Abenteuer in Ägypten

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26.03.2007 - 07:23 Uhr

von Grigorios Petsos

Wer nach Ägypten fährt, der bucht meist eine Pauschalreise und ist dann auf das Programm des Veranstalters angewiesen. Besuchen Sie das Land der Pharaonen doch einmal auf eigene Faust, so können Sie nicht nur Ihre Zeit besser einteilen, sondern lernen auch Land und Leute intensiver kennen. Suchen Sie sich ihre Lieblingsunterkunft vor Ort, erstellen Sie ihre eigene Route und sparen Sie dabei auch noch Geld. Natürlich gibt es auch Einiges zu beachten. Wir geben Ihnen wichtige Tipps, wie Sie sicher und bequem das Land am Nil bereisen.

Selbstverständlich sollten Sie nicht völlig unvorbereitet aufbrechen, so wie es vielleicht bei einem Spontanurlaub innerhalb Europas machen würden. Die Sicherheitslage in Ägypten ist noch nicht völlig entspannt. Es gab zwar schon lange keine Anschläge auf Touristen mehr, dennoch ist eine gewisse Terrorgefahr weiterhin gegeben, aber wo ist sie das nicht? Letztlich ist man als Individualtourist sogar sicherer, da man sich meist abseits der Touristenhochburgen aufhält.

Kairo, wo die Pyramiden stehen
Wenn Sie ein paar grundsätzliche Regeln beachten, kann man diese hypothetische Gefahr auf ein Minimum reduzieren. Am Anfang steht immer die Information des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de). Dort finden Sie immer die wichtigsten aktuellen Hinweise. Wichtig ist zum Beispiel, nicht alleine mit dem Auto unterwegs zu sein, besonders nicht nachts. Aber ein eigenes Auto ist auch nicht nötig, außer man sucht dieses spezielle Abenteuer.

Aber fangen wir am Anfang an, nämlich bei der Planung. Überlegen Sie sich zuerst eine Route. Was wollen Sie erleben? Möchten Sie die Städte Kairo oder Alexandria kennen lernen? Kairo bietet sich in jedem Fall an, da die günstigsten Flüge dort ankommen. Es empfiehlt sich dabei, am Anfang und am Ende der Reise ein paar Tage in der vielfältigen Hauptstadt zu verbringen, dann kann man einerseits erst einmal ankommen, andererseits das Ende der Reise gemütlich ausklingen lassen.

Siwa, wo Alexander der Große zum Pharao wurde
Die Vielfalt Ägyptens lässt sehr unterschiedliche Reiserouten zu. Besuchen Sie doch einmal die ägyptischen Oasen in der Libyschen Wüste westlich des Nils. Sie werden überrascht sein, welche Garten Eden hier mitten im Sand erblüht sind. Diese Oasen sind nämlich viele Quadratkilometer groß und man braucht ebenfalls ein Taxi (oder ein Fahrrad) um sich darin fortzubewegen.

Die Oase Siwa zum Beispiel kann mit dem Bus oder Sammeltaxi erreicht werden und ist erst vor 20 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die dort lebenden Beduinen haben sich 1985 dafür entschieden, ihre Jahrhunderte lange Isolation aufzugeben und heißen jetzt alle Touristen herzlich willkommen. Allein der mittelalterliche Stadtkern ist eine Sehenswürdigkeit. Von hier aus kann man mit dem Jeep oder Kamel zur nächsten Oase reisen.

Die libysche Wüste, wo Shorts nicht gern gesehen sind
An dieser Stelle sei gleich ein Hinweis gegeben, den alle Ägyptenreisenden immer beachten sollten, aber ganz besonders in den Oasen. Halten Sie bitte die ortsüblichen Kleidervorschriften ein. Auch wenn Ihnen das aus westeuropäischer Sicht lächerlich vorkommen mag, die Ägypter legen sehr viel Wert darauf und zollen Ihnen letztlich auch mehr Respekt, wenn Sie die Landessitten beachten.

Vermeiden Sie auch als Mann kurze Hosen, aber vor allem als Frau. Frauen sollten zudem keinen Ausschnitt zeigen und auch keine freien Arme, wenn irgendwie möglich. Versuchen Sie auch enganliegende Kleidung zu vermeiden. Das gilt natürlich nicht für die Badestrände, aber auch dort kann mehr oder weniger freizügig sein.

