Wenn der Berg ruft

Wenn der Berg ruft
Bild 1 von 79

Wenn der Berg ruft

400 Pistenkilometer und rasante Abfahrten aus 4000 Meter Höhe ? entdecken Sie die Skiregion ums Matterhorn und das idyllische Zermatt.

von Bülent Gündüz

Schon von weitem sieht man bei der Fahrt durch das Mattertal das Matterhorn. Majestätisch, magisch, mythisch ragt der Viertausender am Ende des Tales empor. Und obwohl es in der Region fast 40 Viertausender gibt, ist das Matterhorn unverwechselbar. Wie ein Zahn ragt der Bergriese 4478 Meter in den Himmel. Und am Fuß des Berges liegt Zermatt.

Bis Täsch, fünf Kilometer vor Zermatt, kann man mit dem Auto fahren, ab dort geht es mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn oder Kleinbussen weiter nach Zermatt. Das eigene Auto muss man für den Aufenthalt vergessen, Autos sind in Zermatt nicht erlaubt. Schließlich ist man in einem Kurort und der lebt nicht zuletzt von seiner guten, klaren Bergluft.

Die autofreie Stadt wirkt idyllisch. Durch das Dorf surren Elektromobile und wer es noch beschaulicher mag, nimmt eine Pferdekutsche. Im historischen Dorfkern findet man noch die für die Region typischen Häuser. Doch Zermatt ist nur am Abend und in der Nacht wirklich interessant, im Sommer wie im Winter zieht es die Touristen nach draußen in das Ski- und Wandergebiet rund um das Matterhorn. Dank seiner südlichen, windgeschützten Höhenlage gibt es hier das ganze Jahr über schneesichere Pisten.

Das Skigebiet teilt sich in drei Regionen um das Rothorn, den Gornergrat und das Klein Matterhorn und führt bis ins italienische Cervinia. Fast 400 Pistenkilometer kommen so zusammen.

Eine der schönsten Pisten ist die Matterhornpiste, eine Abfahrt vom Klein Matterhorn über den Furgsattel und den Theodulgletscher über das Hörnli ins Tal nach Zermatt. Und nirgendwo ist schon die Fahrt zum Ausgangspunkt der Abfahrten so schön wie hier. 74 Bergbahnen und Skilifte gibt es in der Region. Die aufregendste ist sicher die Gornergratbahn, die älteste Zahnradbahn der Schweiz. Im 24-Minuten-Takt verkehren die Bahnen zum Gornergrat und täglich gibt es einen Extrazug für Kinder, der die Kleinen ins Kinderskiparadies auf 3000 Metern Höhe bringt.

Im gesamten Skigebiet gibt es Touren in allen Schwierigkeitsgraden. Zu empfehlen sind, neben den Abfahrten vom Klein Matterhorn, die Abfahrten vom Hohtälli, vom Stockhorn und vom Rothorn. Fast alle Pisten liegen im mittelschweren Bereich und sind für fortgeschrittene Skifahrer problemlos zu meistern. Im Skipass sind übrigens die Fahrten mit sämtlichen Bergbahnen enthalten. Ausprobieren lohnt sich also!

Restaurants: Küchen aus aller Welt

Berühmt ist die Region aber auch für die Bergrestaurants. Nirgendwo in den Alpen isst man so gut wie in der Region um das Matterhorn. Durch alle Küchen der Welt, von günstig bis gehoben und immer mit Blick auf das Matterhorn und die alpine Landschaft, mehr kann man sich nicht wünschen. Auch von den 116 Hotels in Zermatt befinden sich einige auf luftigem Niveau direkt neben den Pisten. Das imposanteste ist sicher das Hotel Restaurant Kulm Gornergrat, das höchstgelegen Hotel der Alpen auf dem Gornergrat, allerdings sind die einfachen Zimmer nicht eben billig. Um die 200 Schweizer Franken kostet eine Übernachtung im Doppelzimmer. Empfehlenswerter ist sicher das Hotel Riffelberg mit seinen schönen Zimmern oder, wer es spartanischer mag, das Berghaus Matterhorn, direkt am Fuß des Matterhorns.

Essen und Schlafen neben der Piste oder im Iglu

Wer es einsamer mag, kann sich im Sommer und teilweise auch im Winter in den Hütten der Region einmieten. Die schönsten Hütten liegen natürlich direkt am Aufstieg zum Matternhorn und am Gornergrat. Sie sind aber oft ausgebucht, eine frühe Reservierung ist also zu empfehlen. Zünftig geht es im Igludorf auf Schwarzsee zu. Wer es sich zutraut, kann hier eine Nacht im Iglu verbringen und den Sonnenaufgang im Schnee genießen. Zum Frühstück geht es dann in das Bergrestaurant Schwarzsee.

