) enthalten sind.

Von Stephan Lück

Dass Fett für den Cholesterinspiegel schlecht ist, weiß inzwischen jeder. Doch hat die Industrie nicht geschlafen und nun pflanzliche Fette so optimiert, dass diese sogar den Cholesterinspiegel senken. Seit rund zwei Jahren ist die "Becel pro aktiv" von Unilever auf dem Markt.

Cholesterinsenkende Margarine
Endlich Fett für Menschen mit schlechtem Blutfettspiegel! Margarine ist ja bekanntlich ein pflanzliches Fett, das in der Fettsäurenzusammensetzung etwas günstiger für das Herz-Kreislaufsystem ist als die tierische Alternative Butter. Der Firma Unilever war das nicht genug, sie hat ihrer Margarine Becel noch pflanzliche Hormone, so genannte Phytosterine zugesetzt, die den erhöhten Cholesterinspiegel senken können. Also endlich wieder sorglos schlemmen trotz erhöhtem Cholesterinspiegel?

Vorsicht, denn andere Fette erhöhen den Cholesterinspiegel wieder
Die Neuerfindung Becel pro activ hilft aber tatsächlich einen erhöhten Cholesterinspiegel zu senken, allerdings wird durch sie nur das schlechte LDL Cholesterin gesenkt. Das gute HDL Cholesterin wird dadurch nicht erhöht. Dies wäre aber wünschenswert, denn es hilft überschüssiges Cholesterin aus dem Blut abzutransportieren.

Alternative zu Becel pro activ

Diesen Effekt aber kann man fettfrei erzielen, indem man Vollkornbrot isst! Die darin enthaltenen Ballaststoffe senken das schlechte und erhöhen gleichzeitig das gute Cholesterin. Das wäre sicher die beste Lösung.

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