Spannung vor dem TV-Duell zwischen Merkel und Schulz

Das Fernsehduell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und
SPD-Herausforderer Martin Schulz wird einer Umfrge zufolge Einfluss
auf den Wahlausgang bekommen. Der SPD unterlief vorab eine
peinliche Panne, sie erklärte Schulz schon vorher zum Sieger.
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Das Fernsehduell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Martin Schulz wird einer Umfrge zufolge Einfluss auf den Wahlausgang bekommen. Der SPD unterlief vorab eine peinliche Panne, sie erklärte Schulz schon vorher zum Sieger.

 © Sven Hoppe - dpa/AFP/Archiv
01.09.2017 - 13:43 Uhr

Spannung vor dem einzigen Fernsehduell zwischen Amtsinhaberin und Herausforderer: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz positionieren sich im Vorfeld des Schlagabtauschs am Sonntagabend. Die SPD sieht die Chance auf Rückenwind. "Wir werden bestimmt am Sonntag eine Veränderung in den Umfragen bekommen", sagte Fraktionschef Thomas Oppermann am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Merkel verteidigte derweil das von ihr durchgesetzte Format des Duells.

Schulz geht nach eigenen Worten gelassen in den Schlagabtausch. Er sei "nicht nervös, auf keinen Fall", sagte er der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Merkel weiche "in vielem aus".

"Mein Blutdruck ist einwandfrei", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Freitagnachmittag vor Journalisten auf eine entsprechende Frage. Die Bundesbürger hätten am Sonntag erstmals die Möglichkeit, Merkel und ihn "in einem unmittelbaren Kontakt zu sehen". Mit Blick auf den Streit um das Format des TV-Duells sagte Schulz, er hätte sich eine Diskussion gewünscht, "aber das wollte ja Frau Merkel nicht". Schulz fügte hinzu: "Sie wollte leider ein Korsett".

ARD, ZDF, RTL und SAT1 übertragen den 90-minütigen Schlagabtausch live. Die Sender hatten sich dafür eingesetzt, das Format zu ändern: Diskutiert wurde unter anderem über ein zweites Duell, eine Aufteilung der Sendung in zwei Frageblöcke oder die Einbeziehung von Zuschauern. Merkel hatte derartige Regeländerungen abgelehnt. Die Fragen stellen nun wie zuvor vier Moderatoren der beteiligten Sender.

Im "Spiegel" verteidigte die Kanzlerin das Format: "Es gibt eine seit 2009 und 2013 bewährte Form der Sendung." Sie achte die Pressefreiheit, "zugleich aber hat auch ein Politiker immer die Freiheit zu entscheiden, ob er oder sie eine Einladung in eine Sendung annimmt oder nicht".

SPD-Fraktionschef Oppermann sagte, seine Partei gehe "mit großem Optimismus" in die Schlussphase des Wahlkampfs. "Wir konzentrieren uns auf die Aufholjagd, und da spielt das Duell am Sonntag eine große Rolle." Schulz habe "die große Chance, die deutliche Mehrheit der Unentschlossenen auf seine Seite zu ziehen".

Dem aktuellen ZDF-"Politbarometer" zufolge kommen Union und FDP aktuell auf eine knappe Mehrheit. Zudem wären eine große Koalition und ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 39 Prozent und die SPD wie zuletzt auf 22 Prozent. Die Linke bliebe bei neun Prozent und die Grünen bei acht Prozent. Die FDP legt um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent zu, während die AfD um einen Punkt auf acht Prozent absank. 57 Prozent behielten lieber Merkel als Bundeskanzlerin, für Schulz sprachen sich nur 28 Prozent aus.

Beim TV-Duell erwartet eine Mehrheit ein Unentschieden. Davon gehen 46 Prozent der Befragten aus. Ein Drittel (33 Prozent) rechnet damit, dass sich Merkel besser schlagen wird. Nur zehn Prozent erwarten Schulz als Sieger.

Für das "Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1309 Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich wird mit rund drei Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 40 Prozent und mit zwei Punkten bei zehn Prozent angegeben.

Quelle: 2017 AFP
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