Begnadigung Fujimoris in Peru aufgehoben

Perus ehemaliger Präsident Alberto Fujimori muss nach einem
Urteil des Obersten Gerichtshofs Perus wieder ins Gefängnis.
Bild 1 von 1

Perus ehemaliger Präsident Alberto Fujimori muss nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Perus wieder ins Gefängnis.

 © Martin Mejia
03.10.2018 - 20:27 Uhr

Der ehemalige autoritäre Machthaber Perus soll wieder hinter Gitter. Ex-Präsident Kuczynski hatte ihn begnadigt. Fujimori hat noch viele Jahre Haft wegen Menschenrechtsverletzungen abzusitzen.

Lima (dpa) - Perus Oberster Gerichtshof hat die Begnadigung von Ex-Präsident Alberto Fujimori aufgehoben und dessen sofortige Verhaftung angeordnet.

Der frühere peruanische Staatschef (1990-2000) war Ende 2017 vom damaligen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski wegen seines schlechten Gesundheitszustands begnadigt worden.

Fujimori (80) war wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt worden, die er jetzt zu Ende absitzen soll. Der Oberste Gerichtshof stufte die Begnadigung als verfassungswidrig ein. Der Ex-Präsident verbrachte bislang zehn Jahre im Gefängnis. Unter anderem wird ihm Mitverantwortung für 25 Morde zur Last gelegt.

Die Klage gegen die Freilassung Fujimoris war von Angehörigen der Opfer eingereicht worden. Die Begnadigung hatte auch mehrere Protestkundgebungen in Lima ausgelöst. Der Interamerikanische Gerichtshof wies die peruanische Justiz an, die Rechtmäßigkeit der Begnadigung zu überprüfen.

Der Anwalt des Ex-Präsidenten, Miguel Pérez Arroyo, erklärte dem Fernsehsender Canal N, er werde Berufung vor dem Plenum des Obersten Gerichtshofs einreichen. Der aktuelle Aufenthaltsort Fujimoris, der seinen Wohnsitz in Lima hat, war vorerst unbekannt.

In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Der Staat sah sich durch die Terrororganisation "Leuchtender Pfad" bedroht. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren. Sie wurden als Entwicklungshemmnis gesehen.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Nervosität geht um in der EU. Die Sorge nimmt zu, dass US-Präsident Trump Sonderzölle auf europäische Autos verhängt.mehr
In der Nacht zum Sonntag stechen Täter an zwei Orten in Deutschland völlig unvermittelt Frauen nieder. In Nürnberg ...mehr
Karl Lagerfeld wurde weltweit hofiert und bewundert. Als Fashion-Guru herrschte er über die Welt der Mode. Nun ist der ...mehr
Anzeige
Anzeige
Video
Anzeige
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Anzeige
Börse
DAX
Name Letzter %
DAX    
MDAX    
TecDAX    
Nikkei 225