Weinreise um die Welt

Swan Valley in Australien
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Swan Valley in Australien

Mit Wein, Weib und Gesang: Besuchen Sie die schönsten Weinregionen von Deutschland über Südafrika und Australien bis Chile.

Ein guter Wein beseelt die Gemüter, ein schlechter Fusel bringt Kopfschmerzen. Wein begleitet den Menschen bereits seit Jahrtausenden. Er war Statussymbol, Währung, Medizin, mythisches Getränk und Inspiration für Dichter und Denker.

Wein und Wahrheit

Auch Sänger animierte das Getränk, in dem sprichwörtlich die Wahrheit liegt: Udo Jürgens sang sich mit seinem "Griechischen Wein" in die Hitparaden, Roland Kaiser tourte mit "7 Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein" durch die Party-Keller und UB 40 beschwor den "Red, Red Wine".

Wein ist in allen Kulturen und Zeitepochen gegenwärtig. Er war bereits in den alten Hochkulturen des Vorderen Orients bekannt, breitete sich dann über die Griechen und Römer in ganz Europa aus. Der Weingenuß wird in Büchern der ältesten Literatur bezeugt – vor allem die seit jeher berühmten italienischen Weine. In der Antike wurde Italien als die Heimat des Weins bezeichnet, auch wenn die antike Wiege der ältesten Edelrebe (Vitis vinifera sativa) in Armenien und Mesopotamien liegt. Heute wird auf allen Kontinenten Wein angebaut und hergestellt.

Durch Reisen von Entdeckern, Eroberern, Kaufleuten und Medizinern werden heute von Europa über die USA und Chile, das südliche Afrika bis nach Australien die unterschiedlichste Weinsorten angebaut. Dabei hat der Wein jedes Kontinents, jedes Landes und jeder Region seine Eigenheiten, die es zu entdecken gilt. Begleiten Sie uns auf einer "weinseeligen" Reise um den Globus.

Weltreise für Genießer

Karl der Große war ein Weinliebhaber. Im 6. Jahrhundert gab der Römische Kaiser wichtige Impulse für den Weinanbau. Er ließ dichte Wälder roden und mit Rebstöcken aus Ungarn, Italien, Spanien, Lothringen und der Champagne bepflanzen. Erste Gesetze zur Weinbereitung folgten und die Erlaubnis, den selbsterzeugten Wein auch zu verkaufen.

Die ältesten Weinberge Deutschlands befinden sich an den Ufern von Rhein, Neckar und Mosel. Doch schon in den Zeiten, bevor im eigenen Land Weinbau betrieben wurde, war importierter Wein sehr beliebt.

Die deutschen Weinbaugebiete gehören zu den nördlichsten der Welt und befinden sich im Grenzbereich zwischen dem feuchtwarmen Golfstromklima im Westen und dem trockenen Kontinentalklima im Osten. Durch das besondere Klima unterscheidet sich deutscher Wein von Wein aus anderen Ländern, er ist leichter, spritziger und fruchtiger. Ein typischer Wein aus Deutschland ist der Riesling aus dem Moseltal: fein und nuancenreich.

Die schönsten Weinbauregionen

Deutsche Weinbauregionen sind vor allem im Südwesten konzentriert und zwar in den Tälern des Rheins und der Mosel sowie deren zahlreichen Nebenflüssen. Im Süden bilden sie eher einen Flickenteppich in der Landschaft. Durch die Wiedervereinigung kamen 1990 zwei neue Anbaugebiete Sachsen und Saale-Unstrut im Osten hinzu. Insgesamt gibt es in Deutschland dreizehn Weinbauregionen, nach denen auch die Weine benannt werden:

  • Ahr
  • Baden
  • Franken
  • Hessische Bergstraße
  • Mittelrhein
  • Mosel-Saar-Ruwer
  • Nahe
  • Pfalz
  • Rheingau
  • Rheinhessen
  • Saale-Unstrut
  • Sachsen
  • Würtemberg
[LINK "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/welt/02.html" ] Von Deutschland ...[LINK "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/welt/02.html" ] [IMAGE "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/kl_02.jpeg" ] Lassen Sie sich verzaubern von der Weinromantik an Rhein und Mosel ... [LINK "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/welt/05.html" ] ... bis Südafrika[LINK "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/welt/05.html" ][IMAGE "/freenet/reisen/reisemagazin/natur_kultur/weinreise/kl_05.jpeg" ] ... und erkunden Sie die Weinregionen von Amerika bis Afrika.
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Die Mosel steht für Weinromantik pur. Doch sind die Wege nur etwas für geübte Wanderer. Die Weinberge gehören zu den steilsten Europas, zum Teil mit Steigungen bis zu 65 Prozent wie etwa der 378 Meter hohe Calmont bei Bremm.

