Mehr als sieben Millionen Venezolaner beteiligen sich an Referendum gegen Maduro

An der Volksabstimmung über die geplante Verfassungsreform von
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro haben am Sonntag nach Angaben
der Opposition knapp 7,2 Millionen Venezolaner teilgenommen. Der
Urnengang wurde von Gewalt überschattet.
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An der Volksabstimmung über die geplante Verfassungsreform von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro haben am Sonntag nach Angaben der Opposition knapp 7,2 Millionen Venezolaner teilgenommen. Der Urnengang wurde von Gewalt überschattet.

 © Federico Parra - AFP
17.07.2017 - 11:16 Uhr

Knapp 7,2 Millionen Venezolaner haben nach Angaben der Opposition an einer Volksabstimmung über die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Nicolás Maduro teilgenommen. Das teilten die Organisatoren nach Abschluss des Votums vom Sonntag und Auszählung von 95 Prozent der Stimmzettel mit. Die Opposition sprach von einer "klaren Botschaft" an Maduro. Die Abstimmung wurde von Gewalt überschattet, eine Frau wurde getötet.

Es handele sich um "eine klare Botschaft an die Exekutive und an die Welt", sagte die Präsidentin der Zentraluniversität von Venezuela, Cecilia García Arocha. Das Ergebnis werde noch am Montag (Ortszeit) bekanntgegeben.

Mehr als jeder Dritte der 19 Millionen Wahlberechtigten in Venezuela gab bei dem Referendum seine Stimme ab. Vor dem Wahlgang hatte es allerdings Erwartungen gegeben, dass etwa zehn Millionen Bürger an der Abstimmung teilnehmen könnten, die rechtlich nicht bindend ist.

Bei einem bewaffneten Überfall auf Oppositionsanhänger wurden eine 61-jährige Frau getötet und drei weitere Menschen verletzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Unbekannte hätten von Motorrädern aus auf Bürger geschossen, die ihre Stimme abgeben wollten, hieß es. Die Opposition machte "paramilitärische Gruppen" aus dem Umkreis Maduros für den Angriff verantwortlich.

Der Überfall ereignete sich in einem Arbeiterviertel im Westen der Hauptstadt Caracas. Fernsehaufnahmen zeigten Menschen, die in Panik vor den Schüssen flohen. Viele suchten Schutz in einer nahe gelegenen Kirche.

In ihrem erbitterten Streit mit Maduro hatte die Opposition zu dem Urnengang am Sonntag aufgerufen. Das Regierungslager boykottierte die Abstimmung und bezeichnete sie als "illegal". Nach dem Ende des Urnengangs riefen Oppositionsanhänger in Caracas: "Diese Regierung stürzt", Autofahrer stimmten ein Hupkonzert an.

Die von Maduro angestrebte Verfassungsreform scheint nur wenig Zustimmung zu finden. Das Umfrageinstitut Datanálisis teilte mit, dass voraussichtlich 70 Prozent der Wähler gegen die Pläne Maduros stimmen.

Das Auswärtige Amt in Berlin wertete die Abstimmung als "überwältigenden Ausdruck des Wählerwillens der venezolanischen Bevölkerung", auch wenn das Plebiszit nicht rechtlich bindend sei. "Wir hoffen, dass dieses Resultat Präsident Maduro dazu veranlasst, die Einberufung der verfassunggebenden Versammlung zu überdenken", sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag.

Maduros sozialistische Regierung will die neue Verfassung von einer verfassunggebenden Versammlung verabschieden lassen, die am 30. Juli bestimmt werden soll. Die Opposition wirft Maduro vor, er wolle das Gremium nahezu ausschließlich mit seinen Anhängern besetzen, um sich dann mit der neuen Verfassung diktatorische Vollmachten zu sichern.

Die Abstimmung vom Sonntag sollte Maduro und seine Anhänger in die Schranken weisen. Die Abstimmung sei ein Wendepunkt "in diesem Kampf zur Rückgewinnung der Demokratie in Venezuela", sagte Parlamentspräsident Julio Borges. Die Opposition hat im Parlament die Mehrheit.

Auch Venezolaner im Ausland beteiligten sich an der Abstimmung. "Die ganze Welt soll sehen, dass es Millionen Venezolaner gibt, die nicht mit dem Maduro-Regime einverstanden sind, und dass wir in Demokratie und Frieden leben wollen", sagte María del Pérez, die in Madrid ihre Stimme abgab.

Quelle: 2017 AFP
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