Krankmacher Zusatzstoffe

Zusatzstoffe
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Zusatzstoffe

 

von Jutta Pöschl

Die Liste von Zusatzstoffen, die unsere Lebensmittel enthalten können, ist lang. Genauso lang wie die möglichen schädlichen Wirkungen. Nichts desto trotz werden über 300 verschiedene dieser Zusatzstoffe von der Lebensmittelindustrie zur Verarbeitung verwendet. Nicht selten werden sie für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich gemacht. Krebs, ADHS, China-Restaurant-Syndrom - was ist dran?

Von Amts wegen sind sie zwar ungiftig, aber nicht immer unbedenklich. Der Konservierungsstoff E 232 beispielsweise fördert im Tierversuch Blasenkrebs, der Farbstoff E 102 kann Allergien auslösen, das Antioxidans E 310 führte bei Säuglingen zu lebensbedrohlicher Blausucht.

Einige sind auch dafür bekannt, bei entsprechend veranlagten Menschen, Pseudoallergien auslösen zu können. Kribbeln im Mund, Ausschlag oder Durchfall können die Symptome einer solchen Allergie sein. Im Rahmen der Zulassungsverfahren für Lebensmittelzusatzstoffe gibt es bisher keine Möglichkeit, die Allergenität oder Pseudoallergenität der geprüften Substanzen herauszufinden.

Wozu sind Zusatzstoffe gut?

Aufgabe der Zusatzstoffe ist, bestimmte technologische Wirkungen, wie z.B. Färbung, Konservierung oder Eindickung zu erzielen. Zusatzstoffe werden in verschiedene Klassen eingeteilt, so gibt es beispielsweise Antioxidationsmittel, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Schmelzsalze oder Zuckeraustauschstoffe. Farbstoffe, wie sie in Süßigkeiten, Desserts oder Erfrischungsgetränken enthalten sind oder auch Schwefelsäure, die in Weißwein, Kartoffelerzeugnissen und Trockenfrüchten zu finden ist, können unerwünschte Allergien auslösen.

Eine der vier gravierendsten Lücken ist laut Ökotest unverpackte Ware. Sie ist weitgehend von der Inhaltsangabe freigestellt. Damit entfällt für das breite Sortiment von Bäckern und Metzgern die übliche Zutatenliste. Dabei steht für kaum eine andere Produktgruppe wie für Brot und Backwaren eine derartige Zahl von chemischen und biotechnologischen Zusätzen zur Verfügung. Weiter werden von Oekotest Enzyme genannt, die in aller Regel aus Schimmelpilzen oder Bakterien stammen und gerade deshalb für Allergiker ein potenzielles Risiko darstellen. Sie fehlen gewöhnlich auf der Zutatenliste. Denn nach Meinung der Hersteller werden sie beim Erhitzen inaktiviert. Das es seit vielen Jahren hitzestabile Enzyme gibt, ist allerdings bekannt.

Zusatzstoffe, die im fertigen Produkt zwar vorhanden sind, aber keine sogenannte technologische Funktion mehr ausüben, müssen laut Lebensmittel-Kennzeichnungs-Verordnung (§ 5 Abs. 2 Nr. 2) nicht einmal mehr deklariert werden. So kann es passieren, dass man Joghurt kauft, bei dem ausschließlich die Fruchtzubereitung mit Konservierungsmitteln haltbar gemacht wurde. Der Deckel darf dann trotzdem die Aufschrift: ohne Zusatz von Konservierungsstoffen tragen.

Das liegt daran, dass die Dosis zwar ausreichend war, um die Früchte zu konservieren, nicht aber für den ganzen Joghurt. Auch beim Beispiel Wurst lässt sich dieses Spielchen beliebig fortsetzen. Um Brühwürsten, die aus gefrorenem Fleisch hergestellt werden, Festigkeit zu verleihen, werden sogenannte Citrate, Lactate und Tartrate zum Brät gegeben. Nach dem Brühen ist das Eiweiß fest und das Wasser gebunden. Die Stoffe haben ihre Funktion erfüllt, eine Kennzeichnung entfällt damit.

Aufgrund der Kritik an den Zusatzstoffen werden diese zunehmend durch sogenannte funktionale Additive ersetzt. Das sind Spezialprodukte, die beispielsweise aus Milch-, Soja- oder Weizeneiweiß hergestellt werden. Auch wenn ihre Wirkung denen eines Zusatzstoffs entspricht, sind sie für den Kunden nicht mehr als solche erkennbar. Auch hier kann eine Deklaration unterbleiben, wenn sie weniger als ein Viertel in der jeweiligen Zutat ausmachen. Ansonsten erscheinen sie auf den Etiketten als gewöhnliches Milcheiweiß oder Sojaprodukt.

Diese Liste enttarnt Zusatzstoffe

Wer wissen will, was sich hinter den anonymen E-Nummern wirklich versteckt, kann die vollständige Broschüre - Was bedeuten die E-Nummern -, die alle 311 europaweit zugelassenen Stoffe bewertet und selbst gentechnisch veränderte oder tierische Zusatzstoffe erwähnt, gegen eine geringe Gebühr im Online-Shop der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. unter der Rubrik Ratgeber bestellen (www.vzhh.de). Zudem bietet Öko-Test unter www.oekotest.de eine aufschlussreiche Liste der Zusatzstoffe und ihrer gesundheitlichen Bewertung an.

Quellen:www.zusatzstoffe-online.de ; Verbraucherzentrale Bremen ; www.oekotest.de

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