Faszinierendste Lightshow der Welt – Einmal das Polarlicht sehen

Faszinierendste Lightshow der Welt – Einmal das Polarlicht sehen
Magisch, mystisch, unvergesslich: Polarlichter sind ein einmalig schönes Himmelsschauspiel.
Bild 1 von 16

Faszinierendste Lightshow der Welt – Einmal das Polarlicht sehen

Magisch, mystisch, unvergesslich: Polarlichter sind ein einmalig schönes Himmelsschauspiel.

© Fotolia, 78161122, jamenpercy

Polarlichter – Die rätselhaften Himmelserscheinungen bezaubern und erschrecken seit jeher die Menschen. Was macht sie so faszinierend und wie entstehen sie?

Das Polarlicht – wissenschaftlich heißt es Aurora borealis – ist eine Himmelserscheinung, die schon seit der Antike bekannt ist und den Menschen schon immer extrem fasziniert, früher aber auch zutiefst erschreckt hat. Es galt als mystischer Zauber und Vorbote drohenden Unheils.

Hier geht’s zur großen Bildershow mit den schönsten und magischsten Polarlichtern!

Einmal das Polarlicht erleben – für viele Menschen ein großer Traum. Hauptsächlich tritt es in Polarregionen auf: In nördlichen Breiten nennt man es auch Nordlicht, auf der Südhalbkugel Südlicht. Es kann vor allem im September, Oktober und März unter dem sogenannten Polarlichtoval im nördlichen Skandinavien, Nord-Schottland, Island, Grönland, Alaska, Kanada oder Nordsibirien beobachtet werden – in diesen Monaten ist ihr Auftreten statistisch am wahrscheinlichsten. Besonders gern wird Nordnorwegen von Polarlicht-Touristen aufgesucht – das Land ist einfach erreichbar und ganz so eisig wie in Sibirien wird es hier nicht. Verschiedenste Orte wie Tromsø, Narvik, Alta, Bodø oder die Lofoten stehen für Hundeschlittenfahrten durch einsame, unberührte Schneelandschaften und eine Fülle von Nordlicht-Abenteuern.

Damit man Polarlichter auch wirklich sehen kann, muss der Himmel klar sein: Im isländischen Reykjavik oder im norwegischen Tromsø beispielsweise erscheint es im September, Oktober und März bei guten Wetterbedingungen in neun von zehn Nächten am Firmament – zwischen 22 und 23 Uhr sind die Chancen am besten. Wann genau das Polarlicht in seiner faszinierenden Einzigartigkeit allerdings zu sehen ist, kann man nie genau sagen. 

  • Überirdisch schön
    Die ganze Umgebung kann davon erleuchtet sein: Wie ein grüner, rosa oder violetter Schleier steht ein Polarlicht am nächtlichen Himmel. Welche Farben gerade entstehen, hängt sowohl von der Beschaffenheit der Atmosphäre ab, als auch von der Höhe, in der das Polarlicht entsteht. Grüne Polarlichter zum Beispiel werden meistens durch Sauerstoffvorkommen in einer Höhe von 100 bis 150 Kilometern hervorgerufen, in Höhen zwischen 150 bis 600 Kilometern entstehen unter Beteiligung von Stickstoffatomen in der Regel blaue oder rote Formen. Diese können aussehen wie ein Feuerwerk, wie fliegende Bänder, Bögen und Vorhänge oder auch wie einzelne Blüten – Polarlichter sind von atemberaubender Schönheit.
    Tatsächlich gibt es die kosmische Lightshow auch auf anderen Planeten unseres Sonnensystems: Voraussetzung für ihr Erscheinen ist jedoch, dass der Himmelskörper eine Atmosphäre und ein eigenes Magnetfeld hat. Außerhalb unseres Sonnensystems konnten Polarlichter zum ersten Mal 2015 beobachtet werden: Die auf einem 18 Lichtjahre (ein Lichtjahr entspricht 9,5 Billionen Kilometern) entfernten Stern beobachteten Aktivitäten waren 10.000 mal stärker als zuvor entdeckte Lichter auf dem Jupiter. 
  • Auch negative Einflüsse
    Polarlichter können auch Irritationen auslösen – so zum Beispiel auf die Funktion von Kommunikations- oder Forschungssatelliten. Messdaten und Signale zur Erde können durch mit Polarlichtern einhergehenden starken Spannungsfeldern verfälscht werden: In der Alaska-Pipeline haben Polarlichter schon elektrische Ströme von mehreren tausend Ampere erzeugt. Auch die Funk-, Radio- und Satellitennavigation kann empfindlich gestört werden. Und sogar ganze Stromnetze können ausfallen. So geschah es beispielsweise 1989 in Kanada, als es durch Polarlichter in einer Trafostation zu einer Kettenreaktion kam, durch die im gesamten Nordosten des Landes ein Blackout ausgelöst wurde. Unzählige Menschen mussten tagelang auf Strom verzichten – durften sich dafür aber an einem beeindruckenden Himmelsschauspiel erfreuen.
     
