Gruinard Island: Darum meiden Menschen diese Insel

Idyllisch liegt Gruinard Island vor der schottischen Küste. Von den Einheimischen wird sie gemieden, von Touristen nur selten besucht, dabei darf man sie seit 30 Jahren offiziell wieder betreten.
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Idyllisch liegt Gruinard Island vor der schottischen Küste. Von den Einheimischen wird sie gemieden, von Touristen nur selten besucht, dabei darf man sie seit 30 Jahren offiziell wieder betreten.

© Getty Images

Nur etwa einen Kilometer vor der Küste Schottlands liegt Gruinard Island. Trotzdem verirren sich selten Besucher hierher. In unserem Artikel erfahren Sie, weshalb die Insel lange lebensgefährlich war.

Was passierte auf Gruinard Island?

Gruinard Island trägt den Beinamen "Anthrax Island". Dieser stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. 1942 und 1943 wurde hier die streng geheime "Operation Vegetarian" durchgeführt.

50 Wissenschaftler des britischen Militärs führten hier Tests mit Milzbranderregern durch, die auf Englisch "Anthrax" heißen.

Ziel der Versuche war es, eine Biowaffe zu entwickeln, um sie im Krieg gegen die Deutschen einzusetzen. Durch den Erreger sollten deutsche Städte unbewohnbar werden.

Deshalb war schon vor dem Beginn des Tests davon auszugehen, dass das Gebiet lange unter der bakteriellen Verseuchung leiden würde. Die unbewohnte "Gruinard Island" wurde ausgewählt und der Besitzer enteignet.

Zu Versuchszwecken wurden rund 80 Schafe auf der Insel angesiedelt und in Gruppen mit Milzbrand-Bomben beschossen. Binnen weniger Tage starben die Versuchstiere, Sporen des Erregers drangen in den Boden und verseuchten ihn.

Gefährlicher Vorfall nach den Tests

Als die Untersuchungen abgeschlossen waren, verließen die Forscher die Insel. Sie wurde zum Sperrgebiet und durfte nicht betreten werden. Einige Jahre später wurde jedoch ein mit dem Milzbranderreger infiziertes Schaf an die Küste Schottlands gespült.

Nach und nach infizierten sich mehrere Nutztiere der ansässigen Bauern, wurden krank und starben. Während die britische Regierung die Bauern entschädigte, wurde die Erde auf der Insel genauer untersucht.

Wie gefährlich ist die Insel heute?

Bereits am 24. April 1990 erklärte das britische Verteidigungsministerium die Insel für bewohnbar, die Erben des ursprünglichen Eigentümers erwarben das Land am 1. Mai für 500 Pfund zurück. 

Vier Jahre zuvor hatten die Reinigungsarbeiten begonnen, in deren Anschluss erneut Schafe auf der Insel angesiedelt wurden. Sie überlebten. So konnte die Insel nach mehreren Jahren in Quarantäne wieder betreten werden.

Wie kommt man nach Gruinard Island?

Da die Insel bis heute nur von Schafen bewohnt wird, ist die Anreise eher schwierig. Anwohner mit Boot nehmen Sie eventuell mit, oder Sie paddeln mit ihrem eigenen Kanu an den Küsten der Insel entlang.

Für Dark Tourists, Menschen die gerne gefährliche und gruselige Orte aufsuchen, ist die Insel aufgrund ihrer Vergangenheit interessant, doch heute gibt es dort außer Wiesen und Schafen nichts zu sehen.

Wie sah es auf Gruinard Island früher aus?

Der schottische Kleriker Donald Monro erwähnt die Insel erstmals in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er berichtet von einer bewaldeten Insel, die zum Clan der Mackenzies gehört. Monro vermutete auf der Insel einen Zufluchtsort von Dieben und Rebellen.

Im Jahr 1881 lebten sechs Personen auf der Insel, seit den 1920ern ist die Insel jedoch unbewohnt.

Gefährliche Inseln

Deutlich gefährlicher als Gruinard Island ist das North Sentinel Island, das bis heute nie ein Europäer betreten hat.

Einige andere Inseln sehen genau wie Guinard Island zwar idyllisch aus, sind jedoch hochgefährlich. Hier sehen Sie die gefährlichsten Inseln der Welt.

Quelle: freenet.de
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