Leider sieht man immer wieder ganze Gruppen von Touristen, die in knappen Tops und Shorts durch die Straßen ziehen und so sogar Moscheen besichtigen wollen. Ein Großteil der Ressentiments seitens der Ägypter, so fern es überhaupt welche gibt, ist durch derartige Auftritte entstanden. Dennoch werden die wenigsten Ägypter sie darauf ansprechen, denn die Gastfreundschaft der Ägypter ist sprichwörtlich.

Wir sind immer noch zuhause und planen die weitere Reise. Entweder Sie waren jetzt schon in den Oasen oder Sie fahren von hier aus gleich in eine andere Richtung. Die ersten Tage in Kairo sind auf jeden Fall schnell rum. Hier kann man das einzigartige Ägyptische Museum besichtigen, die Zitadelle des Saladin, den berühmten Basar Khan-El-Khalili in der Altstadt, das Leben und Treiben in einer Stadt zwischen Abendland und Morgenland. Auch die Pyramiden in Giza und Sakkhara sowie die alte Haupstadt Memphis sind von der Stadtmitte schnell zu erreichen.

Abenteuer Taxifahrt in Kairo
Aber natürlich benötigen Sie zu erst einmal eine Unterkunft in dieser Zehn-Millionen-Metropole. Es ist nicht schwer, in Kairo ein Hotel mit einem freien Zimmer zu finden. Suchen Sie sich aber trotzdem vorher mehrere Hotels aus einem Reiseführer heraus. Buchen Sie ihren Flug so, damit sie morgens oder vormittags ankommen. Dann klappern Sie die einzelnen Hotels per Taxi einfach ab, bis Ihnen eins gefällt. Wundern Sie sich unterwegs nicht, wenn der Taxifahrer nach dem Weg fragen muss, letztlich wird er das Hotel finden.

Taxifahren in Ägypten ist sehr günstig und schnell. Es gibt auch Sammeltaxis, aber dazu kommen wir später. Am Flughafen angekommen, werden Sie erst einmal von einer Schar von Taxifahrern, Gepäckträgern und freiberuflichen, oft selbst ernannten Reisebegleitern empfangen. Jetzt beginnt der Abenteuerurlaub. Aber keine Panik, wenn Sie den Flughafen überstanden haben, kann es nur noch besser werden. Nehmen Sie einfach irgendeinen Taxifahrer, zahlen Sie aber auf keinen Fall mehr als umgerechnet 10 Euro für die Fahrt zum Hotel und lassen Sie sich auf nichts anderes ein!

Wichtigste Vokabel: Lá Schukran
Die Ägypter sind freundlich, sehr freundlich, sehr, sehr freundlich. Als Europäer wittert man dahinter natürlich sofort einen tiefere Absicht, zu Recht. Auch wenn Sie nur zu einem Tee eingeladen werden, irgendwann will man Ihnen doch etwas verkaufen. Wenn Sie was nicht wollen, dann sagen Sie nein, manchmal muss man es zweimal sagen. Aber ein bestimmtes Nein lässt jeden Ägypter sofort verstummen.

Viele Ägypter sprechen Englisch, manche Französisch. Mit dem "No thanks" kommen Sie also am weitesten. Noch besser werden Sie verstanden, wenn Sie gleich auf Arabisch "Lá Schukran" nein danke sagen. Sie werden es oft brauchen. Auch der Taxifahrer wird Ihnen auf der Fahrt Touren oder Besichtigungen anbieten. Lassen Sie sich aber zuerst zu einem Hotel fahren.

Alles Verhandlungssache
Am Hotel angekommen, zahlen Sie den Taxifahrer aus, lassen Ihn aber trotzdem kurz warten. Falls Sie im Hotel bleiben, geben Sie ihm noch ein Extratrinkgeld (Bakschisch), falls nicht, handeln Sie einen Preis zum nächsten Hotel aus. Das Bakschisch ist dabei mehr als nur Trinkgeld, es wird für alle möglichen kleinen Dienste verlangt und auch Bettlern gegeben. Aber meist im Bereich von ein bis höchstens drei ägyptischen Pfund. Drei Pfund (Pound) sind ungefähr ein Euro.

