"Politbarometer": Schwarz-gelbe Koalition knapp möglich

Das Fernsehduell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und
SPD-Herausforderer Martin Schulz wird einer Umfrge zufolge Einfluss
auf den Wahlausgang bekommen. Der SPD unterlief vorab eine
peinliche Panne, sie erklärte Schulz schon vorher zum Sieger.
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Das Fernsehduell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Martin Schulz wird einer Umfrge zufolge Einfluss auf den Wahlausgang bekommen. Der SPD unterlief vorab eine peinliche Panne, sie erklärte Schulz schon vorher zum Sieger.

 © Sven Hoppe - dpa/AFP/Archiv
01.09.2017 - 07:04 Uhr

Drei Wochen vor der Bundestagswahl kommen Union und FDP dem jüngsten ZDF-"Politbarometer" zufolge auf eine knappe Mehrheit. Laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage wären zudem eine große Koalition und ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich. Die Union bleibt klar stärkste Kraft, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) baut im direkten Vergleich ihren Vorsprung vor SPD-Herausforderer Martin Schulz aus.

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU laut dem "Politbarometer" unverändert auf 39 Prozent und die SPD wie zuletzt auf 22 Prozent. Die Linke bliebe bei neun Prozent und die Grünen bei acht Prozent. Die FDP legt um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent zu, während die AfD um einen Punkt auf acht Prozent absackt.

Nach einer kleinen Annäherung in der Umfrage der vergangenen Woche vergrößerte Kanzlerin Merkel zudem wieder ihren Vorsprung vor SPD-Spitzenkandidat Schulz. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hätte lieber Merkel weiterhin als Bundeskanzlerin, für Schulz sprechen sich dagegen nur 28 Prozent aus.

Beim TV-Duell der beiden Kandidaten am Sonntag erwartet eine Mehrheit ein Unentschieden. Davon gehen 46 Prozent der Befragten aus. Ein Drittel (33 Prozent) rechnet damit, dass sich Merkel besser schlagen wird. Nur zehn Prozent erwarten Schulz als Sieger des Duells am Sonntagabend, das live in vier Fernsehsendern ausgestrahlt wird.

Auf der Liste der nach Ansicht der Befragten zehn wichtigsten Politiker liegt Merkel ebenfalls weiterhin vorne. Auf eine Skala von plus fünf bis minus fünf kommt die CDU-Vorsitzende auf einen Durchschnittswert von 2,1. Auf Platz zwei liegt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,9, gefolgt von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit 1,4 und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) mit 0,9.

Auf Platz fünf landet FDP-Chef Christian Lindner mit 0,9, den sechsten Platz nimmt der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir mit 0,8 ein. Erst auf Rang sieben liegt SPD-Chef Schulz mit 0,7. Schlusslichter sind CSU-Chef Horst Seehofer mit 0,6, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 0,3 und Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht mit minus 0,3.

Für das "Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1309 Wahlberechtigte. Alle Umfragen haben einen Fehlerbereich. Beim "Politbarometer" wird dieser mit rund drei Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 40 Prozent und mit zwei Punkten bei zehn Prozent angegeben.

Quelle: 2017 AFP
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