Wir beginnen die rund 46 Kilometer lange Strecke in Beilstein, einer Bilderbuch-Stadt mit spitzen Hausgiebeln, malerischen Fachwerkgassen und 140 Einwohnern. Um den Ort kennen zu lernen, sollte man sich dennoch ein wenig Zeit nehmen. Exakt 112 Stufen führen hoch zur Klosterkirche, ein schmaler Wanderweg führt weiter zur Burg Metternich. Wer hier übernachtet (sehr romantisch im Haus Lippmann), kann auf dem kleinen Marktplatz den Beilsteiner Riesling genießen, dazu deftigen Schinken oder Eintopf.

Mit der Fähre setzen wir hinüber zum anderen Moselufer. Schmale Gassen schlängeln sich im Ort Ediger den Berg hinauf. Eine Einkehr lohnt in der Strausswirtschaft in der Moselweinstraße 16, wo der Schoppen Weißwein besonders günstig ist und hervorragend schmeckt.

Zwischen St. Aldegund und Bullay (Einkehrtipp: Weingut Erben) liegt die Burg Arras. Von hier aus geht es auf acht Kilometern nach Bad Bertrich. Der Ort ist neben Karlsbad einziges Glaubersalzthermalbad Europas, hat ein hübsches Badeschlösschen und idyllische Rokoko-Kuranlagen.

Vorbei an den Weinorten Zell, Briedel und Pünderich geht es nach Traben-Trabach. Die Stadt liegt am Scheitelpunkt eines Moselbogens; in ihren Kellern lagern 35 Millionen Liter Wein. Einkehren lohnt hier im Löwenkeller mit seinem qualitätsgünstigen Weiß- und Rotwein vom Fass. Ältestes Weinhaus in Traben ist die 1674 erbaute Alte Ratsschenke. Ein Höhepunkt ist eine Wanderung zur Ruine Grevenburg. Von hier aus haben Sie einen traumhaften Blick über die Mosel, die sich wie ein zartgrünes Samtband um die Weinberge legt.

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Griechenland gilt als Wiege der europäischen Weinkultur. Schon der Dichter Homer berichtete bereits vor rund 3000 Jahren in der Ilias vom Wein als Hausgetränk der darin beschriebenen Helden.

Der Sage zufolge beginnt die griechische Weingeschichte mit einem Seitensprung des Gottes Zeus mit der schönen Seméle, der zur Geburt von Dionysos führte - dem Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, um den sich viele Sagen und Legenden ranken.

Das mediterrane Klima Griechenlands mit seinen trockenem Herbstwetter fördert das Ausreifen der Trauben bis zur Vollsüße und begründet die Tradition von Dessertweinen. Eine griechische Spezialität ist der zur Haltbarmachung geharzte Retsina.

Leider sind viele der antiken Traubensorten bereits ausgestorben. Von den antiken Traubensorten haben lediglich Malvasia und Lagorthi überlebt. Heute gehören zu den häufigsten weißen Rebsorten: Savatiano, Roditis, Moscato, Debina, Robola, Assirtiko und Athiri, die häufigsten roten Sorten sind Xynomavro, Agiorgitiko, Limnio, Mavrodaphne und Negoska. Die Vorliebe für geharzten Wein - an erster Stelle steht der Retsina mit rund 10 Prozent der gesamten Weinproduktion - ist eine uralte Tradition.