Natürlich bietet die Bergwelt von Zermatt für Wintersportler alle Möglichkeiten: Skitouren, Langlaufloipen, Snowparks für Snowboarder und Buckelpisten.

Wer es entspannter mag, für den gibt es Rodelpisten, Curlingbahnen, 30 Kilometer Winterwanderwege und Pferdeschlittenfahrten durch die verschneite Landschaft. Ganz Wagemutige lassen sich mit dem Hubschrauber auf über 4000 Meter fliegen und stürzen sich dann in das Tiefschneevergnügen.

Auch sonst stehen alle Indoor- und Outdoorsportarten zur Verfügung. Ein kleiner Tipp: für 60 Euro kann man an mehreren Termin abends mit der Berbahn nach Schwarzsee oder zum Rothorn fahren. Dort isst man gemütlich zu Abend und darf anschließend in einer Mondscheinfahrt wieder auf Skiern ins Tal. Ein Erlebnis für jeden Wintersportfan.

Im Sommer ist die Landschaft um das Matterhorn beliebtes Wandergebiet. Für Wanderer stehen in der hochalpinen Bergwelt rund 400 Kilometer Spazier- und Wanderwege zur Verfügung.

Und die 38 Viertausender ziehen natürlich auch Bergsteiger unwiderstehlich an. Beliebt sind natürlich auch die Gletschertouren zu den Gletschern rund um das Matterhorn. Ein Besuch im Gletscherpalast Klein Matterhorn gehört da natürlich zum Pflichtprogramm. Im breiten Gletscherfeld, das sich zwischen Klein Matterhorn und Breithorn ausbreitet, bietet der höchstgelegene Gleschterpalast der Welt fantastische Einblicke in die faszinierende Welt von Schnee und Eis. Nach dem Rundgang durch das kalte Paradies der Eiskunst und Glaziologie kann man sich an der Imbissbar in Eis mit warmen Getränken und Snacks verwöhnen lassen.

Besonderes Highlight für Wanderer ist der Höhenweg rund um Zermatt der in 15 Etappen von Berghütte zu Berghütte führt. Für Abwechslung sorgen auch die Themenpfade: ein Murmeltierpfad mit Beobachtungsposten, ein naturphilosophischer und ein botanischer Lehrpfad. Für Biker wurde eigens ein Mountain-Bike-Pfad angelegt. Auf schmalen, unbefestigten Pisten führt er durch die Region. Anziehungspunkt für Abenteuerlustige ist auch die Gornerschlucht. Dort befindet sich einer der schönsten Klettersteige der Schweiz. Oberhalb des Wasserlaufs geht mittels Klettern, Abseilen, Seilbahnen bis 80m Länge, Hängebrücken und Tarzanschwung durch die ansonsten unzugängliche Schlucht. Für die Kinder ist das ein Riesenspaß.

Ski fahren unter sommerlicher Sonne

Besonderes Vergnügen sind aber die Sommerskipisten rund um den Gipfel des Klein Matterhorn und den Testa Grigia. Mitten im Sommerskigebiet wird außerdem auch ein Freestylepark mit Superpipe errichtet. Je nach Witterung beträgt die Pistenlänge zwischen 6 und 21 Kilometern, darunter eine Abfahrt von 7 Kilometern Länge und einer Höherndifferenz von 1000 Metern. Die örtliche Ski- und Snowboardschule bietet auch im Sommer Kurse an.

Wie es sich für einen Wintersportort gehört, kann Zermatt natürlich auch mit allen Annehmlichkeiten des Apres-Ski aufwarten. Wer es gediegen mag, geht ins das Zermatter Casino und versucht sein Glück. Und für Partymenschen und Szenegänger gibt es mehr als genug Clubs, Bars und Lounges. Bei schlechtem Wetter lohnt sich auch ein Gang in das Soleschwimmbad oder die Sauna und abends geht es ins Kino oder in ein Konzert.

Weitere Informationen im Internet:

Zermatt | Höhenweg Zermatt | Zermatter Bergbahnen

Kommentare
Top-Themen
9/11 hat die Welt verändert. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt.mehr
Eiger, Mönch und Jungfrau zählen zu den bekanntesten Bergen der Schweiz. Doch es gibt noch mehr in unserem Nachbarland ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.