Mineralwasser-Vergleich

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 © Getty Images

Immer häufiger greifen die Deutschen zu Mineralwasser als Durstlöscher. Das freut auch den Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. der einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Mineral- und Heilwasser von knapp 130 Litern angibt. Klare Sache: Damit bleibt Mineralwasser das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Das Wasser nicht gleich Wasser ist, wissen wir längst. Aber worauf ist bei der enormen Auswahl von rund 500 Mineralwässern, 70 Heilwässern sowie mehreren Quell- und Tafelwässern zu achten. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Produkte und welches ist für wen das Richtige?

Warum Wasser so wichtig ist: Nur wer ausreichend trinkt, bleibt fit. Viele Menschen trinken zwar genug, - das sind 1,5 bis 2 Liter pro Tag und Erwachsenem - aber nicht das Richtige. Alkoholika, zuckerhaltige Limonaden, Milchmischgetränke oder Säfte sind keine guten Durstlöscher, im Gegenteil. Viel besser geeignet sind Mineralwasser oder gutes Trinkwasser, aufgepeppt etwas durch einen Wassersprudler.

Mineralwasser hat keine Kalorien und ist wegen der unterschiedlichen enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente ein gesunder Durstlöscher. Es liefert dem Körper nicht nur die notwendige Flüssigkeit, sondern die darin enthaltenen Mineralien und Spurenelemente unterstützen auch noch wichtige Körperfunktionen. Deshalb sollten nicht nur gesundheitsbewusste Menschen mindestens zwei Liter davon täglich trinken.

Wichtig ist außerdem, dass nicht zu viel auf einmal getrunken wird, sondern in kleinen Schlucken über den Tag verteilt. Denn zu schnell aufgenommenes Wasser wird auch schnell wieder von den Nieren ausgeschieden. Die richtige Trinkmenge ist nicht nur für den Wasserhaushalt des Körpers wichtig, sondern auch für die Verdauung. Wasser ist nicht gleich Wasser: Je nach Herkunft unterscheiden sich Zusammensetzung und Bezeichnung der unterschiedlichen Wässer.

Außer dem allseits bekannten Mineralwasser gibt es noch eine Reihe anderer Wassersorten, die sich durch ihre Entstehung, ihre Zusammensetzung und den Geschmack deutlich voneinander unterscheiden: Leitungs- oder Trinkwasser wird aus Grund- oder Oberflächenwasser gewonnen. Die Qualität dieses Wassers variiert von Ort zu Ort und es muss es deshalb von den Wasserwerken aufbereitet und gereinigt werden. Mancherorts erfährt es eine Chlorbehandlung oder es wird zusätzlich durch Aktivkohle gefiltert. In Deutschland kann man von einer guten Trinkwasser - Qualität ausgehen, da häufige und gründliche Kontrollen stattfinden. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn das Wasser aus veralteten Bleirohren fließt.

Tafelwasser ist nicht natürlichen Ursprungs sondern eine industriell hergestellte Mischung aus Leitungswasser und Bestandteilen wie Salz- oder Mineralwasser. Es darf an jedem Ort hergestellt und abgefüllt werden und auch "lose", also über Zapfanlagen, angeboten werden. Tafelwasser darf in Container und Tankwagen abgefüllt werden und braucht, im Gegensatz zu Mineralwasser nicht amtlich anerkannt zu werden. Selbst Zusatzstoffe dürfen im Rahmen des allgemeinen Lebensmittelrechts zugegeben werden.

Quellwasser hingegen kommt aus unterirdischen Reservoirs, weist aber - im Gegensatz zu natürlichem Mineralwasser ? keine höheren Konzentrationen an Mineralstoffen und Spurenelementen auf. Es braucht keine nachweisbaren Wirkungen auf die Gesundheit zu haben, da an die Zusammensetzung von Quellwasser die gleichen Maßstäbe wie an Leitungswasser angelegt werden.

