Diplomat soll Anschlag auf Exil-Iraner gesteuert haben

Die Bundesanwaltschaft hat beim Ermittlungsrichter des
Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen einen 46-jährigen
iranischen Staatsangehörigen erwirkt. Foto: Franziska Kraufmann
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Die Bundesanwaltschaft hat beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen einen 46-jährigen iranischen Staatsangehörigen erwirkt. Foto: Franziska Kraufmann

 © Franziska Kraufmann
11.07.2018 - 14:47 Uhr

Im Fall eines unter Terrorverdacht in Bayern festgenommenen iranischen Diplomaten haben die Ermittler neue Details bekanntgegeben. Demnach ist der 46-Jährige der mutmaßliche Drahtzieher eines vereitelten Anschlags auf Exil-Iraner in Frankreich.

Karlsruhe (dpa) - Assadollah A. soll ein in Belgien lebendes Ehepaar mit dem Anschlag beauftragt und ihm dafür auch eine Vorrichtung mit 500 Gramm Sprengstoff übergeben haben. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Der Anschlag sollte eine Versammlung oppositioneller Exil-Iraner mit 25.000 Teilnehmern am 30. Juni im französischen Villepinte treffen. Belgische Spezialeinheiten hatten das Paar mit dem Sprengstoff im Auto rechtzeitig in Brüssel gestoppt. Am 1. Juli war der Diplomat an einer Autobahnraststätte bei Aschaffenburg in Nordbayern festgenommen worden. Dass es zwischen den Verdächtigen einen Zusammenhang gibt, war bekannt. Die Hintergründe waren aber unklar.

Laut Bundesanwaltschaft war Assadollah A. seit 2014 als Dritter Botschaftsrat an der iranischen Botschaft in Wien akkreditiert. Er habe für das iranische Nachrichtenministerium MOIS gearbeitet, das oppositionelle Gruppierungen im In- und Ausland ausforsche und bekämpfe. In Deutschland konnte der Mann aufgrund eines europäischen Haftbefehls der belgischen Ermittler festgenommen werden, weil der Diplomatenstatus ihn nur in Österreich vor Strafverfolgung schützte.

Nun hat auch der deutsche Generalbundesanwalt einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. Ihm werden Spionage und Verabredung zum Mord vorgeworfen. Die deutschen Ermittlungen stünden der beantragten Auslieferung des Mannes nach Belgien aber nicht entgegen, hieß es.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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