Impfschutz wichtiger denn je

Impfung
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Impfung

 
03.06.2008 - 15:57 Uhr

von Grigorios Petsos

Wir reisen kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Immer häufiger sind auch Länder in Übersee und Osteuropa das Ziel unserer Reiseträume. Doch die Reise kann schnell zum Albtraum werden. Denn schwere Infektionen im Ausland sind keine Seltenheit mehr. Auch für Reisen in Mittelmeerländer sollte man sich gegen die möglichen Krankheitsgefahren impfen lassen. Sogar sexuelle Ansteckungen können so verhindert werden. Viele Kassen zahlen die Impfkosten sogar.

Viele Kassen zahlen aber auch leider nicht, zum Beispiel so große Krankenkassen wie die Barmer Ersatzkasse und alle AOK. Dagegen zahlen aber die meisten BKK und viele weitere Kassen die inzwischen unverzichtbaren Impfungen. Über 50 Krankenkassen, welche die notwendigen Kosten für Reiseimpfungen übernehmen, haben die Mediziner von internisten-im-netz.de gezählt.

Unverzichtbare Schutzimpfungen
Und das ist auch gut so, denn selbst wenn man nur einmal kurz nach Österreich oder in die Tschechei fährt, sollte man sich schon gegen Hirnhautentzündung impfen lassen, welche ja bekanntlich von Zecken übertragen wird. Es kann im Übrigen auch nicht schaden, innerhalb Deutschlands dagegen geimpft zu sein. Noch wichtiger ist die Impfung gegen die Leberinfektionskrankheiten Hepatitis A und B (Gelbsucht), die man sich im gesamten Mittelmeerraum und in Osteuropa, besonders leicht aber in Süditalien, Bulgarien, Ägypten und der Türkei holen kann.

Es gibt kaum sichere Länder
Aber auch gegen Tollwut, Meningokokken, Gelbfieber und Typhus ist eine Impfung angeraten, und zwar nicht nur in Europa, sondern vor allem auch bei Überseereisen. Gegen all die genannten Infektionskrankheiten kann man sich impfen lassen. Und wenn man in der richtigen Krankenkasse ist, werden die Impf- und die Impfstoffkosten auch bezahlt.

Östlich der Oder und südlich der Alpen
"Für alle Touristen, die eine Urlaubsreise ins Ausland planen, ist das eine sehr gute Nachricht. Und das gilt nicht nur für Fernreisen. Gerade für die so genannten Pauschaltouristen, die oft ein nur sehr begrenztes Budget zur Verfügung haben, bieten diese neuen Angebote die Chance einer optimalen Gesundheitsvorsorge. Bei einem Familienurlaub - östlich der Oder und südlich der Alpen - ist eine vorbeugende Impfung der Eltern und vor allem auch der Kinder gegen Gelbsucht unbedingt zu empfehlen," erklärt Prof. Hans-Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut in München auf internisten-im-netz.de.

Epidemien im Osten Europas
Nothdurft weiß, wovon er spricht, denn bei seiner tägliche Arbeit in der reisemedizinischen Ambulanz hat er jeden Tag mit infizierten Touristen zu tun. "Vor allem in den ehemaligen GUS-Staaten, Rumänien und Bulgarien kommt es immer wieder zu großen Hepatitis-A-Epidemien. Aber auch in Ländern wie der Slowakei und dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist das Virus weit verbreitet," berichtet Nothdurft von seinen umfangreichen Erfahrungen.

Viele Einheimische seien bereits immun gegen die Erreger. Für ungeschützte Touristen hätten diese aber weitreichende Folgen. Doch selbst wenn die Reisenden sich impfen ließen, so vergessen Sie jedoch, dass viele vorbeugende Maßnahmen nachhaltig unterstützt werden müssen.

"Viele Reisende kommen vor dem Urlaub für die ersten Impfungen zu uns und vergessen dann die wichtigen zweiten und gegebenenfalls dritten Impfungen," fügt Prof. Nothdurft hinzu. Deshalb solle man sich erstens rechtzeitig darum kümmern und zweitens die nötigen Auffrisch-Impfungen und Nach-Impfungen auf keinen Fall vergessen, andernfalls könne man böse Überraschungen erleben.

