Modetrends: Naturmaterialien vs. vegane Alternativen

Junge Frau mit hochwertiger Daunenjacke
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Junge Frau mit hochwertiger Daunenjacke

 © Foto-Quelle: © Lars Zahner – Fotolia.com
25.07.2018 - 08:00 Uhr von freenet.de

Mode sollte Spaß machen – nicht das Gewissen belastende Trends werden deshalb nicht mehr nur von den großen Modemachern in London, Paris und New York geschaffen, sondern gehen auch hin zu mehr Nachhaltigkeit, Tierschutz und bewusstem Einkaufen. Die Frage ist, können wir weiterhin auf Naturfasern setzen oder haben vegane Alternativen im Vergleich sowieso die Nase vorn? 

Daunenjacke vs. Kunstfaserjacke

Wärmender, aber leider äußerst unästhetischer Michelin-Männchen-Style war gestern. Stylische Daunenjacken gehören heute von kühlen Spätsommertagen bis in den tiefsten Winter genauso in den Kleiderschrank wie ein klassischer Wollmantel oder die rockige (Kunst)lederjacke.  

Im Vergleich zur Kunstfaserjacke aus Polyester oder veganen Naturmaterialien wie Hanf oder Baumwolle  besticht die Daunenjacke vor allem durch ihre Wärmeleistung, die absolut unübertroffen ist. Die Schneeflockenstruktur der Enten- oder Gänsedaunen schließt Luft ein, die wiederum Wärme speichert und Kälte abhält. Und diese Struktur ist absolut unnachahmlich!  

Auch in Sachen Gewicht und Packgröße schlägt die Daunenjacke ihre veganen Alternativen größtenteils deutlich. Ausnahme: PrimaLoft-Jacken sind ebenso leicht und komprimierbar wie Daunenjacken. Für lange Wanderungen mit großen Höhenunterschieden sind deshalb sowohl Jacken mit Daunen- als auch mit Polyesterfüllung eine gute Wahl. Erstere haben jedoch in puncto Wärmeleistung die Nase vorn.  

Einziger Nachteil echter Daunen: Bei Regen oder Schnee besteht die Gefahr, dass sie verklumpen, während Kunstfasern wie Polyester Feuchtigkeit besser regulieren können. Trotzdem ist die Pflege beider Jackenarten problemlos in der Waschmaschine möglich.

Merinofunktionswäsche vs. Synthetikfasern

In Wolle gekleidet zum Sport? Was im ersten Moment wie ein abstruser Gedanke klingt, darauf schwört der gesamte Outdoorsportbereich. Merinowolle heißt das Zauberwort von Unterwäsche bis hin zu Oberbekleidung und wird als wahres Wundermaterial gefeiert.  

Tatsächlich sorgt Funktionswäsche aus Merinowolle für den idealen Temperaturausgleich selbst bei extremen Temperaturen. Schweiß und Feuchtigkeit können Merinowolle nichts anhaben. Selbst dann, wenn der Puls in die Höhe schnellt oder Sie von einem Regenguss überrascht werden, fühlt sich Merinowolle nicht klamm an!  

Die Wolle ist so fein, dass sie nicht kratzt und durch die Zellstruktur des Zwirns können Bakterien sich nicht festsetzen. Merinowolle ist deshalb sehr hygienisch und riecht selbst nach langen Wanderungen nicht unangenehm. Gleichzeitig ist der Tragekomfort äußerst hoch. Für lange Touren ein Muss!  

Ganz natürlich überzeugt die feine Wolle durch ihre herausragenden Eigenschaften. Doch Experten sind auf der Suche nach der perfekten Kunstfaser aus Polyester, Polyamid oder Elasthan. Ständig neu und verbessert präsentieren sich viele Materialien, die angenehm auf der Haut liegen, schnell trocknen und dabei sehr leicht sind.