  • Ursache Sonnenaktivität
    Unsere Sonne. Neben Licht und Wärme schleudert sie ständig riesige Mengen an Materie ins All – Wissenschaftler sprechen dabei vom sogenannten Sonnenwind. Dieser besteht vor allem aus Elektronen und Protonen und kommt nach etwa einem bis drei Tagen in der Erdatmosphäre an. Wären wir nicht durch unser Erdmagnetfeld vor der Sonnenstrahlung und ihrem Teilchenbombardement geschützt, wäre ein Leben auf unserem Planeten gar nicht möglich.
    Von Zeit zu Zeit verwandelt sich der Sonnenwind in einen regelrechten Sturm, bei dem etliche Milliarden Tonnen heißen Gases mit Höchstgeschwindigkeit durch den Kosmos jagen und die Erde schon nach 24 Stunden wie eine Schockwelle erreichen. Polarlichter deuten auf einen solchen Sonnensturm hin. Sonnenstürme sind so stark, dass sie das Magnetfeld der Erde verformen können – während es bei einem solchen Ereignis auf der Tagseite der Erde zusammengestaucht wird, ragt es auf der Nachtseite mehrere Millionen Kilometer in den Weltraum hinein. Streichen Teilchen an der Grenze des Erdmagnetbereichs vorbei, werden sie in elektrische Energie umgewandelt – über der Erde baut sich eine gewaltige elektrische Spannung auf. Diese strömt vor allem in die riesigen Mündungstrichter der Magnetfeldlinien – sie liegen über den Polarregionen. Bei sehr starken Sonnenstürmen beschränkt sich dieses Phänomen nicht nur auf die Gebiete rund um den Nord- und den Südpol, sondern kann am nördlichen Nachthimmel auch in unseren Breiten beobachtet werden.
     
  • Raum für jede Menge Fantasie
    Bevor die Wissenschaft eine Erklärung für die Entstehung von Polarlichtern liefern konnte, gab es für den Menschen eine Vielzahl mythologischer Erklärungen für das imposante Himmelsschauspiel. Während verschiedene Kulturen Nordamerikas, Europas und Asiens Polarlichter als Zeichen von Göttern und Geistern sahen, galten sie im Mittelalter ähnlich wie Kometen als Vorboten kommenden Unheils. Für die Inuit sind sie eine Brücke ins Jenseits und bieten Verstorbenen Orientierung. Die in Neuseeland ansässigen Maori sahen Südlichter als Feuer, das ihre Ahnen auf ihrem Weg in die Antarktis entzündet hatten, um sich an warme Tage in Neuseeland zu erinnern.

Bis heute haben Polarlichter nichts von ihrer Faszination verloren – wer dieses ganz besondere Himmelsschauspiel einmal gesehen hat, wird es niemals mehr vergessen…

Redaktionelle Unterstützung: www.tui-wolters.de

Quelle: Freenet.de
Kommentare
Top-Themen
Diese deutschen Kleinstädte werden am häufigsten gegoogelt Urlaub im eigenen Land ist aufgrund der Corona-Pandemie ...mehr
Das Elsass gehört zu den schönsten Regionen Frankreichs. Sowohl Aktivurlauber, Genießer als auch Ruhesuchende kommen ...mehr
Ob Auto, Schiff oder Zug – Historiker Chris McNab hat faszinierende Wracks in einem Buch vereint.mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.