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    Petrys kehrt AfD-Fraktion den Rücken und geht als Einzelabgeordnete ins Parlament

Petrys kehrt AfD-Fraktion den Rücken und geht als Einzelabgeordnete ins Parlament

Abspaltung statt Versöhnung: AfD-Parteichefin Frauke Petry wird
der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören, sondern als
Einzelabgeordnete im Parlament sitzen. Petry hatte in ihrem
Wahlkreis in Sachsen ein Direktmandat errungen.
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Abspaltung statt Versöhnung: AfD-Parteichefin Frauke Petry wird der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören, sondern als Einzelabgeordnete im Parlament sitzen. Petry hatte in ihrem Wahlkreis in Sachsen ein Direktmandat errungen.

© Odd ANDERSEN - AFP
25.09.2017 - 14:00 Uhr

Abspaltung statt Versöhnung: AfD-Parteichefin Frauke Petry verkündete am Tag nach der Bundestagswahl, sie werde der AfD-Fraktion nicht angehören, sondern als Einzelabgeordnete im Parlament sitzen. Petry begründete ihren überraschenden Schritt damit, dass sie "Realpolitik" mit dem Ziel einer Regierungsübernahme 2021 machen möchte. Eine "anarchische Partei", die etwa Alexander Gauland wolle, lege die AfD dagegen auf die Oppositionsrolle fest. Petry hatte in ihrem sächsischen Wahlkreis ein Direktmandat errungen.

Sie habe nach langer Überlegung entschieden, dass sie "der AfD-Fraktion im neuen Bundestag nicht angehören werde", sagte Petry am Montag auf einer Pressekonferenz mit ihrem Ko-Vorsitzenden Jörg Meuthen sowie den Spitzenkandidaten Gauland und Alice Weidel. "Ich werde jetzt diesen Raum verlassen." In einem kurzen Statement hatte Petry zuvor auf den seit Monaten tobenden Machtkampf in der AfD-Spitze verwiesen.

Ihre Entscheidung hatte Petry nicht mit den anderen Führungsmitgliedern abgesprochen. Meuthen reagierte verdutzt über die "gerade geplatzte Bombe, von der ich auch keine Kenntnis hatte".

Gauland sagte mit Blick auf die Möglichkeit, dass eine zweite AfD-Fraktion entsteht: "Ich sehe nicht, dass Abgeordnete ihr folgen werden." Der AfD-Vize wiederholte seine am Wahlabend gemachte Beschreibung, die Partei sei ein "gäriger Haufen". Mit Blick auf Petry fügte er hinzu: "Jetzt ist halt jemand obergärig geworden, das passiert."

Weidel sagte: "Natürlich bedauere ich, wenn Talente eine derartige Entscheidung treffen." Sie verwies zugleich darauf, dass sich auch im Zuge des Wahlkampfs "die Wege getrennt haben". Seit Monaten habe es keine Gespräche mit Petry gegeben.

Gauland beklagte mangelnde Hilfe im Wahlkampf von Seiten der AfD-Chefin. Petry habe eine Menge Termine plötzlich abgesagt, die Weidel und er dann übernommen hätten, sagte er dem Sender Phoenix. Zudem habe Petry das Spitzenteam kurz vor dem Wahltag angegriffen. Es sei keine Wahlkampfhilfe, "wenn man wenige Tage vor der entscheidenden Stimmabgabe dem Spitzenteam in den Rücken sticht", sagte Gauland zu "FAZ.net".

Petry hatte vergangene Woche der "Leipziger Volkszeitung" gesagt, sie verstehe es, wenn Wähler über Berichte zu Weidel und Gauland wegen rechtslastiger Äußerungen "entsetzt" seien.

Auf ihrer Facebook-Seite beklagte Petry, gemäßigte und seriöse Mitglieder würden "auf allen Ebenen diskreditiert" und wanderten allmählich ab. Da sie "diesen Exodus" aus ihrer derzeitigen Position heraus nicht mehr aufhalten könne, habe sie sich zur Abkehr von der AfD-Fraktion entschlossen. "Ich werde auf andere Weise aktiv dafür sorgen, dass wir spätestens 2021 die tatsächliche gesellschaftliche Wende einleiten können", schrieb Petry auf Facebook, ohne dies näher auszuführen.

Sachsen-Anhalts Landesparteichef André Poggenburg forderte sie zum Parteiaustritt auf. Da Petry es "ja scheinbar nicht mehr in der AfD aushält", solle sie neben der Fraktion auch die Partei verlassen, sagte Poggenburg der "Welt" (Dienstagsausgabe).

Die rechtspopulistische AfD zieht mit 12,6 Prozent als drittstärkste Kraft in den Bundestag ein, sie stellt 94 Abgeordnete. Am Dienstag kommen die AfD-Abgeordneten zu ihrer ersten Fraktionssitzung zusammen. Es wird erwartet, dass Gauland und Weidel Fraktionsvorsitzende werden.

Quelle: 2017 AFP
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