Nordkorea stellt Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump infrage

Nordkorea hat mit der Absage des geplanten Gipfeltreffens von
Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump gedroht.
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Nordkorea hat mit der Absage des geplanten Gipfeltreffens von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump gedroht.

© Mandel Ngan, - - AFP/Archiv
16.05.2018 - 12:59 Uhr

Knapp einen Monat vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un droht Pjöngjang mit einer Absage: Sollte Washington weiterhin den "einseitigen" Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen fordern, "haben wir kein Interesse mehr an Gesprächen", sagte Nordkoreas Vize-Außenminister Kim Kye Gwan am Mittwoch. Wegen eines Militärmanöver der USA mit Südkorea sagte Pjöngjang zudem Gespräche mit Seoul ab. Das Weiße Haus reagierte gelassen.

Falls die US-Regierung "uns in die Enge treibt und eine einseitige Denuklearisierung fordert", müsse Nordkorea die Teilnahme an dem geplanten Gipfeltreffen überdenken, sagte Minister Kim der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. "Wir haben bereits unsere Bereitschaft zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel gezeigt", fügte Kim hinzu. Bedingung dafür sei, dass die US-Regierung "ihre feindselige Politik gegenüber Nordkorea, ihre atomaren Drohungen und ihre Erpressung beendet".

Der Minister wies zugleich ein Angebot von US-Außenminister Mike Pompeo zurück, wonach die USA Nordkorea im Gegenzug für die atomare Abrüstung wirtschaftliche Hilfen in Aussicht stellen könnten. Pompeo war zuletzt zwei Mal nach Pjöngjang gereist.

Die USA äußerten sich trotz der Drohungen aus Nordkorea zuversichtlich über das für den 12. Juni in Singapur geplante Gipfeltreffen. "Wir sind weiterhin hoffnungsvoll", sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders dem TV-Sender Fox News. Sollte der Gipfel platzen, werde die US-Regierung ihre Strategie "des maximalen Drucks" gegenüber Pjöngjang fortsetzen, fügte sie hinzu.

Das US-Außenministerium erklärte, keinen Hinweis aus Nordkorea auf eine mögliche Absage der historischen Begegnung erhalten zu haben. Nordkoreas wichtigster Verbündeter China rief Pjöngjang auf, an dem Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump festzuhalten.

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas. Bislang hat die Regierung in Pjöngjang allerdings nicht öffentlich erklärt, zu welchen konkreten Zugeständnissen sie bereit ist. Zwar hatte sich Machthaber Kim bei einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In im April zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt, die Äußerung lässt aber Raum für Interpretation.

Nach Monaten der diplomatischen Annäherung bedeuten die jüngsten Äußerungen aus Pjöngjang einen Rückfall in die scharfe Rhetorik der Vergangenheit. Für Verärgerung sorgt in Nordkorea das gemeinsame Militärmanöver der USA mit Südkorea. Pjöngjang legte daher den Dialog mit Seoul auf Eis und sagte für Mittwoch geplante Gespräche auf hochrangiger Ebene ab.

Die Militärübung sei eine "gezielte militärische Provokation" zu einer Zeit, in der sich die innerkoreanischen Beziehungen verbesserten, erklärte KCNA. Die "Max Thunder"-Übungen stellten eine Herausforderung für die im April mit Moon unterzeichnete Erklärung dar, "noch bevor die Tinte trocknen konnte". Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums nannte den Schritt "bedauerlich". Dieser widerspreche dem Ziel der von Kim und Moon bei ihrem Treffen in Panmunjon geschlossenen Vereinbarung.

Das US-Außenministerium bezeichnete die Militärübungen mit Südkorea als "nicht provokativ". Die Übungen würden fortgesetzt, sagte eine Sprecherin. Das Pentagon erklärte, die Übungen seien "defensiver Natur" und erhöhten die Fähigkeit des Bündnisses zwischen Südkorea und den USA, Südkorea zu verteidigen.

Die alljährlich stattfinden Militärübungen "Max Thunder" laufen in diesem Jahr vom 14. bis 25. Mai. Sie waren wegen der Olympischen und Paralympischen Spiele Anfang des Jahres in Südkorea verschoben worden. An dem Manöver nehmen rund hundert Flugzeuge der beiden Verbündeten teil, darunter F-22-Kampfjets.

Quelle: 2018 AFP
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