Mineralwasser oder Natürliches Mineralwasser ist ein reines Naturprodukt und hat einen langen Weg hinter sich, bevor es in die Flasche gelangt. Es wird aus dem so genannten Tiefenwasser unterirdischer Quellen gewonnen und muss von natürlicher Reinheit sein. Es wird natürlich gereinigt und gefiltert, indem es durch Erd- und Gesteinsschichten - insbesondere Karbonat- und Salzgesteine - sickert. Auf diesem Weg nimmt das Wasser Kohlensäure und Mineralstoffe auf.

Je mehr Kohlensäure ein Wasser enthält, desto mehr Mineralien werden aus den umgebenden Gesteinsschichten gelöst und deren Bestandteile aufgenommen. Um die Bezeichnung Mineralwasser zu erhalten, muss es direkt am Quellort abgefüllt werden, vor jeglicher Verunreinigung geschützt und von Natur aus mit einer Mindestmenge an Mineralstoffen angereichert sein. Bei natürlichem Mineralwasser darf nichts zugesetzt werden. Lediglich die Entfernung von Eisen und die Regulierung des Kohlensäure - Gehaltes sind erlaubt.

Außerdem muss ein Blick auf das Etikett verraten, welche Mineralstoffe und Spurenelemente im Mineralwasser stecken. Die Analyse der Inhaltsstoffe wird in regelmäßigen Abständen wiederholt. Das Etikett gibt außerdem Auskunft darüber, aus welcher Quelle das Wasser kommt, wie lange es haltbar ist und macht Angaben über Behandlungsverfahren, Quellname, Abfüllort, Datum und Ergebnis der amtlich anerkannten Analyse Auskunft geben. Natürliches Mineralwasser ist das einzige genehmigungspflichtige Lebensmittel in Deutschland.

Jegliches Wasser mit der Bezeichnung Heilwasser muss noch höheren Ansprüchen gerecht werden. Es gilt als frei verkäufliches Arzneimittel und muss deshalb aus speziellen Heilquellen stammen. Dabei unterliegt es den strengen Richtlinien des Arzneimittelgesetzes. Als so genannte Fertigarzneimittel müssen Heilwässer eine medizinische Wirksamkeit aufweisen, also beispielsweise Krankheiten vorbeugen, lindern oder sogar heilen können. Mögliche Anwendungsgebiete sind z.B. chronische Magen-Darm-Erkrankungen, verschiedenen Nierenleiden und Osteoporose. Die Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz erhält das Produkt erst bei einem Mindestgehalt an Mineralstoffen.

Ein geringer Mineralsalzgehalt - unter 500 Milligramm pro Liter (mg/l) - ist für täglichen Gebrauch geeignet. Ein sehr niedriger Mineralsalzgehalt unter 50 mg/l ist bei Nierensteinen und Bluthochdruck genau richtig. Ist der Mineralsalzgehalt bis zu 1500 mg/l hoch, ist das Wasser nicht für den täglichen Gebrauch, sondern nur bei medizinischer Indikation, wie Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Verdauungswege oder der Bauchspeicheldrüse geeignet.

Natrium - Erhält die Gewebespannung und reguliert den Wasserhaushalt des Körpers. Es spielt deshalb eine wesentliche Rolle bei der Muskelreizbarkeit- und Kontraktion. Beim Schwitzen geht reichlich Salz verloren, deshalb ist im Sommer oder nach dem Sport und körperlichen Anstrengungen ein Mineralwasser mit mindestens 250 Milligramm Natriumgehalt empfehlenswert. Der hohe Natriumgehalt von mehr als 200 mg/l wirkt förderlich auf die Darmtätigkeit, Gallengänge und Leber, ist jedoch nicht bei Bluthochdruck geeignet. Mütter wissen es: Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist ein Natriumgehalt von 20 mg/l und ein Nitratgehalt 10 mg/l geeignet. Wasser mit einem Natriumgehalt von weniger als 20 mg/l ist für natriumarme Ernährung zweckmäßig. Zusammen mit Chlorid und Kalium reguliert Natrium den Wasser- und Säuren-Basen-Haushalt. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle für die Muskeln und den Blutdruck.