Reise in die schönsten Weinregionen

Zu den bekanntesten Weinanbaugebieten gehören folgende Regionen

  • Nemea, Mantionia und Patras: Sie liegen auf der Peloponnes und Ionischen Halbinsel. Dieses Gebiet verfügt über mehr als die Hälfte der Rebfläche des Landes. Südöstlich der Stadt Patras steigen die Hänge sanft an, hier ist die Heimat der Mavrodaphne, einer alten roten Traubensorte. Der Mavrodaphne ist ein süßer, samtiger und charaktervoller Likörwein, der lange Zeit lagern muss, um völlig ausgereift zu sein.
  • Auf den gebirgigen Inseln Leukas und Kephalonia wird bis in eine Höhe von 1000 Metern Wein angebaut. Das besonders milde Klima und die reichhaltigen Niederschläge machen die Ionischen Inseln zu besonders geeigneten Weinanbaugebieten.
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Italien zählt zu den Klassikern unter den Weinländern. Bereits in der Antike labten sich die Menschen am Weine und im Römischen Reich wurde das Weintrinken schnell zum Kult.

Der Weinanbau in Italien kann auf eine rund 3000 Jahre alte Tradition blicken, die bis zu den Etruskern zurück geht. Nicht zuletzt das mediterrane Klima trug dazu bei, dass Italien heute zusammen mit Frankreich den Platz des größten Weinproduzenten der Welt einnimmt.

Zu den exportierten Klassikern gehören Weine wie Chianti, Valpolicella oder Soave. In Italien gibt es unzählige verschiedene Weine - rote und weiße, trockene und süße, Still- und Schaumweine sowie gespritzte Weine werden von italienischen Weinbauern erzeugt. Die Weinvielfalt wird zudem durch einige hundert verschiedene Traubensorten, durch unterschiedliche klimatische Bedingungen der 20 Weinbau-Regionen und den diversen Weinbereitungsverfahren ergänzt.

Die bekanntesten Weinregionen

Die Benennung italienischer Weine richtet sich entweder nach der Traubensorte oder der Stadt, in deren Nähe die Trauben wachsen. Die größten und bekanntesten Anbaugebiete liegen in

  • Apulien (Bari)
  • Emilia-Romagna
  • Kampanien (Neapel)
  • Latium (Rom)
  • der Lombardei (Mailand)
  • Piemont (Turin)
  • Sardinien (Cagliari)
  • Sizilien (Palermo)
  • Toskana (Florenz )
  • Venetien (Venedig)

Der Chianti: Weintour auf den Spuren von Don Camillo und Peppone

Der Chianti-Wein wird in der Region Emilia-Romagna gekeltert. In der Heimat von Don Camillo und Peppone erwartet Besucher ein noch unverfälschtes und vom Tourismus nicht überlaufenes Italien. Städte wie Bologna, Imola, Modena, Ferrara und Parma spielen schon seit Jahrhunderten eine große Rolle in Politik, Kunst und Kultur. Auch die kulinarischen Genüße der Region dürfte vielen bekannt vorkommen. Nicht nur die Bolognese-Soße, der Parmesankäse oder der Parmaschinken kommen von hier. Auch die Tortellini und die Mortadella stammen aus der Gegend. Die San Giovese Traube gilt als eine der besten Italiens und wird ebenfalls in der Toskana angebaut, um den bekannten Chianti Wein zu keltern.

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Die Franzosen gelten als Weinkenner und Genießer. Kein Wunder in einem Land, dessen Weinanbau ähnlich wie in Griechenland und Italien auf eine fast 3000jährige Tradition blicken kann.

Die ersten Reben kamen schon 500 Jahre vor Christi durch die Griechen nach Frankreich. Die Römer sorgten dann für eine systematische Verbreitung, am Beginn der christlichen Zeitrechnung im Rhônetal, im 2. Jahrhundert in Burgund und Bordeaux und im 3. Jahrhundert an der Loire.

Zwar hat Frankreich mittlerweile sogar in Übersee (Chile, Südafrika) enorm viel Konkurrenz bekommen, aber die französischen Weine gelten nach wie vor als außergewöhnlich. In keinem anderen Land werden so viele große Weine produziert, die nach wie vor Maßstäbe stetzen - das gilt gleichermaßen für Schaumwein (Champagner) oder für elegante Rotweine (Bordeaux). Im Jahr 2000 wurden insgesamt rund 58 Millionen Hektoliter Wein produziert, weltweit setzte sich Frankreich damit an die Spitze - doch nur in diesem Jahr, der Spitzenplatz wechselt fast jährlich zwischen Frankreich und Italien.