Wer vegane Alternativen aus der Natur bevorzugt, kann auf Mode aus Algen (SeaCell™) oder Bambus zurückgreifen. Die feinen Fasern sind beinahe ebenso atmungsaktiv, geruchsneutral und strapazierfähig wie die Wollalternative.

Für den Outdoorbereich macht es vielleicht schlicht und einfach die Mischung. Kombinieren Sie nachhaltige und selbstreinigende Merinowolle mit Kunstfasern für noch mehr Flexibilität und ein noch höheres Maß an Strapazierfähigkeit!

Kaschmirpullover vs. Baumwollstrick

Cashmere ist Luxus pur! Das weiß nicht nur die britische Queen. Der Edelzwirn sieht nicht nur elegant aus, er liegt kuschelweichauf der Haut und ist so angenehm zu tragen, dass Sie Ihren kuschelweichen Pullover aus Kaschmirwolle mit Sicherheit nicht mehr ausziehen möchten.  

Im Kleiderschrank ist er ein absolutes Universalgenie. Ein Kaschmirpullover passt zur Jeans für den alltagstauglichen Look, kann aber auch als Lage über einem Hemd oder einer Bluse getragen werden, sodass er im Büro für Blicke sorgt.

Gerade an kalten Tagen hat der Kaschmirpullover seine Sternstunde. Zwar sind die einzelnen Fäden unendlich zart, weich und anschmiegsam, nichts desto trotz ist die Wolle in ihrer Wärmeleistung unübertroffen. Die Fasern nehmen Feuchtigkeitgut auf, sodass Sie nicht ins Schwitzen geraten und bleiben dabei auch noch geruchsneutral.

Obwohl Pullover aus Kaschmirwolle nicht knittern, haben sie auch einige kleine Nachteile. So fusseln sie unter Umständen (‚Pilling’) und müssen mit Vorsicht behandelt werden, damit das empfindliche Material keine Löcher bekommt.

Baumwolle – ein wahrer Klassiker unter den Oberbekleidungsmaterialien – ist da um einiges robuster und strapazierfähiger. Dafür allerdings auch um einiges weniger kuschelig. Cashmere ist in puncto Weichheit und Tragekomfort unumstritten. Als nicht-tierische Alternative trägt Sojaseide sich ähnlich weich auf der Haut und ist damit ein Geheimtipp für alle Tierfreunde.  

Und der Sieger heißt...

Im Vergleich haben Naturfasern wie Daunen, Merino oder Kaschmir die Nase vorn, wobei Kunstfasern aus Polyester, Polyamid oder Elasthan oft ähnlich gute Qualität an den Tag legen.  

Daunenfedern und Edelwolle sind hautfreundlich und damit für Allergiker optimal geeignet. Sie sind unübertroffen weich auf der Haut und dabei äußerst atmungsaktiv, sodass Schwitzen in Naturfasern der Vergangenheit angehört. Trotz ihrer luftigen Leichtigkeit wärmendie multifunktionalen Kleidungsstücke ihre Träger nachhaltig.  

Nicht-tierische Naturmaterialien wie Sojaseide, Algen oder Bambus sind für umweltbewusste Tierschützer heutzutage ebenfalls eine modische und funktionale Alternative.  

Es bleibt also als Fazit: die ‚Originale‘ mit Daunenfedern oder aus Wolle begeistern nach wie vor. Die veganen Optionen können aber oft durchaus mithalten. Wer den Kauf einer Daunenjacke, eines Kaschmirpullovers oder Sportbekleidung aus Merinowolle also aus Tierschutzgründen nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, da die Lieferkette nicht immer zu 100% nachvollziehbar ist, dem stehen verschiedene Möglichkeiten offen.    

Entweder er greift zu alternativen Materialien oder aber er achtet penibel genau auf Zertifizierungen wie den RDS (Responsible Down Standard) oder das ZQ-Merino-Qualitätssiegel. Beide sollen garantieren, dass die Naturmaterialien auf verantwortungsbewusste Weise gewonnen wurden, ohne dass Tiere dafür leiden mussten.

Quelle: freenet.de
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