Vollständige Immunisierung wichtig
So sind bei der Impfung gegen die Reisegelbsucht Hepatitis A zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten unverzichtbar. Für die Vorbeugung gegen Hepatitis B werden sogar drei Impfungen im selben Zeitraum benötigt. Man solle sich daher vom Arzt daran erinnern lassen, am besten per schriftlicher Benachrichtigung. Die meisten Ärzte bieten deshalb Erinnerungsdienste an.

Jeden kann es treffen
Wie wichtig gerade die Vorsorge gegen Hepatitis A ist, zeige zudem eine Schweizer Studie. Diese habe festgestellt, dass 80 Prozent aller Schweizer irgendwann einmal in ihrem Leben mit der infektiösen Lebererkrankung in Berührung kommen könne. Denn jeder, der reist, und das sind eben die meisten, ist potentiell gefährdet.

Vorurteile gegen das Impfen weit verbreitet
Es ist nämlich ein weit verbreitetes Vorurteil, dass nur ärmere Menschen besonders gefährdet seien. Selbst die gründlichste Hygiene und beste sanitäre Versorgung schütze nicht, wenn man sich in großen Menschenmengen bewege. Eine weitere oft kolportierte Falschinformation ist übrigens, dass Impfungen gefährlich sein könnten und die Nebenwirkungen oft schlimmer als die Infektionen seien. Tatsächlich kann es zu geringen allergischen Reaktionen kommen. Bei vielen Menschen schwillt zum Beispiel die Einstichstelle stark an. Echte Komplikationen seien aber extrem selten.

Krankenkasse unter Druck setzen
Nothdurft fordert deshalb von allen Krankenkassen, die Impfungen zu übernehmen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil durch die Infektionen, die viele Urlauber als unfreiwillige Reiseandenken mit nach Hause brächten, nicht unerhebliche Folgekosten entstünden. Da lohne sich sogar ein Kassenwechsel. Man könne seine Kasse aber auch dazu drängen, für die Impfungen aufzukommen. Gerade wer viel reist, sollte seine Kasse vor die Wahl stellen, entweder die Kosten zu übernehmen oder einen Kunden zu verlieren.

Impfung auch gegen Krebsinfektion möglich
Über 50 gesetzliche Krankenkassen erstatten ihren Versicherten immerhin schon die Impfkosten bei Auslandsaufenthalten, wie der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) zu Beginn der Sommerreisesaison mitteilte. Gerade bei der Erstattung von Schutzimpfungen seien die Leistungsunterschiede aber so groß, dass sich ein Kassenwechsel lohnen kann. Zum Beispiel, um sich gegen Gebärmutterhalskrebs zu schützen, der durch die gefährlichen Humanen Papillom-Virus (HPV) ausgelöst werde, welcher beim Geschlechtsverkehr übertragen werde. Impfen lassen sollten sich nicht nur die primär gefährdete Gruppe der zwölf- bis 17-jährigen, sondern auch ältere, sexuell aktive Frauen. "Wir haben fast täglich diesbezüglich Anfragen in unseren Praxen," erläutert Dr. Christian Albring, Gynäkologe aus Hannover und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte die Situation.

Auch wichtig: Schutz gegen Rotaviren
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt eine Impfung gegen das gefährliche Rotavirus, gegen das Säuglinge durch eine simple Schluckimpfung vor lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen geschützt werden können. Leider übernehmen die Kosten dafür derzeit nur die Techniker Krankenkasse (TK) und ein paar Krankenkassen in Sachsen.

Grundsätzlich gelte für alle Infektionskrankheiten. Wer sich nicht selbst schützt, gefährdet nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die seiner Mitmenschen. Die verbliebenen Schwarzen Schafe unter den Krankenkassen sollten sich deshalb nicht weiter sträuben, die notwendigen Kosten zu übernehmen. Hier finden Sie die Liste der überprüften Krankenkassen.

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