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Deutschland

Allgemeine Informationen über die Bundesrepublik Deutschland

Gründung: Deutsches Reich am 01. Januar 1871, die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949
Fläche: 357.385,71 km²
Einwohnerzahl: im Dezember 2016: 82.521.653
Nationalfeiertag: 03. Oktober – Tag der Deutschen Einheit
Bundespräsident: Frank-Walter Steinmeier
Präsident des Deutschen Bundestages: Wolfgang Schäuble
Bundeskanzlerin: Dr. Angela Merkel

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Land mit einer langen Geschichte. Die Ursprünge unseres heutigen Deutschlands gehen weit zurück: Von den Germanen über das deutsche Kaiserreich bis zur demokratischen Republik ist reichlich Erzählenswertes geschehen.


Das Erste Reich


Das Erste Reich war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Es bestand von 992 bis 1806 und nahm erstmals unter den Ottonen als das römisch-deutsche Reich eine hegemoniale Stellung im westlichen Europa ein. Im spätmittelalterlichen 14. und 15. Jahrhundert verfügten die drei großen Familien der Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher über den größten Einfluss im Reich.


Im 16. Jahrhundert rief die protestantische Revolution von Martin Luther eine katholische Gegenbewegung hervor. Konfessionelle und machtpolitische Gegensätze lösten schließlich den Dreißigjährigen Krieg aus.


Nach der Französischen Revolution im 18. Jahrhundert besetzten französische Truppen das linke Rheinufer. 1806 endete das Erste Reich, indem der letzte Kaiser nach weiteren Eroberungen Napoleons die Krone niederlegte.


Das Zweite Reich


Das Zweite Reich war das Deutsche Kaiserreich, auch das Hohenzollernreich genannt. Es begann mit dem Ausruf des preußischen Königs Wilhelm I. zum ersten Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles. In dieser Zeit regierte Otto von Bismarck als erster Reichskanzler. Er stützte zwar die Macht der konstitutionellen Monarchie, war aber auf Modernisierung ausgelegt. Seine Politik wirkt bis heute nach: gesetzliche Krankenversicherung, Rente, Unfallversicherung – alles von ihm angestoßen.


Das Deutsche Reich war hochindustrialisiert und stieg zur größten Volkswirtschaft Europas auf. Deshalb forderte Bismarck die Anerkennung der bisherigen Großmächte. Daraufhin schloss England Deutschland aus und ging das neue Bündnissystem „Triple Entente“ nun doch mit Frankreich und Russland ein. Diese Spannungen führten zum Ersten Weltkrieg.


Mit dem Ende des Krieges endete auch das Zweite Reich. Die demokratische Weimarer Republik begann.


Das Dritte Reich der Nationalsozialisten


Das Dritte Reich bezeichnet die Regierungszeit der Nationalsozialisten von 1933 bis 1945. Das Wort „Reich“ stand in beiden Reichen zuvor für ein mächtiges Deutschland. Die Nationalsozialisten wollten, dass Deutschland wieder machtvoll werde. Aus diesem Grund nannten sie es das „Dritte Reich“.


Es begann, als der Reichstag das Ermächtigungsgesetz verabschiedete. Danach wurde dem Reichskanzler Adolf Hitler und seiner Regierung nun auch die Gesetzgebung überlassen. So konnte die Hitler-Regierung ohne die Zustimmung des Reichstages agieren und besaß die totale Kontrolle über Deutschland.


Der Diktator hatte zum Ziel, Länder wie Österreich zu annektieren, in denen Deutsche lebten. Außerdem wollte er die Landstriche von Polen zurückhaben, die diese nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg erhielten. Sie wurden ihm jedoch nicht freiwillig überlassen. Hitlers Invasion in Polen war dann der Auslöser für den Zweiten Weltkrieg.


Mit dem Krieg kamen immer mehr Grausamkeiten der diktatorischen Regierung ans Tageslicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Verbrechen der Nazis gegen Juden und andere Minderheiten als „der Holocaust“ bekannt.


Am 08. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg, als Berlin von den Alliierten erobert wurde. Eine Woche zuvor hatte Hitler sich und seine Familie umgebracht. Deutschland wurde zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Von nun an war Deutschland in Ost und West unterschieden. Den Osten hatte die Sowjetunion inne, der Westen wurde von den USA, Frankreich und England besetzt.