Das Taxi in Kairo ist dann auch wesentlich günstiger als das Taxi vom Flughafen. Im Allgemeinen können Sie für ein paar Euro die halbe Stadt durchqueren. Die Taxifahrer versuchen natürlich mehr rauszuschlagen, je besser Sie mit ihm verhandeln, desto weniger zahlen Sie.

Wenn Sie sich dann vor Ort für eines der Hotels entschieden haben, die Sie vorausgewählt hatten, können Sie sich auf die nächste Etappe vorbereiten. Wie wollen Sie weiterreisen? Mit dem Zug, dem Schiff, dem Bus oder dem Sammeltaxi? Und wohin? Den Nil entlang nach Süden oder nach Norden Richtung Alexandria und Mittelmeer? Oder vielleicht sogar in den Sinai oder ans Rote Meer?

Die Schiffsreise wollen wir erst einmal außen vorlassen. Wenn Sie in den Süden oder Norden wollen, fahren Sie am besten mit dem Zug. Nehmen Sie die Erste Klasse, sie entspricht unserer zweiten Klasse und die Tickets sind sehr günstig. Die Zugfahrt ist sicher, sie lernen die Menschen kennen, in der ersten Klasse sind das meist wohlhabendere Ägypter, die Ihnen auch nichts verkaufen wollen.

Abenteuer öffentlicher Verkehr
Die 12-stündige Zugfahrt nach Luxor, wo das Tal der Könige liegt und die meisten interessanten altägyptischen Tempel stehen, ist meist sehr angenehm. Es kann zwar manchmal zu Verspätungen kommen, aber der Zug hält nicht oft, weshalb man die tausend Kilometer lange Strecke bis nach Assuan (südlich von Luxor) auch sehr gut überstehen kann.

Wenn Sie nach Alexandria wollen, können Sie noch günstiger mit dem Sammeltaxi oder dem Bus fahren. Das Auswärtige Amt warnt vor Fahrten mit diesen öffentlichen Verkehrsmitteln, da die Unfallgefahr hoch sei. Tatsächlich sind die privaten Kombis oder Kleinbusse völlig von jeglicher technischen Überwachung befreit. Man wird zusammengepfercht mit anderen Fahrgästen, die meist Einheimische sind. Der eine oder andere fährt durchaus auch auf der Stoßstange oder im Türrahmen mit. Die öffentlichen Busse sind kaum besser, aber mit ein bisschen Abenteuerlust kann so eine (kurze) Sammeltaxi- oder Busfahrt ein tolles Erlebnis werden und dabei lernt man dann auch die einfachen Leute kennen.

Immer cool bleiben
In Luxor und auch an anderen historischen Stätten erwartet Sie dann noch einmal eine Heerschar von selbsternannten Reisebegleitern. Kämpfen Sie sich durch und lassen Sie sich für ein paar Pfund zu einem der Hotels bringen, das Sie sich aus dem Reiseführer vorher ausgesucht hatten. Viele Hotels lassen sich inzwischen übers Internet buchen, aber dann wissen Sie nie genau was Sie erwartet. Klappern Sie auch hier lieber drei oder vier Hotels ab und schauen Sie sich alles genau an.

Auch im Hotel wird man Ihnen gleich Touren zu den archäologischen Stätten anbieten. Diese können Sie durchaus in Betracht ziehen. Es lohnt sich aber auch zu vergleichen. Machen Sie einen Abendspaziergang durch das Basarviertel. Dann werden Sie noch einmal eine ganze Reihe Fremdenführer kennen lernen, aber lassen Sie sich zu schnell überreden. Bleiben Sie freundlich, aber zurückhaltend. Vergleichen sie deren Angebote mit denen ihres Hotels. Dann haben Sie auch eine Verhandlungsgrundlage.

Die Gefahren lauern woanders
Die Gefahr überfallen oder ausgeraubt zu werden, ist in Ägypten übrigens denkbar gering. Auch Diebstähle, sexuelle Belästigungen oder gar körperliche Gewalt brauchen Sie als Tourist weniger zu fürchten als in jedem europäischen Land. Die Strafen, die die Ägypter zu erwarten haben, sind derart drakonisch, insbesondere wenn Touristen betroffen sind, dass so etwas nur selten vorkommt. Überlegen Sie es sich deshalb auch zweimal, bevor Sie einen Ägypter bei der Polizei anzeigen, denn diese geht schon bei der Ermittlung alles andere als zimperlich mit ihren Landsleuten um.

