Gesunde Kindersnacks?

Gesunde Kindersnacks?
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Gesunde Kindersnacks?

© Getty Images

Milchschnitte, Fruchtzwerge, bunte Lachgummis für Kinder – die Palette an speziellen Kinderprodukten ist riesig. Doch brauchen Kinder einen kleinen bunten, dafür aber extrem teuren Joghurt, von dem die Werbung behauptet, er wäre so wertvoll wie ein kleines Steak? Ist in den Schokoriegeln wirklich die versprochene extra Portion Milch drin oder vielleicht nur billiges Magermilchpulver? Diese Fragen stellen sich Eltern zu recht und hier gibt's die Antworten.

Natürlich wollen Kinder diese bunten Produkte haben, denn sie sind ganz auf das kindliche Bedürfnis zugeschnitten. Sowohl der Geschmack, als auch die Konsistenz der Produkte wurde speziell für Kinder entwickelt. Aber auch die bunte Verpackung spricht Kinder an, damit es schließlich im Einkaufskorb landet.

In der Werbung klären schlaue Kinder ihre Eltern sogar über die Vorzüge der Produkte auf. Da heißt es dann: "mit lebenswichtigen Vitaminen" oder mit einer "Extra-Portion Milch", also Dinge, die für die gesunde Entwicklung von Kindern wirklich wichtig sind. Was aber ist wirklich dran an den gesunden Zusätzen in den Kinderprodukten?

Keine gesunde Zwischenmahlzeit sondern kalorienreiche Süßigkeit
Wer sich eingehender mit der Zutatenliste beschäftigt, stellt schnell fest, dass es sich bei den meisten Kinderprodukten einfach nur um Süßigkeiten handelt und nicht um eine sinnvolle Ergänzung zur Kinderernährung. In vielen Kindersnacks steckt also statt der versprochenen Extra-Portion Milch in Wirklichkeit nur eine Portion Milchfett und nicht - wie man glauben soll - das wertvolle Milch-Calcium.

Aber auch der Zuckergehalt der meisten Kinderprodukte ist sehr hoch - klar, denn Süßes mögen Kinder besonders gerne. Keine Wunder also, wenn sie sich gerne auf die süßen Kinderprodukte stürzen. In der Zutatenliste tauchen dann meist ganz hinten ein paar zugesetzte Vitamine oder Mineralstoffe auf. Diese sollen über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Kinderprodukte ansonsten völlig ungesund sind und den Eltern einen Grund zum Kauf liefern.

Erschreckende Bilanz
Wird ein Kind einen Tag lang mit Knusperriegeln, Kinder-Fruchtquark und ähnlichen Produkten ernährt, nimmt es rund fünf Mal mehr Zucker und 1,5 Mal so viel Fett zu sich wie bei Körner- und Milchspeisen, die selbst zubereitet wurden.


In 100 Gramm Produkt stecken 418 kcal und 26,5 g Fett

Nur wenig Milchgehalt und das wenige ist zumeist Milchpulver oder gezuckerte Kondensmilch. Durch den geringen Milchgehalt enthalten die Snacks auch wenig Calcium: Damit ein Kind seinen Calciumbedarf deckt, müsste es 17 Milchschnitten verdrücken &#8211 das entspricht gleichzeitig 40 Stück Würfelzucker und einem halben Paket Butter. Ein einfaches Glas Milch liefert fünfmal soviel Calcium wie eine Milchschnitte.


Fruchtzwerge: "ohne Kristallzucker &#8211 nur mit der Süße aus Früchten gesüßt" und ähnliche Kinderjoghurts

Wird aus Frischkäse (etwa 20 Prozent Fett) zubereitet und enthält im Vergleich zu einem normalen Joghurt (3,5 Prozent Fett) zwischen sechs und neun Prozent Fett, also etwa das Doppelte bis Dreifache! Ob Kristallzucker oder Fruchtzucker, der Zuckergehalt ist zu hoch: zehn bis 14 Prozent des Produktes besteht aus Zucker.

Quark und Joghurt für Kinder (Firma Onken)
Frufoo Kinderquark: In 100 g Produkt stecken 140 kcal, 6 g Fett
Frufoo schoko Ufos: In 100 g Produkt stecken 421 kcal, 28 g Fett

Gesündere Alternative: einen Joghurt mit Marmelade oder frischen Früchten selbst anrühren.

"Kinderschokolade mit einer Extra-Portion Milch"

Ein Glas Milch (200 Milliliter) deckt den Tagesbedarf eines Kindes an Calcium zu 25 Prozent. Um diese Menge Calcium mit Kinderschokolade abzudecken, müssten die Kleinen sechs Riegel einer Tafel essen. Das entspricht 400 kcal und 25 g Fett. Das Glas Milch dagegen hat gerade mal 120 kcal.

"Knoppers - das Frühstückchen"

Ein Knoppers hat genauso viele Kalorien wie eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse. Allerdings liefert es fast doppelt so viel Fett und viermal weniger Eiweiß.

