Trumps ultrarechter Chefstratege Bannon verlässt das Weiße Haus

Nach seinem Abgang als Chefstratege im Weißen Haus will Steve
Bannon an seiner ultrarechten Agenda festhalten. Er werde weiter
gegen die Widersacher von US-Präsident Donald Trump "in den Krieg"
ziehen, sagte er.
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Nach seinem Abgang als Chefstratege im Weißen Haus will Steve Bannon an seiner ultrarechten Agenda festhalten. Er werde weiter gegen die Widersacher von US-Präsident Donald Trump "in den Krieg" ziehen, sagte er.

 © Brendan Smialowski - AFP/Archiv
18.08.2017 - 19:48 Uhr

Nach wochenlangen Spekulationen hat sich US-Präsident Donald Trump von seinem ultrarechten Chefstrategen Steve Bannon getrennt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, erklärte am Freitag, Bannon und der Stabschef im Weißen Haus, Ex-General John Kelly, hätten sich darauf geeinigt, dass "heute Steves letzter Tag" sei. "Wir danken ihm für seine Dienste und wünschen ihm alles Gute", fügte sie hinzu.

Bannon, ein enger Trump-Vertrauter, stand seit langem in der Kritik. Der US-Präsident hatte den ehemaligen Chef des ultrarechten Internetportals Breitbart News noch in diesem Monat einen "guten Mann" genannt. Doch Bannon galt in Washington als angeschlagen, in US-Medien mehrten sich Vermutungen über seinen bevorstehenden Rauswurf.

Die "New York Times" schrieb, der Medienmogul Rupert Murdoch habe schon vor der tödlichen Gewalt von Rechtsextremen am vergangenen Samstag in Charlottesville Bannons Entlassung gefordert. Mit Trumps Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner, beide Berater im Weißen Haus, lag Bannon ohnehin schon lange überquer.

Am Dienstag ging Trump dann auf Distanz zu Bannon. Zwar erklärte er, dass er Bannon schätze. Dieser sei "ein Freund, kein Rassist". Zugleich erwähnte er aber, dass Bannon erst "spät" zu seinem Team gestoßen sei und abzuwarten bleibe, was aus ihm werde. Schon vorher hatte der 63-Jährige den begehrten Platz im Nationalen Sicherheitsrat verloren.

Berichten zufolge war Trump wütend, als ihm sein Chefstratege im Zusammenhang mit Nordkorea widersprach. Es gebe "keine militärische Lösung" des Atomkonflikts mit Pjöngjang, zitierte die Internetseite "American Prospect" Bannon am Mittwoch. Die Konfrontation mit Nordkorea sei "nur ein Nebenschauplatz". In Wahrheit drehe sich alles um den Handelskonflikt mit China. Trump hatte zuvor mit einem militärischen Angriff gegen Nordkorea gedroht.

Bannon wurde auch angelastet, als ehemaliger Chef des rechtsextremen Portals "Breitbart News" zum Erstarken der antisemitischen und rassistischen Alt-Right-Bewegung beigetragen zu haben. Diese gehörte - zusammen mit anderen rechtsextremen Gruppierungen und dem Ku Klux Klan - zu den Protagonisten des Aufmarschs in Charlottesville im Bundesstaat Virginia.

Von den hunderten Teilnehmern des Marschs riefen einige antisemitische Parolen und zeigten den Hitler-Gruß. Manche gaben sich auf Mützen und T-Shirts als Trump-Anhänger zu erkennen. Ein Neonazi-Anhänger steuerte seine Auto in die Gegenkundgebung und tötete eine Gegendemonstrantin.

Trump distanzierte sich nicht eindeutig von dem Aufmarsch und sprach dagegen relativierend von "Gewalt mehrerer Seiten". Angesichts der landesweiten Empörung geriet er zunehmend in die Schusslinie - auch eigener Republikaner-Parteifreunde. Einige Beobachter sehen Bannon nach dessen Rauswurf in diesem Zusammenhang als Bauernopfer.

Die "New York Times" berichtete indes unter Berufung auf Bannons Umfeld, dieser habe von sich aus bereits am 7. August um seine Entlassung gebeten. Sein Rücktritt sollte demnach zu Wochenbeginn bekannt gegeben werden. Doch angesichts der sich überstürzenden Ereignisse sei es dann nicht dazu gekommen.

Kelly soll nach der Übernahme seines neuen Jobs als Stabschef im Weißen Haus angekündigt haben, dass er es nicht dulden werde, dass Bannon hinter den Kulissen die Strippen ziehe.

Zuvor verloren bereits mehrere Vertreter aus Trumps innerstem Zirkel ihre Posten, darunter Pressesprecher Sean Spicer, Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci und Kellys Vorgänger Reince Priebus.

Quelle: 2017 AFP
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