Viel eher laufen Sie Gefahr beim Verhandeln über den Tisch gezogen zu werden. Es wird im arabischen Raum durchaus als legitim angesehen, wenn man der anderen bei einem Geschäft übervorteilt. Als Individualtourist in Ägypten sollten Sie also Verhandlungsgeschick mitbringen, nicht leichtgläubig sein und auch relativ gute Nerven haben. Insbesondere in der Innenstadt von Luxor können die superfreundlichen Angebote zum Spießrutenlauf werden.

Deshalb sollten Sie für die Besichtigung des Tals der Könige, des Hatschepsut-Tempels oder anderer großer Stätten auf einen einheimischen Führer zurückgreifen. Wie Sie sich verhalten, wenn Sie eingeladen werden, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Sind Sie erst einmal mit einem Führer handelseinig geworden, dann können Sie ihn auch gleich mehrere Tage hintereinander buchen. In seiner Begleitung sind Sie dann für die anderen tabu und werden nicht mehr angesprochen. Der Führer vor Ort wird Sie dann vielleicht irgendwann zu sich nach Hause einladen, nehmen Sie das Angebot an, Sie können nichts falsch machen, wenn Sie sich nur respektvoll benehmen und die Kleiderordnung einhalten.

Nicht als Gastgeber aufspielen
Auf eine Gegeneinladung ins Restaurant oder Ähnliches sollten Sie aber verzichten. Das wird von den Ägyptern als nicht angemessen betrachtet. Besuchen Sie zudem auf keinen Fall noch einmal die Gastgeber uneingeladen auf eigene Faust, zum Beispiel weil Sie grad zufällig in der Nähe sind. Das wird als äußerst aufdringlich betrachtet. Die einmalige Einladung war nur eine Geste der Gastfreundschaft und kein Freundschaftsangebot. Für den Gastgeber sind Sie letztendlich nur ein Geschäftspartner.

Möglicherweise lernen Sie auch Ägypter rein privat kennen, die Sie dann einladen, aber auch hier gilt erst einmal Zurückhaltung. Alle Angebote müssen vom Gastgeber kommen, Sie können sie ablehnen oder annehmen. Erst wenn Sie ein wirklich gutes Verhältnis aufgebaut haben, können Sie auch einmal eine Einladung aussprechen.

Die Oberägypter lassen es ruhig angehen
Sie müssen im Übrigen nicht unbedingt einen Führer mieten. Mieten Sie sich einfach ein Fahrrad und radeln ins Tal der Könige. Mit dem Reiseführer (Buch) in der Hand, ist es kein Problem, auch alle anderen Stätten bei Luxor und Theben West komplett auf eigene Faust zu erkunden.

Von Luxor kann man nach Assuan weitergefahren. In Assuan leben die Oberägypter. Sie sind dunkler als die recht europiden Unterägypter im Norden des Landes. Hier ist alles ein wenig geruhsamer, Fremdenführer werden sich trotzdem anbieten. Es lohnt sich die Tagestour ins noch südlicher gelegene Abu Simbel zum riesigen Ramses-Tempel, der durch ein deutsche Firma Hunderte von Kilometern versetzt wurde, um dem Assuan-Staudamm zu weichen.

Mit der Feluke über den Nil
Dazu kommen noch eine ganze Reihe weiterer historischer Sehenswürdigkeiten, wie die Insel Elephantine. Von Assuan aus können Sie dann wieder mit dem Zug zurückfahren. Die meisten, die auf eigene Faust reisen, fahren aber mit dem Schiff zurück nach Luxor. Und zwar nicht mit dem Luxusdampfer, was auch sehr reizvoll sein kann, sondern mit der Feluke, dem Segelboot, mit dem schon die alten Ägypter den Nil befuhren. Die Angebote der Kapitäne lassen natürlich nicht lange auf sich warten.

Hier können Sie am besten vergleichen. Schauen Sie sich einfach die einzelnen Feluken an und in welchem Zustand sie sind, und auch in welchem Zustand der Schiffsführer ist. Preise vergleichen, verhandeln und los geht die romantische Fahrt drei Tage lang mit dem einmastigen Segelboot über den Nil. Wenn Sie Glück haben, sind der Käptn oder sein Bootsmann auch noch musikalisch und spielen und singen abends am Lagerfeuer ägyptische Volkslieder. Diese unvergesslichen Fahrten auf Augenhöhe mit dem Nil sind über keine Pauschalreise zu buchen und allein Grund genug, sich selbständig auf die Reise zu begeben.