Fettbedarf nach Altersgruppen

  • Alter 1-3 Jahre:
    51-58 g Fett pro Tag

  • Alter 4-6 Jahre:
    60-70 g Fett pro Tag

  • Alter 7-9 Jahre:
    67-78 g Fett pro Tag

  • Alter 10-12 Jahre:
    73-86 g Fett pro Tag

Fettfallen: In 100 g dieser Produkte stecken folgende Kalorien (kcal) und Fettmenge:

Hanuta 532 kcal, 33 g Fett
Kinder bueno: 571 kcal; 39 g Fett
Kinder Country: 547 kcal; 34,5 g Fett
Kinder Happy Hippo Snack: 562 kcal, 40 g Fett
Kinder Pingui: 454 kcal, 31 g Fett
Kinder Prof. Rino: 565 kcal, 42 g Fett
Kinder Milchschnitte: 418 kcal, 26,5 g Fett
Kinder Riegel: 558 kcal, 34 g Fett

Das heißt: diese Kinderprodukte sind energiereich und fetthaltig wie reine Schokolade!

Bessere Alternative: Vollkornbrot mit Frischkäse und dünner Schokocreme bestreichen; seinen Schokoladenhunger kann man auch mit einem Kakao mit Milch stillen, oder aber ein fettarmes Milchprodukt oder frische Früchte naschen.

Wer eine Milchschnitte oder Knoppers – der Werbung sei "dank" – statt eines Vollkornbrotes isst, der lernt schnell, dass das Frühstück besonders fett und süß sein sollte und außerdem nicht wirklich viel ist, so dass der Hunger nur kurz gestillt wird.

Die rund einhundert Kalorien der süßen Riegel sind schnell verbraucht und somit kann ein Kind nicht den ganzen Vormittag damit auskommen. Es wird schnell in der Leistungsfähigkeit nachlassen, erneut Hunger bekommen und dann natürlich etwas anderes Süßes nachschieben.

Lösung: Vollkornprodukte, frisches Obst und bewusst selber kochen
Wer hingegen ein Vollkornbrot frühstückt, hat länger etwas davon, denn die Energie wird erst nach und nach freigesetzt und hält somit länger vor. Außerdem stecken darin viele wertvolle Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe - außerdem ist es natürlich günstiger als ein Kinderriegel. Aber wer weiß das schon?

Wenn sowohl die Kinder als auch die Eltern einseitig durch die Werbung informiert werden, können sie es nicht besser wissen. Zumal der Trend heute immer stärker zum schnellen und fertigen Essen geht. Nicht nur die Milch kommt heute aus der Tüte, fast alle Grundnahrungsmittel kommen direkt aus dem Regal auf den Tisch. Da geht der Bezug zu natürlichen Lebensmitteln und der Umgang mit ihnen immer mehr verloren. Wer Wert auf eine gesunde Ernährung legt, sollte dem Trend nicht folgen, sondern frische Lebensmittel einkaufen und wieder bewusst selbst kochen.

Gemeinsames Kochen mit Kindern
Das beste Rezept, um auch Kinder an eine gesunde Ernährung heranzuführen und davon zu begeistern, ist das frühe Lernen einer gesunden Ernährung und auch deren dauerhafte Umsetzung im Alltag. Dazu sollte man viele pflanzliche Lebensmittel auf den Tisch bringen, aber auch hin und wieder tierische wie Fleisch und Fisch. Fett und Zucker sollten nur sparsam verwendet werden. Gemeinsam mit den Kleinen kann man so leckeres und gesundes Essen zaubern und die Kleinen von Anfang an an den Umgang mit gesunder Kost gewöhnen. Denn eins ist klar: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr".

Und das gilt wie wohl jeder weiß auch fürs Essen. Nur wer mit gesunden Speisen aufwächst, gewöhnt sich daran und wird sich auch später so ernähren. Wer schon früh zu Süßigkeiten aus Frust, zur Belohnung oder aus Langeweile greift, wird diese Strategie immer weiter verfolgen und spätestens als Erwachsener Probleme mit der Figur und Gesundheit bekommen.

Natürlich dürfen Kinder auch mal naschen, aber bitte nicht an Süßigkeiten satt essen!

Auch sollten Eltern Essen nicht als Belohnung oder Erziehungsmittel einsetzen. Und vor allem eines: Kinder brauchen keine Spezialprodukte. Sie sollten abwechslungsreich und vielseitig ernährt werden. Täglich sollte es frisches Gemüse und Obst geben und zweimal die Woche Fleisch und zweimal Fisch. Außerdem sind Milchprodukte wichtige Calciumlieferanten, die die wachsenden Knochen stabil machen. Milch, Käse, Joghurt und Quark kann ruhig in größeren Portionen gekauft werden und sollte nicht "speziell für Kinder" sein, denn darin steckt in der Regel zu viel Fett und Zucker. Lieber selbst Marmelade oder Früchte in den Joghurt oder Quark rühren, denn künstliche Aromen gaukeln dem Gaumen überdimensionale Geschmäcker vor, die es in der Natur nicht gibt. Also Kinder an den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln gewöhnen.

Dass ein Kind beim Verzehr einer natürlichen Erdbeere enttäuscht ist, weil es zuvor nur Erdbeeraroma aus Joghurt und Co kennen gelernt hat, ist dann ja nur zu verständlich. Auch der Zuckergehalt lässt sich besser regulieren, wenn man ihn selbst hinzufügt. Aber nicht nur "was", sondern auch "wie" Kinder essen, ist von großer Bedeutung. Es sollte täglich mehrere kleine Mahlzeiten geben. Zum Essen sollte sich die Familie gemeinsam an den Tisch setzen und sich Zeit nehmen. Dann lernen die Kleinen von Anfang an gesundes Essen kennen und lieben.

Quelle: freenet.de
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