Zahl der Flüchtlinge weltweit steigt auf neuen Rekordwert

Angesichts anhaltender Bürgerkriege und gewaltsamer
Vertreibungen hat sich die Flüchtlingskrise weltweit zugespitzt.
Laut UN ließen Konflikte, Gewalt und Verfolgung die Zahl der
Vertriebenen 2017 um rund drei Millionen auf 68,5 Millionen
steigen.
Bild 1 von 1

Angesichts anhaltender Bürgerkriege und gewaltsamer Vertreibungen hat sich die Flüchtlingskrise weltweit zugespitzt. Laut UN ließen Konflikte, Gewalt und Verfolgung die Zahl der Vertriebenen 2017 um rund drei Millionen auf 68,5 Millionen steigen.

 © GIOVANNI ISOLINO - AFP/Archiv
19.06.2018 - 11:50 Uhr

Angesichts anhaltender Bürgerkriege und gewaltsamer Vertreibungen hat die Zahl der Flüchtlinge weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach UN-Angaben vom Dienstag ließen Konflikte, Gewalt und Verfolgung die Zahl der Vertriebenen im vergangenen Jahr um etwa drei Millionen auf rund 68,5 Millionen steigen. Damit wurde bereits zum fünften Mal in Folge ein neues Rekordniveau erreicht.

Zwei Drittel der Flüchtlinge stammten aus lediglich zehn Ländern, heißt es in dem in Genf vorgelegten Weltflüchtlingsbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. So waren besonders Menschen aus Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia wegen der dort tobenden Konflikte zur Flucht gezwungen.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi forderte mehr Einsatz bei der Sicherung des Friedens in diesen Ländern. "Wenn es Lösungen für die Konflikte in diesen zehn Staaten geben würde oder wenigstens in einigen von ihnen, könnte diese gigantische Zahl sinken, statt jedes Jahr weiter zu steigen", erklärte er. Die Welt stehe angesichts der Krise am "Scheideweg": Es seien neue und umfassendere Anstrengungen nötig.

Betroffene Länder und Aufnahmegesellschaften dürften mit dem Problem "nicht alleine gelassen werden", mahnte er. Um die Flüchtlingskrisen erfolgreich bewältigen zu können, müsse diesen mehr geholfen werden.

Der größte Teil der Vertriebenen überquerte nach Angaben des UNHCR dabei keine Grenze: Etwa 40 Millionen der insgesamt 68,5 Millionen waren so genannte Binnenflüchtlinge. Das galt vor allem für Menschen aus Syrien, Kolumbien und dem Kongo. Darüber hinaus begaben sich auch die meisten der grenzüberschreitenden Flüchtlinge lediglich in Nachbarländer - und nicht etwa in die westlichen Industriestaaten.

So wurden 85 Prozent der unter UNHCR-Mandat fallenden Flüchtlinge in armen Staaten sowie Entwicklungs- oder Schwellenländern aufgenommen und versorgt. Die fünf Länder, die die größte Zahl von Vertriebenen aufnahmen, waren dem Hilfswerk zufolge die Türkei (3,5 Millionen), Pakistan (1,4 Millionen), Uganda (1,4 Millionen), Libanon (998.000) und Iran (979.000). Deutschland lag auf dem sechsten Platz (970.000).

Die Hälfte der grenzüberschreitenden Flüchtlinge waren Kinder, wie das UNHCR weiter mitteilte. Die Türkei verzeichnete demnach allein 2017 einen Anstieg der Flüchtlingszahlen um 21 Prozent. Fast alle der in dem Land lebenden Vertriebenen stammten aus Syrien.

Syrien war mit rund 6,3 Millionen für fast ein Drittel der gesamten grenzüberschreitenden Flüchtlinge unter dem Mandat des UNHCR verantwortlich. Die Zahl der aus ihrem Land vertriebenen Syrer stieg 2017 nochmal um 14 Prozent. An zweiter Stelle der Herkunftsländer lag Afghanistan mit 2,6 Millionen. Es folgte Südsudan, wo die Zahl der Flüchtlingen im vergangenen Jahr besonders stark anstieg - und zwar von 1,4 Millionen Anfang 2017 auf 2,4 Millionen zum Jahresende.

Südsudan erlebe eine "sehr schwierige Notsituation", sagte Grandi in Genf. Das UNHCR verwies zudem auf die Lage in Myanmar. Die Zahl der aus dem Land vertriebenen Rohingya habe sich 2017 auf über 1,2 Millionen mehr als verdoppelt. Hinzu kämen große Vertreibungen im Irak, in Somalia, im Sudan und im Kongo. Darüber hinaus lebten weiterhin noch rund 5,4 Millionen Palästinenser als Flüchtlinge.

Quelle: 2018 AFP
Top-Themen
Die Feuerwehr rückt aus, damit Bäume nicht verdursten. Und auf manchen Friedhöfen sind wegen Brandgefahr keine ...mehr
Eine Messerattacke in einem Lübecker Linienbus wirft Fragen auf. Zehn Menschen werden verletzt, drei von ihnen schwer.mehr
Zwei Touristenboote geraten auf einem See in den USA in ein Unwetter. Nur eines kehrt zurück in den Hafen. Eltern und ...mehr
Anzeige
Video
Anzeige
Bilder des Tages
Freiluftkino in Paris: Auf den Champs Elysees im Herzen der französischen Hauptstadt wird ein Film gezeigt.mehr
Top-Angebote der Discounter
Ob großer Familieneinkauf oder die Besorgungen für einen Single-Haushalt: Beim Einkauf lässt sich viel Geld sparen, wenn man günstige Discounter Angebote sucht und Preise vergleicht.mehr
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225    
Tests
Gewinner und Verlierer
Ariana Grande muss sich gegen Fans verteidigenmehr
Harry Styles sammelt mehr als eine Million Dollar für Charity-Projektemehr