Calcium - der wichtigste Mineralstoff für Knochen und Zähne. 99 Prozent des im Körper enthaltenen Calciums sind im Skelett gespeichert. Das restliche Calcium unterstützt die Blutgerinnung, hilft bei der Übertragung von Nervenimpulsen, bei der Herzfunktion oder bei der Ausschüttung einiger Hormone und Enzyme. Ein Calciumgehalt von mehr als 150 mg/l sorgt für ausreichend Calcium bei Milchunverträglichkeit, ist während der Schwangerschaft geeignet und gut für Kinder im Wachstum.

Magnesium - ist besonders wichtig für Muskeln und Knochen. Ein Mangel macht sich manchmal durch Muskelkrämpfe bemerkbar. Ein Wasser mit einem Magnesiumgehalt von mehr als 50 mg/l ist deshalb besonders geeignet bei Stress und für sportlich aktive Menschen. Magnesium kommt in fast allen Zellen unseres Körpers vor und ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen wie dem Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt.

Liegt der Bicarbonatgehalt über 600 mg/l, werden die enzymatischen Vorgänge der Verdauung unterstützt. Ein Sulfatgehalt von mehr als 200 mg/l hat dagegen einen abführender Effekt. Die Funktion von Darm, Galle und Leber werden ab einem Chloridgehalt von mehr als 200 mg/l gefördert. Osteoporosepatienten- oder gefährdete sollten angeblich auf einen Fluorgehalt von mehr als 1 mg/l achten. Der Gehalt an zweiwertigem Eisen (Fe2+) ist bei mehr als 1 mg/l bei Blutarmut geeignet.

Wer sich schon immer über den Begriff "enteisent" gewundert hat: man findet ihn häufig auf der Wasserflasche. Er bedeutet, dass das ursprünglich im Wasser enthaltene Eisen aus der Quelle herausgefiltert wurde. Würde das nicht passieren, bekäme das Wasser etwa eine Stunde nach dem Öffnen der Flasche eine rostbraune Farbe, da das Eisen bei Sauerstoffkontakt oxidiert.

Allgemein gilt: Wer sich ausgewogen ernährt und keinen speziellen Mehrbedarf an Mineralstoffe und Spurenelementen hat, kann auf ein Mineralwasser mit geringem Mineralsalzgehalt oder auf Trinkwasser zurückgreifen. Am besten immer nachschenken, sobald das Glas leer ist und zu jeder Tasse Kaffee oder Tee mindestens die 1,5-fache Menge Mineralwasser trinken. Übrigens müssen Mineral- und Heilwasser, in der Gastronomie - im Gegensatz zu Quell- oder Tafelwasser - stets in der Flasche serviert werden.

Trotz aller Vorteile tut der Verbraucher gut daran, sein Wasser bewusst auszuwählen, das zeigen auch die neuesten Ergebnisse von foodwatch und Ökotest. Über zwei Drittel der getesteten Mineralwässer stellten sich bei Stiftung Ökotest als rundum empfehlenswerte Durstlöscher heraus. Trotzdem fiel der Test im Vergleich zu 2003 schlechter aus. Belastungen mit Schwermetallen wie Arsen und Uran sind der Grund für sechs mittelmäßige und eine mangelhafte Note, so Ökotest. Als die Uranbelastung diverser Mineralwässer bekannt wurde, gab foodwatch eine Prüfung in Auftrag. Getestet wurde durch SGS Institut Fresenius GmbH zwischen dem 12. und dem 17.07.2006. Die Proben wurden im Januar 2006 in Berliner Supermärkten gekauft. Das Umweltbundesamt (UBA) hält maximal 10 µg Uran je Liter bei Erwachsenen für akzeptabel, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) maximal 15 µg Uran je Liter bei Erwachsenen bzw. maximal 2 µg Uran je Liter bei Säuglingen/Kleinkindern, so foodwatch. Eines der getesteten Wasser wies sogar einen Urangehalt von 17,0 µg je Liter auf.

Autor: Jutta Pöschl

Quelle: www.gesundheit.de ; www.foodwatch.de ; www.mineralwasser.de ; Verbraucherzentrale Südtirol ; www.oekotest.de

Quelle: freenet.de
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