Bundesregierung äußert "ernste Sorge" nach Hinrichtung in Arkansas

Die Zahl der Hinrichtungen ist im vergangenen Jahr laut Amnesty
International weiter zurückgegangen. Weltweit seien 993 Menschen
hingerichtet worden, mehr als die Hälfte davon im Iran, hieß es in
dem Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation.
Bild 1 von 1

Die Zahl der Hinrichtungen ist im vergangenen Jahr laut Amnesty International weiter zurückgegangen. Weltweit seien 993 Menschen hingerichtet worden, mehr als die Hälfte davon im Iran, hieß es in dem Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation.

 © CAROLINE GROUSSAIN - AFP/Archiv
21.04.2017 - 12:12 Uhr

Die Bundesregierung hat die umstrittene Hinrichtung eines Häftlings im US-Bundesstaat Arkansas kritisiert. "Wir sehen mit ernster Sorge die schwierigen Begleitumstände dieser Hinrichtung", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Freitag in Berlin. Insbesondere die bis wenige Stunden vor der Hinrichtung andauernden Berufungsverfahren seien eine "große Belastung für alle Beteiligten gewesen".

In der Nacht zum Freitag hatte Arkansas die erste von mehreren geplanten Exekutionen vollstreckt. Der verurteilte Mörder Ledell Lee wurde mit der Giftspritze hingerichtet, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA kurz zuvor ein Gesuch auf Aufschub der Hinrichtung des 51-Jährigen abgelehnt hatte. Bis Ende April sollen in Arkansas mehrere weitere Männer hingerichtet werden, weil das Haltbarkeitsdatum einer bei den Exekutionen verwendeten Substanz abläuft.

Deutschland habe gemeinsam mit seinen Partnern in der Europäischen Union im Vorfeld einen schriftlichen Appell an den Gouverneur von Arkansas gerichtet und "darum gebeten, dass die Strafen für die insgesamt acht zum Tode Verurteilten in Arkansas in eine andere Strafe umgewandelt" werden, sagte Schäfer weiter. Auch der deutsche Botschafter in Washington, Peter Wittig, habe sich in einem Brief an den Gouverneur von Arkansas gewandt, "jedenfalls in diesem einen Fall bedauerlicherweise ohne Erfolg".

Zugleich betonte Schäfer, dass sich die Bundesregierung der "Schwere der zur Last gelegten Verbrechen bewusst" sei. "Die Opfer der Taten haben unser ungeteiltes Mitgefühl." Die Todesstrafe jedoch sei "eine unmenschliche und grausame Form der Bestrafung". Die Bundesregierung werde nicht nachlassen, sich weiter für Ächtung und Abschaffung der Todesstrafe einzusetzen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Arkansas' republikanischer Gouverneur Asa Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet, bevor das Haltbarkeitsdatum des verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Das Vorhaben sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen.

Quelle: 2017 AFP
Kommentare
Top-Themen
Heftige Gewitter mit Starkregen haben im Westen und in der Mitte Deutschlands zu zahlreichen Überschwemmungen und ...mehr
In einer bewegenden Zeremonie haben Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle sich auf Schloss Windsor das ...mehr
Nach der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan hat sich das britische Königshaus bei den Zuschauern in aller Welt bedankt.mehr
Tests
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
1
Physik, Chemie, Biologie - sind Sie ein verkappter Einstein? Finden Sie es heraus mit unserem kostenlosen Test!mehr
Bilder des Tages
Kein schöner Anblick: In Afghanistans Hauptstadt Kabul liegt am Rande eines Gewässers jede Menge Müll.mehr