Schäfer-Gümbel: Wir müssen Vertrauen wieder aufbauen

SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel hält nach der schweren
Wahlniederlage vom Sonntag "einen Neustart in der Sozialdemokratie"
für erforderlich.
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SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel hält nach der schweren Wahlniederlage vom Sonntag "einen Neustart in der Sozialdemokratie" für erforderlich.

© Sebastian Gollnow - dpa/AFP/Archiv
26.09.2017 - 09:30 Uhr

SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel hält nach der schweren Wahlniederlage vom Sonntag "einen Neustart in der Sozialdemokratie" für erforderlich. Nach den Niederlagen bei den zurückliegenden Bundestagswahlen sei "nicht hinreichend hingeschaut" worden, sagte Schäfer-Gümbel am Dienstag weiter im ZDF-Morgenmagazin. Dabei sehe er es als eine zentrale Aufgabe, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen und "Glaubwürdigkeitsfragen zu lösen".

Schäfer-Gümbel stellte sich ausdrücklich hinter die Entscheidung der Parteispitze, auf Bundesebene in die Opposition zu gehen. Er habe als Oppositionsführer in Hessen die Erfahrung gemacht, "dass man aus der Opposition heraus viel erreichen kann". Auch sei er der Ansicht, "dass gerade das Fehlen des Wettstreits zwischen den beiden großen Parteien in den letzten Jahren um klare Antworten ein Teil der Begründung ist für das Wahlergebnis, das wir erreicht haben."

Die Entscheidung von SPD-Chef Martin Schulz, wonach die bisherige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles den Vorsitz der SPD-Fraktion übernehmen soll, begrüßte Schäfer-Gümbel. Nahles sei "durchsetzungstark" und "sie steht für eine neue Generation", sagte der Partei-Vize. "Deswegen ist das eine gute Aufstellung, die wir da jetzt wählen." Die schnelle Nominierung von Nahles, die dem linken Parteiflügel zugerechnet wird, durch Schulz war in Teilen der SPD auf Kritik gestoßen.

Am Dienstagnachmittag kommen in Berlin die alten und neuen Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion zusammen. Die Wahl von Nahles zur Fraktionschefin ist für Mittwoch geplant.

In am Montagabend veröffentlichten Blitzumfragen des Instituts Infratest dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" sagten 59 Prozent der Befragten, sie hielten die Entscheidung der SPD für richtig, nach ihrer Niederlage in die Opposition zu gehen. 33 Prozent waren gegenteiliger Ansicht. Von den SPD-Anhängern sprachen sich sogar 74 Prozent für den Gang in die Opposition aus. 59 Prozent der Befragten äußerten sich überzeugt, dass die SPD auch bei ihrer Absage bleiben werde, 30 Prozent glauben dies nicht.

Auf die Frage nach der Wunschkoalition sprachen sich nur noch 31 Prozent der Befragten für eine Neuauflage der großen Koalition aus. Für ein Jamaika-Bündnis von CDU/CSU, FDP und Grünen sprachen sich dagegen nun 57 Prozent aus, deutlich mehr als vor der Wahl.

Quelle: 2017 AFP
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