Die Wende


Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland waren enorm. Während die Alliierten im Westen eine Demokratie aufbauten und das neue Deutschland zur Eigenständigkeit leiten wollten, vollbrachten die Besetzer der Sowjetunion etwas anderes. Sie machten aus Ostdeutschland einen kommunistischen Überwachungsstaat.


45 Jahre lang war Deutschland geteilt. Erst dann bildete sich in der DDR eine große Protestbewegung („Wir sind das Volk“). Diese Friedliche Revolution führte zum Rücktritt des damaligen Vorsitzenden des Staatsrats Erich Honecker. Am 09. November 1989 gewährte die DDR-Führung Reisefreiheit. Ende November lenkte Helmut Kohl, damaliger Kanzler im Westen, die Entwicklung in Richtung nationaler Einheit.


Nach langen Gesprächen war am 03. Oktober 1990 der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Heute ist dies der deutsche Nationalfeiertag.


Heute: Regierung in Deutschland


Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie. In dieser wird der Bundeskanzler vom Bundestag als Regierungschef gewählt. Das Volk wählt zuvor alle vier Jahre den Bundestag, das Parlament. Die aktuelle Kanzlerin ist Dr. Angela Merkel (CDU). Sie befindet sich derzeit in ihrer vierten Legislaturperiode und ist seit dem 22. November 2005 im Amt.


Im Jahr 2017 fand erneut eine Bundestagswahl statt. Daraus resultierte die derzeitige Regierung. Sie besteht aus den Parteien CDU/CSU und SPD, die Opposition bilden Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und AfD.


Das Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident. Er hat hauptsächlich repräsentative Aufgaben inne. Als derzeitiger Bundespräsident ist Frank-Walter Steinmeier (SPD) seit dem 19. März 2017 im Amt.


Heute: Deutsche Verfassung und ihre Folgen


Die deutsche Politik basiert auf dem Grundgesetz, das Westdeutschland 1949 verfasste. Darin wird in einer Ewigkeitsklausel festgelegt, dass Deutschland ein demokratischer, sozialer Rechtsstaat und föderativ organisiert sein muss.


In Deutschland herrscht eine dreiteilige Gewaltenteilung. Die Legislative als gesetzgebende Gewalt umfasst Institutionen wie den Bundestag und die Länderparlamente. Als ausführende Gewalt findet sich die Exekutive im Bundespräsident, Bundeskanzler und seinen Bundesministern wieder. Zuletzt ist die Judikative, also die rechtsprechende Gewalt, in Deutschland das Bundesverfassungsgericht.


Insgesamt ist die Bundesstaatlichkeit auf zwei Ebenen aufgeteilt: die Bundesebene (Gesamtstaat Deutschland) und die Länderebene (Bundesländer). Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive, Legislative und Judikative. Außerdem haben die Bundesländer ihre eigenen Verfassungen, unterliegen jedoch dem Grundgesetz.


Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union (EU), ist 1990 der Europäischen Währungsunion beigetreten und hat 2002 den Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Zudem ist Deutschland Teil des Schengenraumes.


Heute: Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland


Wirtschaftlich steht Deutschland hoch im Kurs. Als größte Volkswirtschaft Europas und viertgrößte der Welt gilt es als sehr hoch entwickeltes Land. Der Lebensstandard liegt laut Index der menschlichen Entwicklung 2016 auf Platz 4 von 188 untersuchten Ländern.


Nach dem World Happiness Report 2018 der UN belegt Deutschland von 156 Ländern den 15. Platz. Die Bevölkerung zeigt sich meist überdurchschnittlich zufrieden mit den Verhältnissen im Land. In Bereichen wie Bildung, Work-Life-Balance und Beschäftigung liegen die Zufriedenheitswerte über dem Durchschnitt der entwickelten Industrienationen. Lediglich beim Thema Gesundheit befindet sich Deutschland darunter.


Das deutsche Gesundheitswesen ist sehr fortschrittlich. Das zeigt sich in der geringen Kindersterblichkeit und hohen Lebenserwartung. Finanziert wird die Versorgung überwiegend durch die Pflichtmitgliedschaft in der Sozialversicherung. Die Zahlungen fließen in die Kranken-, Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.


Die Ausgestaltung des Bildungssystems liegt in der Verantwortung der Länder. Koordiniert wird es dennoch bundesweit durch Konferenzen der Kultusminister. In Deutschland studieren immer mehr Menschen. Seit den 70ern steigt die Akademikerquote stetig an.


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