In Luxor angekommen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können auch von hier aus eine Tour durch die westlichen Oasen nehmen, Sie können zurück nach Norden Richtung Kairo oder Alexandria oder Sie fahren von hier aus mit dem Bus oder dem Sammeltaxi direkt ans Rote Meer. So machen wir das jetzt hier einmal.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ab hier schränkt sich Ihre individuelle Bewegungsfreiheit ein. Es führt nur eine Straße ans Meer, die auch nur im Konvoi befahren werden darf. In Kairo können Sie sich einen Mietwagen nehmen, um beispielweise zu den Pyramiden zu fahren. Im Landesinneren sollen Sie das lassen. Fahren Sie mit dem Bus (für ein paar Euro) oder mit dem Sammeltaxi für ein paar Euro mehr.

Luxus-Rucksack-Tourismus möglich
Wenn es Ihnen nicht so aufs Geld ankommt, können Sie die Individualreise auch etwas luxuriöser gestalten. Für unseren Geldbeutel sind sogar Taxifahrten über mehrere hundert Kilometer durchaus bezahlbar. Oder Sie kaufen sich einfach ein Ticket auf einem Nil-Luxus-Dampfer und fahren zurück nach Kairo und von dort weiter nach Alexandria. Das geht auch einfach so. Die Ägypter sind sehr flexibel. Hotels mit vier oder fünf Sternen sind zudem meist nicht ausgebucht. Alternativ bietet es sich auch an, alle Unterkünfte vorher zu buchen und nur die Fahrten und Touren selbst zu organisieren.

Ans Rote Meer geht?s jedenfalls im Konvoi. Es gibt auch nur drei oder vier Orte, die für einen Urlaub an der ägyptischen Ostküste in Frage kommen. Wenn Sie zum Beispiel in Hurghada ankommen, wird sie die Tristesse der weit verstreuten Vorstadt deprimieren. Warum buchen denn alle Hurghada als Pauschalreise, werden Sie fragen. Ganz einfach: Vor Hurghada und vor der gegenüberliegenden Südspitze der Sinai-Halbinsel liegen die vielleicht schönsten Tauchgründe der Welt.

So trist die ganze Gegend, die von Bausünden und -ruinen gezeichnet ist, so prachtvoll und farbenfroh ist die Unterwasserwelt. Wenn man nicht tauchen will, kann man hier auch einen prima Badeurlaub verbringen. Altägyptische Schätze gibt es am ganzen Roten Meer nicht, auch kaum auf dem Sinai. Als Zwischenstation für den Abenteurer ist Hurghada und Sharm-El-Sheik auf dem Sinai aber durchaus eine Durchreise wert. In beiden Städten finden mal leicht eine passende Unterkunft.

Mosesberg und Badeort
Um zu dem Nobelort Sharm-El-Sheik überzusetzen, muss man dann ein weiteres vom Auswärtigen Amt geschmähtes Verkehrsmittel benutzen, die Fähre, die den Sinai mit dem Festland verbindet. Wenn Sie nicht tauchen wollen, sondern nur ein paar Tage Badeurlaub dranhängen wollen, durchqueren Sie die Stadt des charmanten Scheichs, wie manche flapsig nennen, und nehmen gleich ein Taxi nach Dahab an der Ostküste des Sinai. Von hier aus ist es auch nicht weit zum Mosesberg, den man relativ leicht besteigen kann.

In Dahab können Sie Ihre Unterkunft wählen zwischen einfacher und sehr günstiger Beduinenhütte oder Nobelhotel und allem dazwischen. Hier treffen sich Junge und Junggebliebene und solche, die jung geblieben sein wollen. Dahab ist einerseits einer der schönsten ägyptischen Badeorte und Tauchgründe. Nach der Altertümer-Tour am Nil zählt jetzt nur noch Entspannung pur. Das gelingt besonders in einem der vielen Strandlokale, durch deren offenes Dach der Mond oder die Sterne hereinscheinen.

