Trendige Gemüseoldies

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von Jutta Pöschl

Vor einigen hundert Jahren zierten Gemüse wie Erdbeerspinat oder Knollenziest hierzulande die Festtagstafeln von Adelshäusern. Arten wie Pastinaken, Haferwurzel oder Steckrüben boten der breiten Bevölkerung schmackhafte und gesunde Grundnahrungsmittel. Im Verlaufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurden diese Pflanzen durch neue Modegemüse wie Möhren, Kartoffel und Co. verdrängt. Heute liegen die einheimischen Gemüseoldies jedoch wieder voll im Trend.

Spitzenköche brachten die Küchenklassiker wieder auf die Feinschmeckertafeln zurück.

Postelein oder Stielmus kennen die wenigsten Menschen. Das liegt daran, dass viele der alten Gemüsearten im Lebensmittelhandel leider nur schwer zu finden sind. Sie können aber ohne viel Mühe im eigenen Garten oder sogar auf dem Balkon kultiviert werden. Die meisten der Gemüseantiquitäten schmecken nicht nur gut, sondern sehen auch als Zierpflanze sehr schön aus. Ein Versuch Querbeet durch Urgroßmutters Gemüsegarten lohnt sich also in jedem Fall.

Spinat mit Erbeeren?

Der, mit seinen roten Beeren, schmückende Erdbeerspinat zum Beispiel: Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Erdbeerspinat mehr und mehr von dem heute in nahezu jeder Tiefkühltruhe lagernden Gartenspinat verdrängt. Dieser hat den Vorzug, großblättriger und einfacher zu ernten zu sein. Wer jedoch Wert auf Abwechslung auf dem Teller und im Garten legt, dem sei der schmückende Erdbeerspinat ans Herz gelegt, denn schließlich isst das Auge mit.

Erdbeerspinat ist im Samenfachhandel erhältlich. Die Pflanze wird etwa 60 bis 80 cm hoch. Im reinen Blattstadium ist der Erdbeerspinat nur schwer von ?normalem? Spinat zu unterscheiden. Ab etwa August, nach einer eher unscheinbaren Blüte, bildet die Pflanze jedoch auffallend rote Scheinbeeren.

Den aromatisch-süßen Geschmack der Pastinake lobten schon die alten Römer. Auch bei uns galt das weiße Wurzelgemüse lange Zeit als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Durch den hohen Gehalt an Stärke und Zucker ist es nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr nahrhaft. Unverständlicherweise wurde die Pastinake dann aber im 18. Jahrhundert durch die Möhre und die Kartoffel komplett ersetzt. Gäbe es nicht den ökologischen Landbau, würde die Pastinake in Deutschland sicher in Vergessenheit geraten. Vor allem Biobauern waren es, die das süßwürzige Gemüse in den letzten Jahren wieder auf ihre Beete und damit in unsere Küchen holten. In Frankreich oder England hingegen hatten Pastinaken schon immer einen wesentlich höheren Rang, als bei uns, auf der Speisekarte. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Anbau und Pflege

Wilde Pastinaken wachsen heute noch in ganz Europa an Wegrändern, Böschungen und Wiesen, wo sie von Schafen und Ziegen dankbar verspeist werden. Die üblicherweise in der Küche verwendete Kulturpastinake unterscheidet sich von ihrer Wildform eigentlich nur durch die dickere Wurzel.

Pastinaken sind zweijährige Pflanzen - im ersten Jahr bilden sie die Wurzeln, im zweiten Jahr Blüten. Für den Anbau im eigenen Garten ist jedoch nur das erste Jahr von Bedeutung und ganz einfach, denn die Pflanzen gedeihen überall da, wo auch Möhren gerne wachsen. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Boden einigermaßen tiefgründig und humusreich ist.

Worauf Sie bei Anbau und Pflege der alten Gemüsearten achten müssen, verrät Ihnen die neue Rubrik Wiederentdeckte Gemüsearten auf www.was-wir-essen.de. Dort bekommen Sie auch Tipps, wie Sie die verschiedenen Gemüse am besten lagern und zubereiten.

Quellen: aid presseinfo, www.was-wir-essen.de

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