Die schönsten Weinregionen

Mit Ausnahme der Regionen nördlich von Paris wird eigentlich überall im Land Wein angebaut. Und so sind die bekanntesten Weinanbaugebiete in Frankreich:

  • Bordeaux
  • Burgund
  • Jura
  • Savoyen
  • Rhône
  • Provence
  • Languedoc-Roussillon
  • Cahors
  • Bergerac
  • Südwesten
  • Korsika
  • Loire
  • Champagne
  • Elsaß

Burgund: Dijon und weltbekannte Weine

Burgund ist eine der Heimaten des guten Weines, wo die Besucher die Möglichkeit haben, Weine der Region zu verkosten, die in der ganzen Welt bekannt sind. Die Besten von allen befinden sich im Umkreis von 20 Kilometer von Meursault. Aber auch die zweitausend Jahre alte Hauptstadt des Burgund Dijon, geprägt von den mächtigen Herzögen des Mittelalters, ist einen Besuch wert. Als Weinhauptstadt gilt Beaune. La Côte de Beaune ist bekannt für seine Rot- und Weißweine.

Loiretal: Weltkulturerbe und herbe Weine

Die Weinregion der Loire beginnt rund 100 Kilometer von Burgund entfernt, bei Sancerre und Pouilly-Fumé, und erstreckt sich bis Nantes. Das Loiretal besteht aus unterschiedlichen, reizvollen Landschaften: Wälder mit weiten Feldern, romantische Flusslandschaft mit prächtigen Schlössern, Ackerbau, historische Städte. Die UNESCO hat im Herbst 2000 das “Val de Loire” zum Weltkulturerbe ernannt.

Die meisten Weinberge liegen am südlichen Ufer der Loire. Durch das trockene Klima und die wenigen Niederschläge wurde die Loire bekannt für herbe Weißweine. Die besten Schaumweine vom Loiregebiet kommen aus Touraine, vorwiegend aus Vouvray. Grüne Täler, fruchtbares Ackerland, weite Wälder und mildes Klima brachten der Region den Namen "Garten Frankreichs" ein. Die Landschaft ist geprägt durch Burgen und Schlössern.

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Schon die Römer liebten Wein aus Andalusien. Weintrinker und -kenner sind die Spanier seit rund 3000 Jahren. 1100 vor Christus gründeten die Phöniker die Stadt Gadir, das heutige Cadiz, und trieben regen Handel mit Wein im Mittelmeerraum.

Durch den Einfall der Mauren kam der Weinhandel im 6. Jahrhundert zunächst zum Erliegen. Aus religiösen Gründen rodeten die Moslems große Teile der Weinberge oder erlaubten nur die Produktion von Rosinen.

Wie in vielen anderen Ländern waren es auch in Spanien zumeist Mönche, die in der Folgezeit den Weinanbau wieder aufnahmen und in der Nähe ihrer Klöster Reben anpflanzten, um Messwein kelltern zu können.

Die schönsten Weinregionen

Spanien ist (nach der Schweiz und Albanien) eines der gebirgigsten Länder Europas. Das Land wird von großen Flüssen durchzogen, die Wasser für die Weingärten liefern. Die wohl bekanntesten Weinanbaugebiete Spaniens sind Rioja und Valdepenas.

Weitere Weinregionen sind unter anderem:

  • Conca de Barberá: ein kleines Anbaugebiet bei Barcelona am Mittelmeer
  • La Mancha: ein großes Gebiet im Herzen des Landes und Somontano, hier werden die Reben am Fuße der Pyrenäen angebaut.
  • Jerez: Eine Besonderheit Spaniens ist der Sherry. Seit Jahrhunderten berühmt für seinen Sherry ist die Gegend um Jerez

Rioja

Die autonome Region La Rioja liegt im Norden Spaniens mit der Hauptstadt Logroño. Sie umfaßt den westlichen Teil des Ebrobeckens und reicht bis zu den Ausläufern des Iberischen Randgebirges. Das Weinbaugebiet Rioja zählt zu den bedeutendsten in Europa und wird in drei Weinbaugebiete aufgeteilt: Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Baja. Herbe Weine kommen aus Rioja Alta, würzige aus Alavesa und Weine mit hohem Alkoholgehalt aus Baja, dem wärmsten Anbaugebiet. Hier können Besucher die Antike spüren: Es sind zahlreiche in Stein gehauene Gärbecken erhalten, die einen Weinbau bereits in der Antike bezeugen.

