Ban beklagt fast 500 Tote seit Beginn der Offensive auf Aleppo

Seit Beginn der Offensive auf Aleppo sind nach Angaben von
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fast 500 Menschen getötet worden.
Die am 22. September begonnenen Angriffe der syrischen und
russischen Luftwaffe seien die schwersten in dem fünfjährigen
Krieg.
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Seit Beginn der Offensive auf Aleppo sind nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fast 500 Menschen getötet worden. Die am 22. September begonnenen Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seien die schwersten in dem fünfjährigen Krieg.

 © Karam al-Masri - AFP/Archiv
20.10.2016 - 22:56 Uhr

Seit Beginn der Offensive auf das syrische Aleppo sind nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fast 500 Menschen getötet worden. Die am 22. September begonnenen Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seien die schwersten in dem mehr als fünfjährigen Krieg, sagte Ban bei einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung am Donnerstag in New York. Das Ergebnis sei "entsetzlich".

Fast 500 Menschen seien getötet und rund 2000 verletzt worden. Mehr als ein Viertel der Todesopfer seien Kinder. Seit Anfang Juli habe kein Hilfskonvoi der UNO mehr die Stadt erreicht, Essensrationen würden bis Ende des Monats ausgehen, warnte Ban. Hunger werde als Kriegswaffe eingesetzt.

Der UN-Generalsekretär erinnerte mahnend an Katastrophen wie in Srebrenica und Ruanda. "Wann wird sich die internationale Gemeinschaft endlich zusammentun, um dieses Gemetzel zu beenden?" Ban forderte "vollen humanitären Zugang" zum Ostteil der syrischen Stadt.

Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin reagierte "verblüfft". Ban und weitere Redner hätten nicht "mit einem Wort über terroristische Organisationen" gesprochen, "als ob das Desaster in Syrien wie der Hurrikan sei, der Haiti getroffen hat". Seine US-Kollegin Samantha Power erwiderte darauf, es seien nicht "die Terroristen, die Bomben auf die Krankenhäuser und die zivilen Häuser in Ost-Aleppo abwerfen". "Das sind das Assad-Regime und Russland."

72 Länder unter der Führung Kanadas hatten die Sondersitzung beantragt, um die Blockade im UN-Sicherheitsrat zu lösen. Dieser ist unfähig, eine gemeinsame Linie in dem Konflikt zu finden und sich für Friedensbemühungen einzusetzen.

Anfang des Monats hatte Russland zum fünften Mal seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011 sein Veto gegen eine Resolution des Sicherheitsrats eingelegt, in dem ein sofortiges Ende der Luftangriffe auf Aleppo gefordert wurde. Ein russischer Gegenvorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Kanadas Außenminister Stéphane Dion forderte, die Generalversammlung müsse dringend handeln. Eine "kurze humanitäre Pause, einseitig verkündet, ohne Vorankündigung und ohne klare Parameter," reiche nicht für die notwendigen Hilfen. Unklar blieb, welche konkreten Maßnahmen das Gremium, dessen Resolutionen nicht-bindend sind, ergreifen könnte. Diplomaten sahen die Gespräche als Versuch, den Druck auf Russland und Syrien zu erhöhen.

jpf

Quelle: 2016 AFP
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