DRK stellt sich auf langen Hilfseinsatz ein

Helfer aus Schleswig-Holstein.
Bild 1 von 2

Helfer aus Schleswig-Holstein.

© Markus Scholz

Rund 3500 Helfer des DRK sind derzeit in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten im Einsatz: "Wir bleiben, solange die Menschen Hilfe brauchen."

Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa) - Das Rote Kreuz rechnet mit einem langen Hilfseinsatz im Katastrophengebiet an der Ahr.

"Wir stellen uns schon darauf ein, dass wir noch mehrere Monate Hilfe zu leisten haben", sagte die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, bei einem Besuch in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Wir bleiben auf jeden Fall, solange die Menschen die Hilfe nötig haben."

Rund 3500 Helfer des DRK aus ganz Deutschland seien derzeit in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Sie helfen bei der Versorgung mit Trinkwasser, Strom, Hygieneartikeln - und mit der Bereitstellung von mobilen Arztpraxen. Viele Arztpraxen wurden zerstört.

"Diese Hilfe wird auch vonseiten der Bevölkerung sehr anerkannt", sagte Hasselfeldt. Zudem gebe es eine große Spendenbereitschaft für die Betroffenen: Bereits mehr als 15 Millionen Euro seien an Spenden eingegangen.

Um die Menschen in solchen Katastrophenfällen besser und schneller versorgen zu können, forderte Hasselfeldt die Einrichtung von bundesweit insgesamt zehn Versorgungslagern, in denen zum Beispiel Feldbetten, Etagenbetten, Decken, Hygieneartikel, Wasseraufbereitungsanlagen und Stromaggregate vorgehalten werden. Zwei solcher Lager seien bereits von der Politik beschlossen worden. Sie hoffe sehr, dass die übrigen "acht Standorte auch relativ schnell genehmigt und umgesetzt werden".

Menschen in Katastrophengebiet teils traumatisiert

Nach der Hochwasserkatastrophe an der Ahr im Norden von Rheinland-Pfalz sind viele Menschen traumatisiert. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sei mit Kriseninterventionskräften unterwegs, um psychologische Hilfe zu leisten, sagte DRK-Präsidentin Hasselfeldt weiter. Betroffen seien nicht nur Bürger, sondern auch Helfer.

Der Arzt Peter Maas, der in Bad Neuenahr-Ahrweiler Dienste in einer mobilen Arztpraxis übernommen hat, sagte, es kämen viele Patienten mit Verletzungen oder mit dem Wunsch nach Rezepten in den Container. "Was uns auffällt ist: Die äußeren Verletzungen sind oft sehr gering, aber wenn die Patienten dann bei uns sind und zum ersten Mal in einer Situation sind, in der sich zum ersten Mal um sie gekümmert wird, dass dann oft alle Dämme brechen und starke Emotionen hervorkamen. Auch damit gehen wir um."

Bei der Hochwasserkatastrophe vor rund einer Woche waren im Westen Deutschlands mindestens 175 Menschen ums Leben gekommen - davon 128 in Rheinland-Pfalz und 47 in Nordrhein-Westfalen.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Er war eine der letzten großen TV-Legenden: Alfred Biolek ist tot. Er machte sich nicht nur einen Namen als ...mehr
In den Katastrophengebieten im Westen Deutschlands steigt die Anspannung. Erneuter Starkregen wird erwartet. Helfer ...mehr
Die von der Flutkatastrophe schwer getroffenen Gebiete im Westen Deutschlands sind dringend auf Hilfe angewiesen. Doch ...mehr
Die besten Witze & Sprüche
WhatsApp-Status-Sprüche eignen sich sehr gut, um ins Gespräch zu kommen, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen ...mehr
Von Zuhause arbeiten bringt Vor- und Nachteile mit sich. Während man es mit dem Dresscode nicht ganz so genau nehmen ...mehr
Sie lieben Denksport und kennen sich gut mit Sprichwörtern und Emojis aus? Dann versuchen Sie unser Emoji-Bilderrätsel ...mehr
Video
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.