Valdepeñas

Valdepeñas liegt in der zentralspanischen Region La Mancha. Die Weine aus diesem Gebiet sind besonders in Madrid als Karaffenweine beliebt. Die bekannteste rote Sorte heißt Cancibel, die bekannteste weiße Airen.

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Die Portugiesen lieben die Tradition. An einigen Orten wird der Wein immer noch auf traditionelle Art hergestellt. Zuerst werden die Trauben gepflückt, dann in einem großen Trog gesammelt und anschließend mit den Füßen zertreten.

Die Tradition ist auf die Antike zurückzuführen, als Phöniker, Griechen und Römer Rebstöcke auf die iberische Halbinsel brachten. Unter der maurischen Herrschaft stagnierte zwar der Weinbau, kam jedoch trotz des Wein-Verbotes nicht zum Erliegen.

Durch seine recht isolierte Lage zwischen Spanien und dem Atlantik haben andere Länder nur wenig Einfluß auf Portugals Weinbau genommen, daher wurden Traditionen über lange Zeit beibehalten. Kaum ein anderes Weinland hat so viele aktiv angebaute lokale Rebsorten vorzuweisen wie Portugal. Und so ist der portugisische Wein aus dem Grund auch auf den portugisischen Geschmack zugeschnitten. Rotweine fallen meist streng, Weißweine hingegen bemerkenswert mild aus.

Die schönsten Weinregionen

Heute wird in Portugal vom Norden bis zum Süden eine Vielfalt von Weinen produziert, angefangen bei dem spritzigen Grünen Wein (Vinho Verde) bis hin zum schweren Portwein (Vinho do Porto).

  • Auf Setúbal, der südlich von Lissabon gelegenen Halbinsel, wird der bekannte Muskateller angebaut.
  • In der Region Douro ist Portwein das Aushängeschild.
  • Colares, die kleinste Weinregion Portugals, ist auf einem schmalen Areal an der Atlantikküste beheimatet. Die verbreitetste Rebsorte heißt hier Ramisco.
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Die Österreicher trinken ihren Wein am liebsten selber: Nur ein kleiner Teil des produzierten Weins kommt auf den Weltmarkt.

Österreich reiht sich in die europäische Reihe der Jahrtausende alten Weinanbau-Tradition ein. Seit der Zeit der keltischen Besiedlung vor knapp 3000 Jahren wird Wein angebaut. Die burgenländische Gemeinde Zagersdorf im Neusiedlersee-Hügelland und die niederösterreichische Gemeinde Stillfried im Weinbau-Gebiet Weinviertel gelten als älteste Wein-Gemeinden Österreichs. In beiden Orten wurden Traubenkerne gefunden, die aus der Zeit 700 bzw. 900 v. Chr. stammen und eindeutig der Spezies Vitis vinifera zuzuordnen sind.

Allerdings hat der österreichische Wein zum Teil noch immer gegen seinen "Frostschutz-Skandal" anzukämpfen. Mitte der 1980er Jahre versuchten einige Winzer durch Beimischung von Glykol ihren Wein körperreicher zu gestalten. Eine positive Folge dieses Skandals: Kein anderes Land hat strengere Gesetze zur Reinhaltung des Weins. Heutzutage produzieren österreichische Winzer die reinsten Weißweine der Welt.

Die schönsten Weinregionen

Österreich besitzt die einzige Hauptstadt der Welt, die auch über bedeutungsvollen Weinbau verfügt. In den Vororten Wiens hat der Weinfreund die Gelegenheit, den Wein direkt aus dem Faß kredenzt zu bekommen. Weitere Weinregionen sind: Niederösterreich, unter anderem mit den Weinbaugebieten Donauland und dem Weinviertel; die Steiermark und das Burgenland mit dem Neusiedlersee-Hügelland. Weitere Anbaugebiete verteilen sich über Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Das Weinviertel

Das niederösterreichische Weinviertel im Nord-Osten des Landes lässt aufatmen: Hier sind die Erhebungen niedriger, die Flüsse schmäler, die Burgen und Schlösser weniger protzig. "Small is beautiful", dieser Slogan könnte im Weinviertel erfunden worden sein. Gesunder Wein und die beschauliche Lebensweise hat diesen Landstrich zu einer Oase für Genießer werden lassen. Abseits der großen Tourismusströme hat sich eine heile Welt erhalten. Und mitten im Weinviertel, der einzigartigen Kulturlandschaft nördlich von Wien, liegt Mistelbach. Die schicke Kleinstadt ist umgeben von intakter Natur und sehenswerten Kulturgütern.

