Die neuen Stundenhotels - garantiert sündenfrei!

Die neuen Stundenhotels - garantiert sündenfrei!
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Die neuen Stundenhotels - garantiert sündenfrei!

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Ungewöhnliche Ideen revolutionieren den Reisemarkt: Günstige und exklusive Stundenhotels auf Flughäfen sind bei Touristen und Geschäftsleuten voll im Trend. Auch zentralgelegene superbillige Hotels in großen europäischen Städten finden mehr immer Fans.

Wer schon mal lange Zeit auf den nächsten (Anschluss-)Flug warten musste, kann von den unbequemen Wartebänken in Flughafenhallen ein (völlig Muskel-verspannt) Lied singen. Nach etwa 50 Seiten Buch lesen setzt meist Langeweile und Müdigkeit ein – und man würde am liebsten von der aufrechten Sitzhaltung zur Seite kippen, um in Kuschelstellung ein Nickerchen zu machen. Doch wer passt dann aufs Gepäck auf...? Gut hat’s, wer die lange Wartezeit bis zum Abflug z.B. im Amsterdamer Airport Schiphol überbrücken muss. Denn: Direkt hinter der Passkontrolle in Lounge 2 (Terminal D) eröffnete vor kurzem das „Yotel“ – ein Stundenhotel mit 57 Mini-Zimmern, die jedoch exklusivste Ausstattung bieten. Wer allerdings nun hinter dem Begriff „Stundenhotel“ sündiges Rotlichtmilieu vermutet, irrt gewaltig.

Lila-Licht und Monsunregen-Dusche

Geräumig sind die futuristischen Mini-Hotelkabinen für Touristen und Geschäftsleute allerdings nicht – im Schnitt ca. 7 Quadratmeter. Doch Stardesigner Sir Terence Conran hat sich viel High Tech-Luxus einfallen lassen, damit Geschäftsleute und Touristen sich wohlfühlen: Per Knopfdruck wird das Sofa zum Bett, es gibt einen Tisch zum Ausklappen (wie im Flieger), an der Wand hängt ein Flachbildschirm-TV und per E-Mail (Wireless Lan) kann man sogar ein Menü beim Zimmerservice (rund um die Uhr besetzt) bestellen. Wohlfühlatmosphäre verbreiten das dimmbare Lila-Licht und die Monsunregendusche im Bad, wo auch ein beheizbarer Spiegel fürs Make-up an der Wand installiert ist. Es gibt erstaunlich viel Stauraum auf kleinstem Platz: für den Koffer, das Handgepäck – ja sogar der Zimmerstuhl verschwindet unsichtbar in einer Ecke.... Man kann zwischen drei Kabinenklassen wählen: Wer „Premium“ nimmt, schläft in einem 1,40 m breiten Doppelbett. Etagenbetten bietet die Klasse „Twin“ – und im „Standard“-Programm lädt ein 1,20 m breites Bett zum Schlafen ein. Die Preise richten sich Angebot und Nachfrage: Wer z.B. in den frühen Morgenstunden ein Kabine zum Ausruhen nimmt, zahlt dafür ab 35 Euro (Minimum-Buchung: 4 Stunden!). Abends zahlt man für dieselbe Zeit etwa 70 Euro, weil der Andrang größer ist. Eine ganze Nacht im kostet um 100 Euro. Das „Yotel“ im Amsterdamer Airport ist inzwischen das dritte seiner Art. Auf den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick wurden 2007 schon die ersten beiden Filialen eröffnet.

Die Idee stammt aus Japan

Der Erfolg der „Yotel“-Kette ist überwältigend. In den beiden Londoner Airport-Stundenhotels verzeichnet das Unternehmen eine Belegungsrate von 200 Prozent. Bedeutet: Die Kabinen sind ständig überbucht! Erfunden hat die Hotels der Engländer Simon Woodroffe, der heute Inhaber von „Yotel“ ist. Bei einem Flug, als er unverhofft in die bequemere Business-Class umgebucht wurde. Er dachte sich: „Warum nicht ein Hotel mit dem First-Class-Luxus der Businessclass mit typischen japanischen Kapselhotels verbinden?“ Seine Affinität zum Land der aufgehenden Sonne kommt nicht von ungefähr: Bereits Mitte der 90er Jahre startete Woodroffe die Fast-Food-Kette „Yo!-Sushi“ – und zeigte der westlichen Welt, dass sich jeder rohen Fisch auf kaltem Reis zu Mittag leisten kann. Heute ist er Millionär. Und: Nachdem nun die kuwaitische Konzern IFA Hotels & Ressorts bei „Yotel“ finanziell mit eingestiegen ist, kann man sicher sein: Weitere „Yotels“ auf anderen Großflughäfen dieser Welt werden wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Der neue Trend: Billig-Hotels

Ähnlich wie „Yotels“ mischte bereits das Unternehmen „Easyhotel“ seit 2007 das europäische Tourismusgeschäft auf. Der Clou: Hier kann man äußerst billig und super-zentral (!) in den großen Metropolen wohnen. Vier Häuser gibt es bereits – in Budapest, Zürich und London Preise: ab 25 Euro/Nacht im Doppelzimmer. Fürs TV zahlt man 7 Euro/Tag extra. Buchen kann man nur im Internet. Allerdings: Im Gegensatz zu den „Yotels“ wird Luxus bei „Easyhotels“ nicht gerade groß geschrieben – einige Zimmer haben nicht mal ein Fenster. Egal – schließlich will man dort ja nicht auf Dauer einziehen...

Mehr Infos:

www.yotel.com

www.easyhotel.com

Autor: Andreas Besch

Quelle: freenet.de
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