Prozess um Verschleppung von Vietnamesen aus Berlin beginnt in kommender Woche

Der aus Berlin entführte und in seinem Heimatland zu
lebenslanger Haft verurteilte vietnamesische Geschäftsmann Trinh
Xuan Thanh soll laut einem Bericht mittelfristig freikommen. Dies
meldete die "FAZ" unter Berufung auf mehrere Quellen.
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Der aus Berlin entführte und in seinem Heimatland zu lebenslanger Haft verurteilte vietnamesische Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh soll laut einem Bericht mittelfristig freikommen. Dies meldete die "FAZ" unter Berufung auf mehrere Quellen.

 © Vietnam News Agency - Vietnam News Agency/AFP/Archiv
16.04.2018 - 12:38 Uhr

Im Fall der aufsehenerregenden Verschleppung des vietnamesischen Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh im vergangenen Juli in Berlin beginnt in der kommenden Woche der Prozess gegen einen mutmaßlichen Beteiligten. Das Kammergericht Berlin kündigte am Montag für den Dienstag kommender Woche den Prozessbeginn gegen den 47 Jahre alten Vietnamesen Long N. H. an. Für das Verfahren gegen den im August in Tschechien festgenommenen Tatverdächtigen wurden zunächst 21 Hauptverhandlungstermine festgesetzt.

Der zuletzt in Prag lebende N. H. soll dort laut Anklage der Bundesanwaltschaft zwei Fahrzeuge angemietet haben. Das erste Fahrzeug soll er einem anderen Tatverdächtigen übergeben haben. Es sei für die Observierung und Ausforschung von Thanh eingesetzt worden.

Das zweite Fahrzeug soll N. H. angemietet und persönlich nach Berlin gefahren haben. Thanh soll am Tag seiner Entführung in dieses Fahrzeug gezerrt und damit zur vietnamesischen Botschaft gebracht worden sein. Der Angeklagte soll das Mietfahrzeug danach wieder nach Prag zurückgefahren haben.

Die Anklage gegen den 47-Jährigen lautet auf geheimdienstliche Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung. Thanh, der auf noch unbekanntem Wege nach Vietnam gebracht wurde, wurde dort mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt. In seiner Heimat wurde ihm vorgeworfen, als Chef des Staatskonzerns PetroVietnam Construction Wirtschaftsstraftaten begangen zu haben.

Er war 2016 nach Deutschland geflohen und hatte hier Asyl beantragt; Vietnam wiederum forderte seine Auslieferung. Vor der Entscheidung über einen Auslieferungsantrag kam es zu der Verschleppung. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Berlin und Hanoi.

Quelle: 2018 AFP
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