Die Wachau

Im berühmtesten der Weinbaugebiete Österreichs, der Wachau, gedeihen auf Jahrhunderte alten, spektakulär angelegten Weinbauterrassen Weine von Weltruf. Uralte Klöster und Stifte an der Donau wie Melk, Göttweig und Dürnstein und Schlösser ziehen sich entlang der Donau. 36 der insgesamt 2.800 Kilometer langen Donaustrecke gehören zur einzigartigen Region Wachau, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

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Ein Superlativ der Schweiz: Das nach Albanien gebirgigste Land Europas besitzt Weingärten in 1100 Metern Höhe, die damit zu den höchstgelegenen der Welt zählen.

Das Wein-Superlativ befindet sich im Weinbauort Visperterminen im Kanton Wallis, der größten Weinregion der Schweiz. Die Alpen mit ihren Ausläufern prägen den Weinbau. Die Rebflächen liegen vor allem am Beginn der drei großen Flusstäler Rhône im Westen, Rhein im Norden und Po im Süden. In diesen Tälern und entlang der vielen Seen befinden sich viele Rebflächen auf Gletschermoränen, zumeist steil und terrassiert.

Die schönsten Weinregionen

Sprachlich wird die Schweiz in die drei Weinbau-Regionen

  • Westschweiz mit den Kantonen Waadt und Wallis (drei Viertel der Weinproduktion stammt aus der frankophonen Schweiz)
  • Ostschweiz (deutsche Schweiz - Land der roten Landweine" und kleinste Gebiet)
  • und das Tessin im Süden (italienische Schweiz) geteilt.

In der vielfältigen Weinkultur spiegeln sich deutsche, italienische und französische Einflüsse wieder.

Auch in der Schweiz begründeten die Römer um die Zeitenwende den Weinbau. Zu den ältesten Weinregionen gehören Basel und Windisch. Mönche aus Burgund gründeten sechs Jahrhunderte später bei Aigle im Kanton Waadt das Kloster St. Maurice und begannen mit dem Weinanbau. 1142 wurde der erste terrassierte Weingarten am Genfer See angelegt, der heute zu den schönsten Appellationen (wie die Schweizer sagen) oder Weinbau-Regionen der Schweiz zählt.

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Dass der Wikinger Leif Eriksson der Entdecker Amerikas ist und nicht Columbus wissen wir. Doch dass es schon damals, um das Jahr 1.000, wilden Wein in der neuen Welt gab, ist einigen vielleicht neu.

Leif Eriksson "Der Glückliche" segelte um das Jahr 1.000 von Grönland aus gen Süden und erreichte die amerikanische Küste. Wo genau er landete, ist heute nicht mehr auszumachen. Doch vermutlich war es bei New York oder Boston.

Der Wikinger berichtete von einer Landschaft mit sanften Hügeln und Wäldern mit Wildreben, an denen riesige Beeren hingen und er nannte das Gebiet "Vinland", was soviel bedeutet wie Weinland, aber auch mit "Weideplatz" oder "Wiese" übersetzt werden kann.

Amerikanischer Wein, nichts für europäische Zungen

Als gegen Ende des 16. Jahrhunderts die ersten Siedler an der Ostküste Amerikas landeten, fanden auch sie die wilden Trauben. Doch der aus ihnen gewonnene Wein war ungenießbar. Und so versuchte man europäische Rebsorten anzubauen. Von Massachusetts bis Florida wurden die eingeführten Rebsorten angebaut. Doch ohne Erfolg. Die Reben konnten Schädlingen wie der Reblaus, bestimmten Krankheiten und den Klima-Bedingungen nicht Stand halten.

Trotz dieser Rückschläge gab es über Jahrhunderte hinweg Bemühungen, Amerika als Weinanbau-Nation zu etablieren. Der US-Präsident Thomas Jefferson (1743–1826) hatte gar ein eigenes Weingut und erließ ein Gesetz, nachdem alle alkoholischen Getränke, mit Ausnahme des amerikanischen Weins, besteuert werden mussten.