Der Sinai, wo Moses die zehn Gebote empfing
Durch die karge Mondlandschaft des Sinai zog Moses mit seinem Gefolge und empfing auf dem heute Katherinenberg genannten Erhebung die Zehn Gebote. Für viele Individualtouristen ist es das Höchste, den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang auf diesem Berg zu erleben. Zu diesem Zweck muss man dort oben allerdings übernachten, und zwar im Freien, die Temperaturen können hier durchaus unter den Gefrierpunkt sinken. Es soll sich lohnen, dem Autor war es immer zu kalt ...

Um wieder nach Kairo zurückzugelangen, nimmt man am besten den Landweg quer durch den Sinai nach Suez, wo der Suezkanal Afrika von Asien trennt und das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet. Die Fahrt geht mit dem Bus oder Sammeltaxi. Da sie sehr lang werden kann, bis man dann endlich in Kairo ankommt, empfiehlt es und lohnt es sich, einen Zwischenstopp in Suez oder in einer der malerischen, kleineren Oasen des Sinai einzulegen.

Zurück in Kairo. Hier tobt wieder das Leben. Gönnen Sie sich noch mal einen Drink im Aussichtscafé des Ramses Hilton. Hier überblicken Sie die Stadt und können Ihre Abenteuerreise noch einmal Revue passieren lassen. Oder setzen Sie sich in eins der kleinen Straßencafés und lassen das geschäftige Treiben, untermalt von einem ständigen Hupkonzert, an sich vorüberziehen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Reise in Kairo ausklingen zu lassen, ich gehe jedenfalls immer noch einmal zu den Pyramiden.

Dokumente
Theoretisch ist auch eine Einreise nur mit dem Personalausweis möglich. Besser für den Reisespaß ist ein Reisepass; beide Dokumente müssen mindestens drei Monate Gültigkeit haben. Visum ist Bedingung, kann aber bei der Einreise erworben werden (22 Dollar). Vorsicht: Es gibt private Visumsverkäufer, zahlen Sie nicht mehr als offiziell verlangt wird.

Gesundheitsversorgung
Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung wird dringend empfohlen. Impfungen sind nicht vorgeschrieben, es werden aber Impfungen gegen Hepatitis A, Tetanus, Diphtherie, Polio, Tollwut und Typhus empfohlen, die beiden letztgenannten vor allem wenn man auf eigene Faust unterwegs ist.

Karten und Reisehandbücher
Guten Karten von Ägypten, Kairo und anderen Städten (je nach Bedarf) sollten Sie mitnehmen. Die Angaben sind nicht immer so akkurat, auch wenn die in Deutschland hergestellten Karten wesentlich besser sind als die ägyptischen. Mindestens zwei gute, aktuelle Reisehandbücher.

Gepäck
Im Grunde können Sie auch als Individualtourist mehr mitnehmen als Sie tragen können, denn Sie müssen Ihr Gepäck keinen Meter selbst tragen, wenn Sie das wollen.

Besondere Gesetze
Homosexualität, Prostitution, Ehebruch, vor allem wenn dies öffentlich zur Schau gestellt wird, ist strafbar. Allerdings wurde bisher noch kein Tourist dafür verurteilt. Für Drogendelikte hingegen werden auch Touristen sehr hart bestraft, das kann bis zur Todesstrafe führen.

Trinkwasser
Trinken Sie nur abgepacktes Wasser. Baden Sie nicht im Nil.

Kleidung
Nachts kann es insbesondere in der Wüste oder in den Bergen sehr kalt werden. Aber auch viele Unterkünfte haben keine Heizungen. Passen Sie Ihre Garderobe Ihrer Reiseroute an. Pullover und Jacke für die Wüste, feste Schuhe für die Berge. Regen müssen Sie nicht befürchten, denken Sie lieber an einen Sonnenschutz.

Frauen allein unterwegs
Zu zweit reist es sich sowieso am besten. Sie können jedoch sogar als Frau alleine durch Ägypten reisen. Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, Sie reisen tendenziell sogar sicherer als in Europa, aber gute Nerven müssen Sie haben. Je zurückhaltender Sie sich dabei kleiden, desto weniger stressig wird es.

Alle gemachten Angaben sind ohne Gewähr, ausführliche Sicherheitshinweise erteilt das Auswärtige Amt (auswaertiges-amt.de).

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