Pack den Neoprenanzug ein

Pack den Neoprenanzug ein
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Pack den Neoprenanzug ein

von Claudia Piuntek

Auf einem Atoll der Malediven in der Hängematte liegen und den Blick über das türkisblaue Wasser schweifen lassen - paradiesischer könnte es kaum sein. Könnte es doch, denn die Unterwasserwelt übertrifft die Überwasserwelt noch. Wer sich mit aufgeschnallter Pressluftflasche selbst ein Bild von Riffen und Fischen machen will, braucht allerdings einen Tauchschein. Darauf müssen Sie achten, wenn Sie sich in die trockene Theorie und in den nassen Neopren stürzen wollen.

Jedes Mal, wenn sie vom Tauchen sprechen, haben der beste Freund und die neue Kollegin diesen entrückten Blick. Es muss schon unglaublich sein, wenn man in 20 Metern Tiefe über einem Unterwassercanyon schwebt und in die blaue Tiefe hinabblickt. Wenn Sie im nächsten Urlaub auch mal den Neoprenanzug einpacken wollen, müssen Sie vorher einen Tauchschein machen. Bedingung dafür ist ein ärztliches Attest, denn wer tauchen will muss körperlich fit sein.

Seriöse Tauchschule wählen

An einigen Urlaubsorten werden Taucher auch schon einmal auf die Schnelle unterwassertauglich gemacht. Der Kurs ist zwar billig, die Ausrüstung ist es oft auch. Den Lehrstoff und die Pflichttauchgänge boxen solche Schnäppchen-Schulen im Hauruck-Verfahren durch, um hinterher das schnelle Geld mit frisch gebackenen Tauchern zu machen. Wer keine seriöse Ausbildung macht, gerät schneller in Notsituationen und bringt sich in Gefahr: Deshalb ist es wichtig, eine seriöse Tauchschule mit gutem Equipment und einer umfassenden Ausbildung zu wählen.

Open Water Diver

Es gibt mehrere Tauchsport-Verbände in Deutschland, die Ausbildungen anbieten. Die Vereinigung PADI steht für Professional Association of Diving Instructors und ist überall auf der Welt vertreten. Grundlagen des Tauchens vermittelt der Kurs Open Water Diver. Bevor die Teilnehmer das erste Mal zum Boden des Swimming Pools hinabtauchen, lernen sie, wie eine Tarierweste funktioniert und warum Taucher immer für Druckausgleich sorgen müssen. Auf die ersten Tauchproben im Schwimmbad folgen vier Freiwasser-Tauchgänge. Wenn der Tauchschüler Theorie und Praxis bestanden hat, bekommt er sein Tauchbrevet.

Tauchsportabzeichen in Bronze

Die ebenfalls weltweit vertretene Organisation Conféderation Mondiale des Activités Subaquatique (CMAS) stellt das Tauchsportabzeichen in Bronze aus: Im Kurs erlernen Teilnehmer Grundlagen der Tauchtheorie und üben während der vier vorgeschriebenen Ausbildungstauchgänge den praktischen Umgang mit der Ausrüstung. Außerdem machen sie einen weiterführenden Tauchgang, bevor sie das Abzeichen bekommen. Die meisten deutschen Vereine bilden nach CMAS-Richtlinien aus. So sind die beiden größten Organisationen, der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), unter dem Dach von CMAS Germany zusammengefasst.

Anerkannte Tauchscheine

PADI und CMAS erkennen die Tauchscheine des jeweils anderen Verbands an. Das ist wichtig, wenn ein Taucher später einen Fortgeschrittenen-Kurs (PADI Advanced Open Water Diver, CMAS-Abzeichen in Silber und Gold) machen will. Wer seinen Tauchschein im Urlaub bei lokalen Ausbildern ohne Verbandszugehörigkeit macht, kann später Probleme mit der Anerkennung des Brevets bekommen. Die Kosten für einen Anfänger-Tauchschein sind je nach Land und Tauchbasis unterschiedlich. Im Schnitt liegen die Gebühren für Open Water Diver (PADI) oder Bronze-Brevet (CMAS) bei etwa 250 Euro.

Logbuch und Zusatzqualifikationen

Wer sein Brevet in der Tasche hat, schafft sich ein Logbuch an, in dem alle späteren Tauchgänge dokumentiert werden. Tauchbasen auf aller Welt lassen sich den Tauchschein und das Logbuch sowie das ärztliche Attest (muss alle zwei Jahre neu ausgestellt werden) zeigen, um sich ein Bild vom Ausbildungsstand des jeweiligen Tauchers machen zu können. Neben den klassischen Tauchscheinen bieten viele Tauchschulen Brevets für Zusatzqualifikationen wie Tauchen im Trockentauchanzug, Nachttauchen oder Höhlentauchen an.

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