Amerikas Wein-Pioniere

Jean Jacques Dufour und Nicholas Longworth gelten als die Weinbau-Pioniere Amerikas. Denn sie betrieben den Weinbau als erste erfolgreich kommerziell. Jean Jacques Dufour ab 1798 in Kentucky und Nicholas Longworth ab 1825 in Cincinnati-Ohio. Doch der erste wirklich große Erfolg amerikanischen Weins begann in Kalifornien. Hier wurde schon im Jahre 1769 eine europäische Weinsorte erfolgreich angebaut. Und als Agoston Haraszthy in den 1860er-Jahren zehntausende europäischer Setzlinge importierte, war der Erfolg der Weinkultur in Kalifornien perfekt. Doch der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865), die Prohibition (1920 bis 1933) und Rebkrankheiten beendeten diese ersten Erfolge.

Geglückter Neuanfang

Der Schriftsteller Philip Wagner war es, der ab 1939 französische Rebsorten importierte und die Weinkultur in Amerika wieder aufleben ließ. Die Weinsorten verbreiteten sich von seinem Weingut in Maryland aus an der gesamten Ostküste. Heute wird in allen 51 US-Bundesstaaten Wein produziert. Doch der größte Anteil in Kalifornien, gefolgt von Oregon, Washington State und New England.

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Chile gilt als Wunderkind unter den Wein produzierenden Ländern. Denn in den letzten 20 Jahren gelang dem Land ein kometenhafter Aufstieg am internationalen Weinhimmel.

Wer hätte da gedacht, dass in Chile schon seit Jahrhunderten Wein angebaut wird und dass das Land eines der ersten war, das Wein exportierte? Die spanischen Besatzer waren es, die im 16. Jahrhundert den Weinbau in Chile kultivierten. Sie brachten die spanische Rebe "Mission" ins Land, um ihre Missionsstationen mit ausreichend Wein versorgen zu können. Diese Sorte beherrscht auch heute noch, unter dem Namen "Pais", den chilenischen Weinmarkt. Doch international erfolgreich sind Sorten aus Frankreich. Daher wird Chile auch das "Bordeaux der südlichen Hemisphäre" genannt.

Zum Erfolg gezwungen

Anfang der 80er Jahre brach der nationale chilenische Weinhandel ein, da der pro Kopf Verbrauch drastisch zurück ging. Die Weinhändler wurden so in den Export gezwungen. Und der internationale Siegeszug des chilenischen Weins konnte beginnen. Kapital ausländischer Investoren floss, neue Landschaften wurden erschlossen, hochmoderne Kellereien entstanden dort, wo vorher altmodische Weine für den Bedarf im Inland hergestellt wurden und schon zu Beginn der 90er Jahre kamen erstklassige neue Weine auf den Markt.

Die chilenischen Anbaugebiete

Die Weinbauzone ist etwa 500 Kilometer lang, und reicht von Valparaiso im Norden bis Concepcion im Süden. Von vielen Experten wird Maipo, gleich südlich von Santiago für eine der beste Wein-Regionen gehalten. Doch die zur Zeit erfolgreichsten Weine stammen aus Aconcagua und vor allen Dingen Casablanca Valley, nördlich bis nordöstlich von Santiago. Das Maule Valley ist heute die größte Weinregion des Landes.

  • Atacama und Coquimbo: Im Norden Chiles. Von hier stammen überwiegend süße Weine mit hohem Alkoholgehalt.
  • Aconcagua bis Talca: In Zentralchile. Hier werden die besten Weine Chiles produziert.
  • Maule bis Bio Bio: Im Süden Chiles. Hier wird der Großteil chilenischen Weins produziert.
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Am Fuße des Tafelberges wuchsen die ersten Trauben. Aus der Heimat mitgebracht und gepflanzt hatte sie 1655 Jan van Riebeeck, holländischer Arzt, Kaufmann und Gründer Kapstadts.

Heute befinden sich rund 80 Prozent der Weingüter im Umkreis von 200 Kilometern um Kapstadt - das mediterane Klima der Küstenregion ist ideal für den Weinanbau. Nur wenige Weinbauern haben sich in die "Klein-Karoo" verzogen, eine trockene, durch Bergketten von der Küste getrennten Dornbuschlandschaft.

Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die europäischen Siedler in Südafrika mit der Weinherstellung. Der Weinanbau am Kap wird mittlerweile sogar als einer der technisch perfektesten und modernsten eingeschätzt, obwohl das Land erst in den 1970er Jahren zu den führenden Weinbaunationen aufstieg.

Das gemäßigte und regenreiche Klima in der Küsten- und Kap-Region ist für den Weinanbau wie geschaffen. Im Sommer scheint fast ausnahmslos die Sonne auf die Reben an der so genannten Riviera Afrikas - geografisch entspricht die Lage des Küstengebiets Orten auf der Nordhalbkugel wie beispielsweise Casablanca.

Reise zu den schönsten Weingütern

Die wohl bekanntesten Weinanbaugebiete Südafrikas sind

  • Stellenbosch
  • Paarl
  • Franschhoek
  • Constantia

Doch auch Weingüter mit so schönen Namen wie Buitenverwachting, Groot Constantia, Thelema, Allesverloren oder Kanonkop sind eine Reise wert. Die meisten sind innerhalb eines Tagesausfluges von Kapstadt bequem mit dem Auto zu erreichen. Da in der Regel jedoch auch die Weinproben zu einem solchen Besuch gehören, sind Bustouren eine gute Alternative.

Genießer entlang der Weinroute

Eine der schönsten Weinrouten, die Stellenbosch-Weinroute, ist in fünf Gebiete aufgeteilt: Greater Simonsberg, Stellenbosch Berg, Helderberg, Stellenbosch Hills und Bottelary Hills. Mehr als 300 Weinherstellern können Besucher auf diesen Routen einen Besuch abstatten.

Nicht verpassen: Weinproben

Zu den wichtigsten Rebsorten Südafrika gehören Chardonnay, Chenin Blanc, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und die südafrikanische Rebe Pinotage, die erst im Jahr 1925 entdeckt wurde.

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Mit den englischen Sträflingen, den ersten Siedlern Australiens, landeten 1788 auch die ersten Weinreben in Australien. Und so waren es Strafgefangene, die den Grundstock für den heutigen Erfolg australischen Weins legten.

Das erste Weinanbaugebiet entstand um Port Jackson, heute Sydney. Trotz weniger Kenntnisse begannen die Engländer hier bereits Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Weinbau. Anfänglich wurden hauptsächlich alkoholreiche Süßweine, ähnlich dem Port- und Sherrywein produziert. Erst Ende der 1960er wurde der Weinbau auf hochwertige frische Weißweine umgestellt, der australischem Wein weltweit zum Durchbruch verhalf.

Anbau unter extremen Bedingungen

In Australien liegt eines der heißesten Anbaugebiete der Welt, das Swan Valley in Westaustralien. Die Weinproduktion kann hier nur durch künstliche Bewässerung gewährleistet werden. Daher konzentriert sich der Weinbau auf die Küstengebiete im Süden und Südwesten mit gemäßigtem Klima.

Anbaugebiete Australiens

  • Südaustralien: Wichtigste Anbaugebiete sind Barossa Valley, McLaren Vale, Coonawarra und Eden Valley. Aufgrund des günstigen Klimas gedeihen hier ausgezeichnete Rotweine.
  • New South Wales: Wichtigste Anbaugebiete sind Hunter Valley, Cowra und Griffith/Riverina. Hier werden vor allem erstklassige Weißweine produziert.
  • Victoria: Wichtigste Anbaugebiete sind Great Western, Far Southwest Victoria/Drumborg und Yarra Valley. Mit dem Rheinland vergleichbare Temperaturen begünstigen den Weißweinanbau.
  • Westaustralien: Wichtigste Anbaugebiete sind Margaret River, Swan Valley und Avon Valley mit hervorragenden Weinen der Sorte Cabernet Sauvignon und Shiraz.
  • Tasmanien: Insgesamt sieben Weinbaugebiete, mit milden Sommern und langen Herbsttagen, an denen die Trauben langsam heranreifen können.

Weitere Informationen: Australian Wine Export Council, Wine Industry House, 555 The Parade, Magill, South Australia 5072 (P.O. Box 622, AUS-Magill SA 5072). Tel. 08-8364 1388. Fax 08-8364 2290

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