Özoguz kritisiert Reaktionen Ankaras auf Auftrittsverbote als "völlig überzogen"

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özoguz (SPD),
hat die Reaktionen der Türkei auf die Absage von Auftritten
türkischer Minister als "völlig überzogen" kritisiert. Keinem der
beiden Länder sei mit einer politischen Eskalation gedient.
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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özoguz (SPD), hat die Reaktionen der Türkei auf die Absage von Auftritten türkischer Minister als "völlig überzogen" kritisiert. Keinem der beiden Länder sei mit einer politischen Eskalation gedient.

 © Karlheinz Schindler - dpa/AFP/Archiv
04.03.2017 - 10:38 Uhr

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat die Reaktionen der Türkei auf die Absage von Auftritten türkischer Minister als "völlig überzogen" kritisiert. "Keinem der beiden Länder ist mit der derzeitigen politischen Eskalation gedient", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag zu den deutsch-türkischen Beziehungen. "Umso verstörender ist es, dass ein vernünftiger Dialog mit der türkischen Seite derzeit nicht möglich scheint", sagte sie.

Die SPD-Politikerin verteidigte vor diesem Hintergrund die Entscheidung der Städte Köln und Gaggenau, die örtlichen Auftritte türkischer Regierungsmitglieder zu untersagen. Es sei Sache der Kommunen und Sicherheitsbehörden, zu entscheiden, ob Sicherheitsbedenken bestünden. Der türkische Justizminister Bekir Bozdag hatte als Reaktion auf den abgesagten Auftritt auch ein Treffen mit seinem deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) abgesagt. Das sei "vollkommen unverständlich", sagte Özoguz.

Ankara hatte erbost auf die Absage der Veranstaltungen in Deutschland reagiert. Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf Deutschland vor, gegen den Erfolg des Referendums für die Einführung des Präsidialsystems zu arbeiten und "eine starke Türkei verhindern" zu wollen. Zu der umstrittenen Reform findet Mitte April in der Türkei ein Referendum statt, bei dem auch in Deutschland lebende Türken wahlberechtigt sind.

Quelle: 2017 AFP
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