Marokko: Gegen alle Vorurteile

Marokkos malerische Küstenstadt Essaouira gilt als die "Perle
des Atlantiks"
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Marokkos malerische Küstenstadt Essaouira gilt als die "Perle des Atlantiks"

© Henry Schmitt/Fotolia
07.04.2016 - 19:20 Uhr

Nordafrika war in letzter Zeit nicht unbedingt ein bevorzugtes Reiseziel. Deshalb versucht Marokko eine Charmeoffensive. Das westlichste der Maghreb-Länder will sich als alternatives Reiseziel im Massentourismus positionieren. Eines, das vor allem sicher, offen und damit besuchenswert ist.

Abdelhakim Mrabet, Reiseleiter und Fremdenführer, fühlt sich an der Ehre gepackt. Seine Aufgabe ist es eigentlich, Besuchern die schönen Seiten seines Landes zu zeigen. Doch immer wieder ist er damit beschäftigt, Bedenken auszuräumen. Deshalb wehrt er sich dagegen, dass sein Heimatland Marokko unter Generalverdacht gestellt wird.

Marokko leidet darunter, dass es als nordafrikanisches Land gleich mit Unruhen und islamistischer Gefahr gesetzt wird. Manche machen eben keinen Unterschied zwischen dem westlichsten der Maghrebstaaten und dessen Nachbarn. Dabei "ist es ein politisch stabiles Land mit guter touristischer und sicherheitspolitischer Infrastruktur", wie das Auswärtige Amt auf seiner Homepage meldet. Für Mrabet sind das gute Nachrichten, die seiner Überzeugung Recht geben. Er sagt, die Marokkaner liebten vor allem ihren König. "Mohammed VI. hat viele Reformen angestoßen. In Marokko gibt es Evolution statt Revolution!"

Zu sehen und erst recht zu erleben ist das in Marrakesch. Nur etwa drei Flugstunden von Deutschland entfernt, bietet die knapp eine Million Einwohner zählende "Perle des Südens" einen Schmelztiegel der Kulturen und atemberaubende Gegensätze. Luxusherbergen sind in der Boomtown des Landes aus dem Boden geschossen. Rollt eine große Karosse langsam die ausladende Hotelauffahrt herunter, muss der Fahrer aufpassen, nicht mit einem Ochsenkarren zu kollidieren. Innerhalb der 19 Kilometer langen roten Stadtmauern wirkt die Altstadt von Marrakesch, als stecke sie noch immer im Mittelalter. Nur Kamele, Ochsen oder Esel ziehen nicht mehr durch das Labyrinth der Souks, in denen Stoffe noch immer nach uralten Methoden gefärbt oder Möbel und Schmuck in langwieriger Handarbeit gefertigt werden.

Zwischen Zahnziehern und Schlangenbeschwörern

Ein "ruhiges" Marokko existiert hier auf den ersten Blick nicht. Im Gewusel zwischen Antiquitätenläden, traditionellen Gold- und Silberschmieden und zahlreichen Gewürzhändlern muss der Besucher froh sein, nicht die Orientierung zu verlieren. "Hier sollen auch schon Menschen verloren gegangen sein", scherzt Mrabet und deutet auf den Ausgang. Der führt direkt auf den "Platz der Geköpften", wo es früher Hinrichtungen gab und die abgeschlagenen Köpfe ausgestellt wurden. Heute wird der Gauklerplatz Djemaa El Fna zur Dämmerung am späten Nachmittag von Akrobaten, Tänzern, Märchenerzählern, Zahnziehern und Schlangenbeschwörern beherrscht. Überall stapeln sich die Waren. Vieles ist zu teuer, manches gewöhnungsbedürftig, wie etwa die abgetrennten Schafsköpfe.

Auf dem Djemaa El Fna lebt der Orient wie sonst nirgendwo auf der Welt. Viele Europäer sind seinem Zauber verfallen, mehr als 10.000 Zugereiste haben sich in Marrakesch niedergelassen. Frauen wie Annelise Sauterau beispielsweise, deutsche Gattin des Geschäftsführers des atmosphärisch bezaubernden Riads (steht für Haus oder Palast mit Innenhof oder inneren Garten) Les Jardins de la Médina, das in einen ehemaligen Prinzenpalast gebaut wurde. Oder der Däne Peter Bergmann: Der Besitzer des Riad Ifouli gilt als eine Art westliche Institution in Marrakesch. In seinem Haus wurde auch schon Filme gedreht. Er sagt, auch Prominente nutzten den Schutz seiner nicht einsehbaren Räume, um sich von einem möglichen Skandal daheim in Europa zu erholen.

Zu Bergmanns Freunden zählt André Heller. Der Wiener Tausendkünstler besitzt nur unweit von Bergmanns Haus, das versteckt in einer Sackgasse liegt, einen eigenen Riad. In Marrakesch hat der 69-Jährige sich bereits vor einigen Jahren niedergelassen. Und nun vor den Toren der Stadt, im Ourika-Tal am Fuße des Atlas-Gebirges, einen Garten Eden geschaffen. Sein Paradies aus Pflanzen, hängenden Gärten, Skulpturen und Windvögeln hat gerade erst eröffnet. Heller hat seinen nach fünfjähriger Pflanzzeit entstandenen Park "Anima" genannt. Das Wort steht für Seele.

Kulturelle Vielfalt und kilometerlange Sandstrände

Eben die möchte man im Urlaub klischeehaft baumeln lassen. Marokko ist auch in unruhigen Zeiten um das Land herum wie gemalt dafür. Mit seinen 300 Sonnentagen bietet es nicht nur Orient pur in Marrakesch, es ist auch die Alternative zu den im Sommer bereits überbuchten Kanarischen Inseln für einen Strandurlaub. Die kilometerlangen Sandstrände rund um Agadir oder das malerische Küstenstädtchen Essaouira, die "Perle des Atlantiks", sind in nur wenigen Stunden erreichbar.

Anbieter wie FTI, das sein Marokko-Engagement jüngst ausgebaut und erst im März nach einer umfangreichen Renovierung das Vier-Sterne-Plus-Hotel Labranda Les Dunes D'or in Agadir eröffnet hat, bieten umfangreiche Marokko-Packages an. Im Sommerprogramm sind zehn Rundreisen und Kombinationspakete sowie 55 neue Hotels in Agadir und Marrakesch buchbar. Seit März bedient FTI samstags den Badeort Agadir mit zwei Vollcharterverbindungen der Airline SunExpress ab München und Leipzig. Ab Mai ergänzen weitere Nonstopflüge von Frankfurt, Düsseldorf und Hannover das Angebot.

Weitere Informationen: Preisbeispiele für Hotels (ohne Flug und Transfers): Riad Ifoulki (4 Sterne), Marrakesch: Drei Nächte im Vier-Sterne-Riad Ifoulki im Doppelzimmer inklusive Frühstück kosten ab 143 Euro pro Person. Les Jardins de la Medina (5 Sterne), Marrakesch: Drei Nächte im Fünf-Sterne-Riad Les Jardin de la Medina im Doppelzimmer inklusive Frühstück ab 300 Euro pro Person. Labranda Les Dunes D'Or (4 Sterne plus), Agadir; Sieben Nächte im Doppelzimmer mit All-Inclusive-Verpflegung ab 220 Euro pro Person. Rundreise Agadir/Essaouria/Marrakesch: Flug ab München oder Leipzig nach Agadir (drei Nächte), Essaouria (zwei Nächte) Marrakesch (zwei Nächte) ab 795 Euro pro Person. www.fti.de

Quelle: spot on news
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