Afghanistan-Einsatz hängt für Deutsche von den USA ab

Ein deutscher Fallschirmjäger trägt das Zeichen des
Afghanistan-Einsatzes ISAF (International Security Assistance
Force) an seiner Uniform.
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Ein deutscher Fallschirmjäger trägt das Zeichen des Afghanistan-Einsatzes ISAF (International Security Assistance Force) an seiner Uniform.

 © Carsten Rehder
05.01.2019 - 09:34 Uhr

Soldaten der Bundeswehr am Hindukusch - auch wenn die USA ihre Truppen in Afghanistan deutlich reduzieren? Die Deutschen sind da eher skeptisch.

Berlin (dpa) - Bei einem deutlichen Abzug von US-Truppen aus Afghanistan will fast die Hälfte der Deutschen den Einsatz der Bundeswehr in dem Land beendet sehen.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 48 Prozent für einen deutschen Abzug aus, 29 Prozent waren dagegen. Keine eindeutige Aussage machten 23 Prozent.

Die USA überlegen, einen Teil ihrer rund 14.000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. US-Präsident Donald Trump prüft dies nach offiziellen Angaben aber noch. Deutschland hat in Afghanistan knapp 1300 Soldaten stationiert, die als Teil des Nato-Einsatzes "Resolute Support" afghanische Sicherheitskräfte ausbilden.

Weniger klar als in Afghanistan ist das Meinungsbild in Deutschland im Fall Syriens, wo Trump bereits den Abzug von US-Soldaten angekündigt hat. In Deutschland sprachen sich 41 Prozent der Befragten dafür aus, den Einsatz deutscher Tornados und Tankflugzeuge im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) parallel zum Abzug des US-Militärs zu beenden. Gegen einen Abzug sprachen sich 32 Prozent aus (28 Prozent weiß nicht/keine Angabe). Trumps Entscheidung hatte im Kreis der Verbündeten und auch in den USA erhebliche Kritik ausgelöst und Fragen zur sicherheitspolitischen Verlässlichkeit des US-Präsidenten aufgeworfen.

Den IS-Terror halten 25 Prozent der Befragten für den gefährlichsten internationalen Konflikt. Vor dem Hintergrund, dass der IS in Syrien und im Irak weitgehend besiegt sei, bleibe die Gefahr von IS-Anschlägen in Europa gleich (48 Prozent) oder nehme eher zu (29 Prozent). Nur sieben Prozent der Befragten meinen, die Gefahr nehme eher ab.

Auf Platz zwei der gefährlichsten Konflikte steht für die Deutschen der Streit zwischen den USA und Russland über das Verbot atomarer Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) mit 16 Prozent, gefolgt vom Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA (14 Prozent). Der Konflikt in der Ostukraine (6 Prozent), der zwischen Israel und den Palästinensern (3 Prozent) und der um das iranische Atomprogramm (2 Prozent) erscheint demnach deutlich weniger Menschen als bedrohlichster Konflikt.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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