Abschiebeflug in Kabul gelandet - Tote bei Bombenangriffen

Sajed Nur aus der Provinz Parwan steht am Flughafen. In der
afghanischen Hauptstadt ist ein Flug aus Deutschland mit 26
abgeschobenen Männern eingetroffen, die 36. Sammelabschiebung seit
dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016.
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Sajed Nur aus der Provinz Parwan steht am Flughafen. In der afghanischen Hauptstadt ist ein Flug aus Deutschland mit 26 abgeschobenen Männern eingetroffen, die 36. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016.

 © Hesam Hesamuddin

Ein weiterer Flieger mit abgelehnten Asylbewerbern landet in Kabul. Unter den Männern sind auch viele verurteilte Straftäter. Unterdessen explodieren mehrere Bomben in Afghanistans Hauptstadt.

Kabul (dpa) - In Afghanistan ist am Mittwoch ein Flug aus München mit 26 abgeschobenen Männern eingetroffen. Von den afghanischen Staatsbürgern seien 23 in Deutschland strafrechtlich verurteilt worden, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage mit.

Sie kamen den Angaben zufolge aus elf Bundesländern: Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Saarland und Sachsen.

Die Maschine landete gegen 06.35 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Kabul, wie afghanische Beamte am Flughafen mitteilten. Es war die 36. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 989 Männer abgeschoben.

Die afghanischen Behörden lehnten die Aufnahme eines Mannes am Mittwoch nach eigenen Angaben ab. Ein Sprecher des afghanischen Flüchtlingsministeriums sagte, dass der Mann vorläufig in ein Gasthaus in Kabul gebracht werde. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Sajed Nur (24) aus der Provinz Parwan sagte nach der Landung: "Ich sollte eigentlich mit dem letzten Flug abgeschoben werden, aber mein Anwalt hat mich gerettet". Nur war nach eigenen Angaben seit 2015 in Deutschland, hatte eine Arbeit, sei aber in Haft geraten.

Nur Ali Schah (23) aus der östlichen Provinz Nangarhar war seinen Erzählungen zufolge auch seit 2015 in Deutschland. "Ich habe dort studiert. Ich wurde dreimal abgewiesen. Ich weiß nicht, warum sie uns abschieben", sagte der junge Mann. "Die Sicherheitslage ist sehr schlecht. Ich habe im Moment keine Pläne."

Abschiebungen in das Krisenland sind umstritten. Vor dem Flug hatten 96 Organisationen und Initiativen die Praxis in einer gemeinsamen Erklärung kritisiert und einen Stopp der Abschiebungen gefordert.

Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen geht der Bürgerkrieg mit den militant-islamistischen Taliban weiter. Während die abgeschobenen Männer registriert wurden, explodierten am Mittwoch drei Bomben in Kabul. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Personen getötet und fünf weitere verletzt. Die Wirtschaft und das ohnehin schon schwache Gesundheitssystem Afghanistans werden durch die Corona-Pandemie stark belastet.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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